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You Kill Me - 32/2008

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Der anonyme Alkoholiker

Ein Auftragskiller mit veritablem Alkoholproblem: Sir Ben Kingsley gibt in
„You Kill Me“ eine weitere Facette seines Könnens preis.

Von Otto Friedrich

Man hat Ben Kingsley, pardon: Sir Ben Kingsley, ja schon in allerlei Kino-Darstellungen gesehen: in seiner Jahrhundertrolle als Mahatma Gandhi ebenso wie als Schreiber in Schindlers Liste; als lateinamerikanischen Folterknecht in Nöten in Roman Polanskis „Der Tod und das Mädchen“ (1994) ebenso wie jüngst in desselben Regisseurs Remake von „Oliver Twist“ (2005) als unnachahmlicher Obergauner Fagan. Nun zeigt der geadelte Starschauspieler in „You kill me“ eine weitere Facette seines Könnens, genauer gesagt: Mit Sir Ben Kingsley steht und fällt die als „schwarze Komödie“ titulierte Filmarbeit von Regisseur John Dahl.

Kingsley gibt den Auftragsmörder Frank Falenczyk, der in Buffalo im Dienste der lokalen Polen-Mafia steht, welche den Schneepflughandel in der Stadt im Nordosten der USA kontrolliert. Unglücklicherweise hat der Killer ein veritables Alkoholproblem: Als er den Chef des rivalisierenden irischen Mobs um die Ecke bringen soll, schläft er, statt seinem Mordhandwerk zu frönen, seinen Rausch aus.

Selbstredend, dass Onkel Roman, der Clan-Boss, darüber not amused ist – und Frank postwendend nach San Francisco und zu den dortigen Anonymen Alkoholikern verfrachtet. Frank heuert dort – neben der entbehrungsreichen Entziehungsphase – bei einem Bestattungsinstitut an, auf dass er leichenmäßig nicht außer Übung komme.

Dort trifft er auf die resche Doris (Téa Leoni), die dem raubeinigen Säufer so etwas wie Liebe beibringt. Allerdings haben mittlerweile die O’Learys, der irische Konkurrenz-Clan in Buffalo, ihre polnischen Gegner dahingemeuchelt, und Frank, der trocken werdende Killer, muss wieder ins alte Metier zurück …

Wo Kingsley draufsteht, ist Schauspiel höchster Kunst drin: Auch wenn dieser Plot ganz und gar nach schwarzem Humor klingt, entwickelt der Hauptdarsteller daraus eine Charakterstudie, die sich sehen lassen kann. Das macht den eigentlichen Reiz dieser 90 Minuten aus: Anderswo als bei „You Kill Me“ wäre die Vorstellung, dass ein ausgefuchster Profi-Mörder sich dem Ritual der Selbstbezichtigung und -reflexion bei den Anonymen Alkoholikern unterzieht, eine urkomische Sache. Mit Ben Kingsley bekommt aber auch die Groteske einen Hauch Königsdrama.

Es ist diese Mischung aus hehrer Darstellung und abgefeimtem Drehbuch, die „You Kill Me“ zu einer unnachahmlichen Film-Mischung macht, der man am Ende auch manche Länge, die sich en passant eingeschlichen hat, zu verzeihen geneigt ist.

YOU KILL ME
USA 2007. Regie: John Dahl.
Mit Ben Kingsley, Téa Leoni. Luke
Wilson. Verleih: Polyfilm. 92 Min.
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