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Johann Wutzlhofer Johann Wutzlhofer ist gerade online
 
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Verantwortungsträger

Als beinahe 60jähriger, der eine ganz gute Pension erwartet, muss meine politische Wut selbst angesichts der nunmehr sichtbaren Hilflosigkeit sogenannter Verantwortungsträger nicht wirklich groß sein. Mein Vertrauen in einige Mitglieder der Bundesregierung ist jedoch endendwollend. Denke ich allerdings an die mögliche Wut gut verdienender – weil viel arbeitender – junger Menschen, denen das halbe Gehalt abgezogen wird, kann ich nicht verstehen, warum Verantwortungsträger nicht erkennen können bzw. wollen, wie sehr sie gefordert wären. Anstatt diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird von eingeschworenen parteitreuen, angeblichen Sachzwängen unterworfenen und von eben diesen und natürlich von Meinungsumfragen ferngesteuerten Funktionsträgern herumgetrickts, anstatt zukunftsfähige Politik machen. Was tun? Endlich die teuren Multifunktionäre in den Kammern, Sozialversicherungsanstalten abmontieren und die sündteuren Bundesländer durch eine Bundesstaatsreform für das Staatsganze erträglicher machen.
Junge Menschen bauen sich gerade eine Zukunft auf und müssen sehen, wie jene Mittel, um welche die Ernte ihrer Arbeit reduziert wird, eingesetzt werden für Zweit- und Drittgehälter von – zu einem nicht geringen Teil überflüssigen – Funktionären in Parteien, Kammern und Sozialversicherungsanstalten. Ein österreichisches Boulevardblatt zieht gegen die europäische Ebene vom Leder, während in unseren Sozialversicherungsanstalten, Kammern und Bundesländern jene Mitteln verschleudert werden, die von den jungen Menschen in gut geführten Unternehmen erarbeitet werden. Die Spitze der Heuchelei ist dann erreicht, wenn die Landeshäuptlinge als Oberkritiker auftreten. Wenn ich die Bezeichnung „Verantwortungsträger“ für Politikerinnen und Politiker verwendet habe, dann bedeutet dies nicht, dass ich diese pauschal mit diesem Ehrentitel auszeichnen will. Zu den nicht wenigen bloßen Funktionärskarrieristen haben sich nun auch parteihörige Karrieristinnen gesellt. Wenn ein HC Strache und ein Ing. Westenthaler – von denen ich manchmal den Eindruck habe, sie würden schlechtes Zeug zu sich nehmen, da sie bei allem, was sie von sich geben, kein Anzeichen von Nachdenklichkeit für Österreich erkennen lassen – durch diese feige Funktionärspolitik weiteren Auftrieb bekommen, ist mir doch ein wenig bange um Österreich, trotz unserer sehr guten Wirtschaftsdaten. Wir brauchen eine radikale Eingrenzung der Parteifunktionärsdemokratur zugunsten von mehr Bürgerdemokratie. Dies scheint mir jedoch nur durch ein Mehrheitswahlrecht umsetzbar.
Johann Wutzlhofer
7212 Forchtenstein