Muriel, François und René waren mal so was wie Robin Hood. Sie verteilten gestohlene Pelzmäntel an das arme Volk von Marseille und sorgten so für etwas Freude. Nachdem sie bei einem Raubüberfall einen Juwelier getötet hatten, stellten sie ihre Raubzüge jedoch sofort ein und beschlossen, fortan getrennte Wege zu gehen und sich nie mehr zu begegnen. Doch eines Tages wird Muriels Sohn Opfer einer Entführung, und die Ex-Gangster müssen sich noch einmal zusammentun, um das nötige Lösegeld aufzutreiben. Robert Guédiguian hat mit „Lady Jane“ einen spannenden Krimi gedreht, der ein wenig an die Blüte des Film Noir erinnert. Auch wenn die Story recht konventionell ist, schafft der Regisseur doch eine Atmosphäre von großer Dichte, mit der er seine Geschichte gezielt vorantreiben kann. Allen voran ist diese Atmosphäre der Figur von Muriel (Ariane Ascaride) zu verdanken, die große Leinwandpräsenz zeigt. „Lady Jane“ ist altmodisch, in bester Tradition der französischen Krimis von früher, mit ein bisschen Sozialkritik, weil hier auch von den ärmsten Bevölkerungsteilen Frankreichs die Rede ist.
LADY JANE
F 2008. Regie: Robert Guédiguian
Mit Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan.
Verleih: Stadtkino. OmU 102 Min.