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Die Insel der Abenteuer - 25/2008

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Botschaft von einer Insel

„Nim’s Island“: Ein Zwei-Stunden-Urlaub auf einer Tropeninsel, bei dem nur die Hauptdarstellerin mit Herausforderungen konfrontiert ist.

Von Alexandra Zawia

Auf „Nim’s Island“, der „Insel der Abenteuer“ ist viel Platz: Neben der kleinen Nim (Abigail Breslin), die hier ganz alleine mit ihrem Vater, dem Wissenschafter Jack Rusoe (Gerard Butler) lebt, haben die Regisseure Jennifer Flackett und Mark Levin diese Bilderbuch-Version einer Tropeninsel mit Kindheitsfantasien bevölkert: Sprechende Tiere, Lianen, Vulkane, bedrohliche Piraten- (sprich: Touristen-)Schiffe – aber auch reale Charaktere.
Einer davon: Alex Rover. Nicht der fiktive Abenteuerroman-Held Alex Rover, den Nim anhimmelt und der im Film ebenfalls von
Gerard Butler gespielt wird, sondern die Schriftstellerin Alex Rover (Jodie Foster), die diesem Helden in ihrer erfolgreichen Buchserie Leben einhaucht. Ein Leben, das nichts mit ihrem zu tun hat: Denn Alex Rover ist hochgradig agoraphobisch, extrem neurotisch und käme nie auf die Idee, ihre Wohnung zu verlassen. Doch als Nims Vater von einer Forschungsreise auf hoher See nicht mehr zurückkehrt, bittet die verzweifelte Nim ihren Helden Alex Rover via
E-Mail an den Verlag um Hilfe. Eine Nachricht, die nur Anti-Heldin Alex beantworten kann. In einem Familienfilm, der gar nicht versucht, den real-fiktiven Komponenten der Geschichte von Wendy Orrs 2002 erschienenem „Nim’s Island“ Kohärenz – oder tieferen Sinn – zu geben, bleibt „Die Insel der Abenteuer“ ein netter 2-Stunden-Urlaub, in dem Jodie Foster als sympathische Animateurin fungiert. In ihrer ersten komödiantischen Rolle seit „Maverick“ hat sie Spaß daran, ihr Slapstick-Talent zu zeigen. Allerdings kippt auch dadurch der Film allmählich in eine Tropenversion von „Kevin – Allein zuhause“.
„Little Miss Sunshine“ Abigal Breslin ist das Durchschnittsmädchen, das sich durch seine Sicht auf das Leben zu etwas Besonderem macht. Anders als „Kevin“, hat sie eine Botschaft: „Sei der Held deiner eigenen Geschichte, dann bist du mutig genug für das Leben.“ Besser sagen es Kinderbücher auch nicht.

DIE INSEL DER ABENTEUER
Nim’s Island
USA 2008. Regie: Mark Levin, Jennifer Flackett. Mit Jodie Foster, Abigail Breslin, Gerard Butler. Verleih: UPI. 98 Min.



Starke Rollen


Interview mit Jodie Foster

Die Furche:
Frau Foster, wie ungewohnt war es für Sie, einmal nicht in einem Thriller-Drama zu spielen?

Jodie Foster: Eine berechtigte Frage … Ich bin selbst eine sehr fröhliche Person und nicht die depressive, freakige Figur, die ich meist spiele. Seit „Maverick“ vor 15 Jahren hatte ich aber nie wieder die Gelegenheit, das zu zeigen, bis jetzt. Allerdings entdeckte ich auch hier bald: Meine Rolle ist ja schon wieder ängstlich, verkorkst und einsam, wie in einem Drama! Also vielleicht ist schwere Kost einfach eine heimliche Obsession von mir und deswegen komme ich davon nicht los. Aber meine beiden Söhne (9 und 5 Jahre, Anm.) mochten den Film, denn es war das erste Mal, dass sie mich auf der Leinwand sahen. Bisher wussten sie gar nicht, woher unser Geld kommt!

Die Furche: Sie sagen oft, Sie hätten erst spät entdeckt, dass Sie eine Schauspielerin sind, obwohl Sie Ihre Karriere bereits mit drei Jahren starteten?
Foster: Erst mit 25, 26 hab ich verstanden, wer ich bin, was ich tue und warum. Bis dahin habe ich mich selbst ja gar nicht richtig gekannt. Ich hatte auch nie den natürlichen Zugang zu meinen Emotionen, den man als Schauspieler eigentlich haben sollte. Ich war immer total stoisch.

Die Furche:
Ihre Filme, die Sie als Regisseurin machten, sind autobiografisch inspiriert?

Foster: Absolut. Mein erster Film („Das Wunderkind Tate“) war eine direkte Reflexion auf meine eigene Kindheit, wie ich mich damals gefühlt habe. Im zweiten Film („Familienfest und andere Schwierigkeiten“) ging es darum, wie ich mich aus diesem System gelöst, meine Ängste überwunden habe. Mich interessiert die Vielschichtigkeit einer Familie, wie kompliziert die Dynamiken hier sein können. Dennoch entwickle ich mich als Regisseurin sicher in die Richtung der Filme, in denen ich bisher spielte, also auf die dunklere Seite. Ich will auch, dass die Leute – wie bei Francis Ford Coppola – einmal sagen: Aha, interessant, so hat sie sich entwickelt.

Die Furche:
In welche Richtung wird das sein?

Foster: Tiefer in die Einsamkeit, in dieses Für-Sich-Sein, das man notwendigerweise erlebt, wenn man etwas kreiert.

Die Furche:
Achten Sie bei Ihrer Rollenauswahl auf starke Frauencharaktere?
Foster: Ich spiele gerne starke Personen. Und ich mag keinen Mann spielen.

Die Furche: Würden Sie sich selbst als Feministin bezeichnen?

Foster: Durchaus. Zumindest habe ich keine Probleme damit, mich so zu nennen. Aber es ist ein großes Wort, das vieles meint, aber im Endeffekt ja nur Humanität bedeutet.

Das Gespräch führte
Alexandra Zawia.
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