ro ro

Navigation
Literaturkritik | Filmkritik | Dossiers | Suchen
You do not have permission to download files

Kirschblüten – Hanami - 15/2008

Herunterladen
„Jetzt sag nicht, das Leben geht weiter“
Doris Dörrie erzählt in „Kirschblüten – Hanami“ über ein Kennenlernen nach dem Tod.
Von Thomas Taborsky

Die Toten träumten von uns – so habe der große Tadashi Endo seine Kunst, das Butoh, einmal Doris Dörrie beschrieben. Umkehrungen wie diese beseelen auch den neuen Film der Deutschen. Zwischen dem Allgäu, Berlin, der Nordsee und Tokio erzählt „Kirschblüten – Hanami“ über ein Kennenlernen nach dem Tod: Statt des krebskranken Rudi ist es seine Frau Trudi, die überraschend stirbt. Aus der wortkargen Harmonie gerissen, die sie ihm tagtäglich bereitete, erfährt er im Nachhinein von den Träumen, die sie ihm zuliebe nicht verwirklichte. Zu zweit, mit ihren Sachen stellvertretend für sie im Koffer, macht er sich auf nach Japan. Dort ist ihm der überbeschäftigte Sohn keine Hilfe. Stattdessen lernt er Yu kennen, eine junge Frau, die im Park tanzt. Auch sie hat einen Menschen verloren und versucht auf diese Weise, mit ihm zu kommunizieren.
Über gewohnte Betrachtungsweisen, über einzelne Kulturen hinaus bewegt sich Dörrie mit ihrer Arbeit – gleich dem japanischen Ausdruckstanz Butoh. Ihm erklärt sie genauso ihre Liebe wie dem heiligen Berg der Japaner, dem „Herrn Fuji“. Und den Kirschblüten mit ihrer Symbolik von Schönheit und Vergänglichkeit. Facettenreich lässt sie Geschichten von Distanz, Entfremdung, sogar Entrückung ablaufen: vom Kind, das nicht weit genug weggehen kann, um nicht an seiner Mutter zu hängen gleich wie von der tatsächlich Fremden, die mehr über einen Menschen erfährt als seine Nächsten.
Jeder Teil scheint Dörries Herzensangelegenheit, jeder durch nachhallende Gesten, bleibende Bilder unterstrichen.
Bleibend auch der neue Eindruck von Elmar Wepper, bei dem nach „Kirschblüten“ endgültig nicht mehr an „Zwei Münchner in Hamburg“ zurückgedacht wird. Einzig die digitale Kameraführung trübt manchmal die Faszination an diesem konventionsfernen, unzerredeten Glanzstück über Trauer und deren Bewältigung.

KIRSCHBLÜTEN – HANAMI
D 2008. Regie: Doris Dörrie. Mit Elmar Wepper, Hannelore Elsner, Aya Irizuki. Verleih: Filmladen. 122 Min.
You do not have permission to download files


DownloadsII 5.0.4 by CyberRanger & Jelle
Based on ecDownloads 4.1 © Ronin



Powered by vBulletin® Version 3.6.5 (Deutsch) | Copyright ©2000 - 2010, Jelsoft Enterprises Ltd.
ro
ro ro
Werbung