Wer will schon „Brügge sehen … und sterben?“ – Weder noch will vor allem Profikiller Ray (Colin Farrell), doch die Zeichen stehen schlecht. Nach einem missglückten Auftrag in London muss er auf Befehl von Unterweltboss Harry (Ralph
Fiennes) mit seinem Mentor Ken (Brendan Gleeson) im belgischen Brügge untertauchen. Doch so „verdammt ruhig“ es in der idyllischen Kleinstadt auch ist, Ray bleibt nicht der Einzige, der den Ort verflucht.
Martin McDonaghs Erfahrung als Stückeschreiber trägt dazu bei, dass sein Filmdebüt sich dramaturgisch überzeugend entfaltet: Perfekt getimte und nachvollziehbare Wendungen, sowie intensive Figurenzeichnung und schwarzhumorige Dialoge machen aus dem simplen Set-Up ein vielschichtiges Erlebnis. Es vermengt sich leichte Farce mit surrealem Thriller und brutales Drama mit britischer Gangsterkomödie. Derart getarnt breitet sich die archaische Tragödie im Kern aus, führt direkt in die Herzen der Figuren, und lässt so die Konventionen des Auftragskiller-Genres erfrischend oft hinter sich.
BRÜGGE SEHEN … UND STERBEN? In Bruges
GB/B 2008. Regie: Martin McDonagh. Mit Colin Farrell, Brendan Gleeson, Ralph Fiennes, Clémence Poésy. Verleih: Tobis. 107 Min.