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BieBu oder Ameisen… - 16/2008

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Netzwerkarbeit ist ganz schön kompliziert
Wenn die Bienen erkranken, sind auch alle anderen Tiere in Gefahr.
Dann heißt es handeln, aber das ist nicht so einfach.
Von Kathrin Wexberg

Bienchen und Blümchen: Ein in aufgeklärten Zeiten wohl obsolet gewordenes, aber nichtsdestotrotz immer wieder scherzhaft zitiertes Begriffspaar dient diesem Buch als Über-Titel. Denn BieBu steht für „Mein Bienen- und Blümchenbuch“.
Alle Konventionen der Buchgestaltung werden mühelos gesprengt: Der Titel ist eine Abkürzung, der Untertitel („Ameisen haben vom Blütenbestäuben wirklich keine Ahnung!“) wirkt auf den ersten Blick sehr skurril. Auf dem Vorsatzpapier finden sich prägnante sachliche Informationen. Dort, wo normalerweise der Schmutztitel zu finden ist, finden sich Blätter verschiedener Pflanzen und eine Übersicht über die tierischen Protagonisten, deren Namen aus unterschiedlichen Sprachen etymologisch hergeleitet werden: die Fledermaus Sayo bedeutet im Japanischen „die Nachtgeborene“, der Beutelteufel Preeti bedeutet in Indien „Liebe“…
Verwirrend? Das liegt in der Natur der Sache, weil „doch alles zusammenhängt“ – denn wenn die Bienen, wie in diesem Buch erzählt wird, allesamt erkrankt sind und keine Pflanzen bestäuben können, sind auch alle anderen Tiere in Gefahr. Die tatkräftige Libelle Labella motiviert die anderen zum Mittun, doch sie stoßen dabei auf allerlei Schwierigkeiten. Die Schnecke Popokatepetl kommt nur sehr langsam voran, den Frosch Pjotr zwickt sein Bienenhöschen im Schritt und die Ameisen sind zwar sehr engagiert, haben aber „vom Blütenbestäuben wirklich keine Ahnung“ (wie ja schon im Untertitel angekündigt). Nach einigen Verwicklungen sind die Bienen wieder genesen, alle Pflanzen ordnungsgemäß bestäubt und alles nimmt ein gutes Ende.

Liebe zum Detail

Buchkünstlerin Renate Habinger, deren Œuvre von Papierobjekten bis hin zu einem poetischen Herbarium reicht, ist hier (wieder einmal) ein ganz besonderes Buch gelungen. Mit unglaublich viel Liebe zum Detail setzt sie jedes einzelne Blatt botanisch korrekt in Szene, montiert Fotos oder Landkarten in ihre Bilder und verleiht jeder und jedem ihrer tierischen Protagonisten ein unverwechselbar komisches Aussehen.
Der Autor Michael Stavariˇc wurde in Tschechien geboren und lebt seit 1979 in Wien, er bezeichnet das Deutsche als seine „Kunstsprache“. In seiner Begeisterung für das Formale hat er in Renate Habinger eine schlichtweg geniale Partnerin gefunden, die seine kurzen, oft zu Lyrik und Sprachspiel neigenden Texte durch Typografie und Bildgestaltung noch deutlicher herausarbeitet. Mit „BieBu“ sind die beiden nun beim österreichischen Residenz-Verlag gelandet: Für ihr im deutschen Verlag „kookbooks“ erschienenes Buch „Gaggalagu“ wurden sie bereits mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2007 ausgezeichnet.

Unterschiedliche Genres

Das Ungewöhnliche an diesem Buch ist wohl die Leichtigkeit, mit der es zwischen ganz unterschiedlichen Genres changiert: Meint man es auf den ersten Blick mit einem Bilderbuch zu tun zu haben, suggerieren die handfesten Informationen über Bienen auf dem Vorsatzpapier ein Sachbuch. Michael Stavariˇc’ Texte hingegen spielen mit der Sprache, sie sind manchmal gereimt und nehmen dann wieder Anleihen an andere Medien der Populärkultur, wenn etwa die Hummel Vince kaltschnäuzig zur Biene Hannah Honey sagt: „Honey, ich sag’s nur einmal – dies ist nicht mein Bier.“ Oder wenn die Libelle Labella mit dem Spieglein über ihre Schönheit spricht.
So macht das Thema Bienchen und Blümchen Spaß!

BieBu oder Ameisen haben vom Blütenbestäuben wirklich keine Ahnung!
Von Michael Stavariˇc und
Renate Habinger
Residenz Verlag, St. Pölten 2008
40 Seiten, geb, € 14,90
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