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Wo sind wir da gelandet?

Ich danke sehr für Ihren Artikel. Wie aber soll Bewusstseinsarbeit geleistet werden? „Jede Generation hat die Kinder, die sie verdient“ – vielleicht wäre das ein Denkanstoß für Eltern und Lehrer. Die gegenseitigen Schuldzuweisungen mögen ja teilweise stimmen, aber ändern natürlich gar nichts, sondern werden von der Jugend als faule Ausrede empfunden. Es muss auch leider gesagt werden, dass es einem großen Teil der Lehrer an Bildung und respektvollem Umgang fehlt! Darunter leiden die guten Lehrer, die älteren werden abgebrüht, die jungen passen sich an oder resignieren. Wenige haben das Glück, einen verständnisvollen Direktor zu haben, eine Schule, in der ein angenehmes Lernklima herrscht.
Meine Kinder hatten das nicht, es gab wenig wirklich gute Lehrer, ein Biologieprofessor wollte meinen ältesten Sohn in einen Vortrag mit dem Facharbeitsthema mitnehmen, aber da diese Fortbildungsvorträge für Lehrer waren, wurde es mit folgender Begründung nicht zugelassen: „Wo kommen wir da hin, wenn schon die Schüler die Lehrervorträge besuchen?“
Im Gegenzug habe ich selten einen Lehrer oder Professor im Konzert oder Theater gesehen. Der beste Lehrer ist gerade gut genug, es gibt viele Methoden – die Kunst ist, im entscheidenen Fall die die richtige anzuwenden. Statt dessen wird Zeit und Geld für Reformen und Wunderschulen investiert, um der Pisastudie gerecht zu werden. Wen wundert’s da, wenn die Kinder glauben, sie müssen Benetton-Klamotten tragen, damit ihr Image gerettet ist? Wo sind wir da gelandet? Da wurde „in den letzten Jahrzehnten gezielt untergraben“ und Augenauswischerei betrieben.
Ein großes Dankeschön an die Eltern und Lehrer, die es trotzdem immer wieder versuchen! Ja, ein ewig altes und immer wieder neues Thema. In diesem Sinne hoffe ich, dass die „Furche“ auch den Mut hat, neu altmodisch zu sein. Die Wirtschaft ist da, Bedürfnisse zu befriedigen, die Politik züchtet mit „-ismen“ Bedürfnisse, um Macht zu erlangen und Steuern einzutreiben. Es scheint mir bedenklich, wie viele das nicht sehen. In diesem Sinne bin ich immer wieder dankbar für die „Furche“.
Ich denke, Kinder sollten nach ihren Begabungen gefördert werden, und das wissen die Kinder sehr bald, viel früher, als angenommen wird. Das magische Wort „Matura“ bedeutet ihnen wenig – und dieses verstellt oft den Weg zum Ziel, nach der indiviuellen Ausbildung ergeben sich die weiteren Schritte meistens leicht. Seit alles in die AHS drängt, sinkt deren Niveau gewaltig. In die Möglichkeiten der Weiterbildung und Entwicklung zu investieren, ist doch sinnvoller, als mit einem neuen Schulsytem Hoffnungen zu wecken, die so einfach nicht zu erfüllen sind.
Anneliese Schuster
annelieseschuster@msn.com