Stünde das Fabrikat „Hancock“ für sich allein, und nicht in einer erdrückenden Tradition, ließe sich annehmen, den Film hätte in Windeseile der eigene Mut verlassen. Mitnichten: Auch der jüngste Vertreter der Sparte Superhelden-Sommerblockbuster kokettiert mit dem Bruch der Konventionen, nur um später ein ganz braver zu werden.
Tiefer als anderswo ist allein der Sturz aus den Hoffnungen, die er zu Beginn mit seinem Antihelden erzeugt: einem betrunkenen, pöbelnden Schadensfall-Garanten, in dessen Haut Will Smith für einen Moment Spaß verbreitet. Schnell aber ist klar, dass dieser Mann nur ein Trauma auslebt und innerlich darauf wartet, geläutert zu werden – wofür es nur den PR-Experten an seiner Seite braucht, der idealistisch genug ist.
Wie der amerikanische Superheld zu sein hat? Weiterhin höflich, glattrasiert, uniformiert, nüchtern. Mit tragischer Barriere vor dem eigenen Glück. Die einzige Neuerung der letzten Jahrzehnte ist der Zynismus, mit dem Regisseure wie Peter Berg („Very Bad Things“) dabei zu Werke gehen: Der verlockt, in alter Abgebrühtheit mehr zu vermuten.
HANCOCK
USA 2008.
Regie: Peter Burg.
Mit: Will Smith, Charlize Theron, Jason Bateman.
Verleih: Sony. 92 Min.