Eines der anschaulichsten Bindeglieder zwischen der Reagan-Ära und jener von Bush Jr. liefert Sylvester Stallone: Ihm genügen für den Weg vom „Reich des Bösen“ über die „Achse des Bösen“ hin zu den „Vorposten der Tyrannei“ ein paar Pfeile und ein schlimmer Haarschnitt. 20 Jahre nach Afghanistan gibt John Rambo sein beschauliches Dasein auf, um in Burma neue Gefangene aus alten Holzkäfigen zu befreien – und alles niederzumetzeln, was das verhindern könnte. Den Kreis zu schließen, das bedeutet in Stallones Sinne zurückzukehren zu den archaischen Overkills, über die schon Anfang der 90er Witze gerissen wurden. Sich mit dem thailändischen Kino zu verbünden, das mit seinem Actionhandwerk auch heute noch nicht die 80er verlassen hat. Und durch eine ungehemmte Destruktionsorgie vorzuführen, wo er ideologisch steckenblieb – genau dort nämlich, wohin sein Land zurückgekehrt ist.
JOHN RAMBO
USA/D 2008.
Regie: Sylvester Stallone.
Mit Sylvester Stallone, Julie Benz.
Verleih: Warner. 91 Min.