Einzelnen Beitrag anzeigen
  #4  
Ungelesen , 14:37
Leserbrief Leserbrief ist offline
 
Registriert seit: 15.11.2007
Beiträge: 423
Schisma von oben

Wie Sie meiner Mail (s. u.) an die Bischöfe entnehmen können, spricht mir Otto Friedrich aus der Seele. Auf Anfrage teilte mir das Medienreferat der Bischofskonferenz fernmündlich mit, dass die Mail nicht an die Bischöfe weitergeleitet werden würde. Auch auf diese Art spaltet sich die Amtskirche vom Kirchenvolk ab.
Dipl.-Ing. Josef Ruffer
Diakon


2344 Maria Enzersdorf
, Erlaufstrasse 42
ruffer@aon.at

Liebe Bischöfe!
Laut Viktor Frankl gibt es nur zwei Rassen: die anständigen Menschen und die unanständigen. Ich meine, jeder anständige Mensch empört sich über die von der sozialistisch (nicht sozialen)-volksparteilichen (nicht christlich-sozialen) Regierung brutal durchgeführten Abschiebungen. Kirchlicherseits hörte ich bis heute nur Landau, Chalupka (ev.) und den designierten evangelischen Bischof Bünker protestieren. Wo bleibt Ihr geballtes Mahnwort, Ihre geballte Forderung? Denn „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ müsste doch als Ansporn, ja sogar als Auftrag gesehen werden. Im Hintergrund zu wirken wäre zu wenig. Wenn Sie tätig werden, dann sollten Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen, damit unsere Kirche als Dienerin an den Menschen erkennbar wird und wir uns nicht unserer Kirchenleitung schämen müssen!!!
Jesus hat den Steuereintreibern ihre Untaten vorgehalten, Johannes der Täufer dem Herodes. Es wäre eine nicht nur gute, sondern auch dringend nötige Tat in der Nachfolge Christi, die Verantwortlichen zur Beendigung ihrer Untaten und zur Wiedergutmachung nachhaltig aufzurufen.
Zu dem Scheinargument, Gesetze müssten vollzogen werden, ist zu sagen: Einmal schon hieß es: „Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben.“ Auch wenn unsere Fremdengesetze wirklich gut sein sollten, was ich bezweifle, sind sie jedenfalls nur an denen zu vollziehen, die nicht von dem von den miesen Regierungen Schüssel und Gusenbauer-Molterer verschuldeten Chaos betroffen sind. Beim Vorliegen von irregulären Verhältnissen kann ein Gesetz, das auf eine geordnete Verwaltung abstellt, nicht vollzogen werden. Die Voraussetzung ist aber nicht gegeben, wenn 30.000 Anträge jahrelang nicht bearbeitet wurden!
Es scheint mir so. als ließen Sie, unsere Bischöfe, Dir. Landau als Schlosshund bellen oder als Hofnarr seine Possen reißen, um sich selbst nicht die Hände schmutzig zu machen. Oder sollte vielleicht das amikale Verhältnis zu den ÖVP-Granden, Bundesbrüdern und Nachfahren von Aristokraten nicht getrübt werden?
Sollten nicht eigentlich nicht nur wir an der Front „missionarisch Kirche sein“ (Österr. Pastoraltagung, Jänner 2008), d. h. in der Nachfolge Christi den Menschen durch Verkündigung der Frohbotschaft Freude bringen und ihnen in der Not beistehen, sondern auch unsere Bischöfe, die, wie ich dem Faltprospekt entnehme, gar nicht zur Tagung eingeladen sind (Bischöfe sind nur für die Anfangs- und die Schlussliturgie und für zwei Vorträge vorgesehen)?
Jedenfalls brauchen wir christlichen Kirchen nicht wie die Regierungsparteien auf Stimmen aus dem blau-orange-braunen Lager schielen, sondern können frei nach unserem Gewissen entscheiden.
Ich ersuche Sie dringend, massiv und auf allen Ebenen und bei jeder Gelegenheit („ceterum censeo …“) gegen das hier nun täglich begangene himmelschreiende Unrecht aufzutreten, was allen anständigen Menschen ein brennendes Anliegen sein müsste. Es gibt nur eine wichtige Maßeinheit, und die heißt „Mensch“ (© Landau).