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Weiße Lilien - 35/2008

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Mensch, Frosch!

Von Jürgen Belko

„Der Film skizziert eine Welt, deren Bedeutung für die Hauptfigur und auch für den Zuschauer nicht mehr klar zu deuten ist“, umschreibt Regisseur Christian Frosch seinen filmischen Versuch, „Weiße Lilien“ in Wien sprießen zu lassen. Dass der österreichische Möchtegern-David Lynch die Handlung seines Genre-Kaleidoskops – eine Mischung aus Science- und Sozial-Fiction mit Mystery-Thriller-Elementen – ausgerechnet im Wohnhauskomplex von Alt Erlaa ansiedelt, kommt nicht von ungefähr. Frosch nutzt das Milieu dieser „Wohnmaschine“, um seine Protagonisten im, wie er es ausdrückt, „Widerspruch zwischen der klaustrophobischen Enge drinnen und der äußeren Überdimensioniertheit“ einzusperren: In „Neustadt“, wie die Wohnsiedlung im Film heißt, leben „die Auserwählten“ abgeschirmt von der feindlichen Außenwelt ihre Utopie von Sicherheit, bis sich der autarke Mikrokosmos für einige Bewohner zur tödlichen Falle entwickelt. Ähnlich ergeht es dem Zuseher, der sich in dieser cineastischen Versuchsanordnung zunächst in einem kammerspielartig inszenierten Psychothriller wähnt, bevor er in eine Zukunftsvision eintaucht, in der Innen- und Außenwelt verschmelzen. Auf sich gestellt, muss er einen sinnstiftenden Weg durch einen Orwell’schen Gesellschaftsutopie-Dschungel zwischen (Alb-)Traum und Wirklichkeit finden. Eine verstörende Irrfahrt, die trotz gelungener Bildästhetik à la David Lynch aus Frosch noch lange keinen Regie-Prinzen macht.

WEISSE LILIEN
A/D/LUX/H 2007. Regie: Christian Frosch.
Mit Brigitte Hobmeier, Martin Wuttke, Johanna Wokalek, Erni Mangold.
Verleih: Polyfilm; 96 Min.
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