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Johann Wutzlhofer Johann Wutzlhofer ist gerade online
 
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Laienapostalot ohne Sanktus

Wir erleben doch aktuell wie es jenen "Propheten" ergeht die sich nicht an den direktiven des "Königshofes" orientieren, im Alten Testament können wir nachhaltig bekannt gewordene Menschen dieser besonderen“ psychischen Gestalt“ kennen und schätzen lernen. Der Kircheninsider und ehemalige Generalvikar der Erzdiözese Dr. Schüller wird von den Spitzen der Hierarchie behandelt, wie man eben Ungehorsame an den Königshöfen und der mittelalterlichen römisch - katholischen Kirche häufig behandelt hat. Diese Vorgangsweise hat die von Rom aus dirigierte – nicht wenige meinen: diktierte - Kirche nicht daran gehindert, solche Widerständler nach Jahrhunderten zu rehabilitieren, ja, sogar heilig zu sprechen, wie auch die Propheten des Alten Testamentes erst lang nach ihrem Tod „zu Ehren“ gekommen sind. Das eigenständige Denken ist in hierarchisch gegliederten Institution eine nicht allzu gern gesehene Eigenschaft. Und: Bis dorthin wo die gesamte Hierarchie „umgedacht“ hat, dauert es eben seine Zeit. Nicht selten machen Lebensbeweise der nachfolgenden Jahrhunderte – siehe: Galileo Galilei – die Rehabilitierung sogar erforderlich, da das Gedächtnis der Zeitgenossen nun weit zurück reicht und die Macht zum fälschen der Geschichtsbücher nicht mehr vorhanden ist.

Aber auch nicht wenige Laien in der Kirche, die in dieser - auf Anpassung konditionierten - Denkweise sozialisiert sind , sehen Dr. Schüller als eine Person die sich "bloß selbst profilieren will, weil er nichts geworden ist", wenn nicht sogar als „Verräter an der Gesinnungsgemeinschaft die ihm bisher alle Möglichkeiten geboten hat“. Das sind die in einer Demokratie –neben der Aberkennung eines Titels, der in einer jesuanischen Kirche ohnehin nichts verloren hätte – noch möglichen „Folterwerkzeuge“, welche die Psyche eines „geistigen Dissidenten“ nachhaltig beinträchtigen können. Dr. Schüller scheint diese Methoden und auf die Folgen seiner Handlungen gut einschätzen zu können, er hat offensichtlich die psychische Struktur eines „Propheten“ von jener „Sorte“, die sich den direktiven des Königshofes nicht unterordnet. Zugegeben, verglichen mit jenen Folterwerkzeugen die unsere liebe Mutter Kirche in vergangenen Jahrhunderten gegen Psyche und damals auch Physis der Dissidenten , die in der Folge zu Delinquenten wurden, zur Verfügung hatte, sind die aktuell möglichen Folterwerkzeuge ohnehin „humane“ Mittel um die „aus der Reihe getretenen Rebellen“ wieder auf Linie zu bringen.

Nun, immer mehr Katholiken hatten seit dem Entstehen moderner Medien die Möglichkeit die Vergehen der römischen Kirche in Vergangenheiten zu sehen. Viele Laien fragen sich – nachdem sie sich auch persönlich und nicht nur mittels Auslegung in den gottesdienstlichen Predigten mit der Bibel und vor allem dem neuen Testament auseinandergesetzt haben – wie es nach dem Lebenszeugnis des Religionsstifters Jesus von Nazareth der später zum Christus wurde, zu dieser Prostitution der Kirche mit der Macht kommen konnte. Fragt man sich als römisch – katholisch getaufter und bekennender Christ dann auch noch was wohl Kardinal Franz König mit dem Satz „Wir müssen zurück hinter die konstantinische Wende“ gemeint hat und kommt in der Folge zum Schluss, die römisch katholische Kirche wäre bereits ab dem 4. Jahrhundert n.C. in eine falsche Richtung abgezweigt, dann taucht schon die Frage auf, ob die eigene Energie nicht doch besser beim Engagement für die materielle, psychische und spirituelle Not der Menschen in der Nähe besser aufgehoben ist als beim Anrennen auf eine klerikale Hierarchie die sich in hohem Maß einem Kultpriestertum hingibt und sich auf die "Spende der Sakramente" konzentriert, die Caritas und den Widerstand gegen die Machtträger der Zeit in Politik und Ökonomie, die Jesus vorgelebt hat, überlässt der hohe Klerus einigen engagierten Geweihten (Landau, Pucher…) aber in der Mehrzahl ohnehin den Laien.

Dazu, was laut DREWERMANN den Klerikern in der r.k. Kirche abgeht: „Der Mut zur persönlichen Meinung, die Ehrlichkeit des freien Denkens, das Recht aus Erfahrungen im Umgang mit Menschen zu lernen und, wenn nicht anders möglich, die Kraft zum Widerspruch zugunsten der Wahrheit.“ Und: „Der Anspruch auf eine unüberbietbare, letzte, exklusive Wahrheit gehört zur Form jedes ideologisch fixierten Denkens, das, statt von lebendigen menschlichen Erfahrungen, von der Absolut Setzung der eigenen Inhalte ausgeht.“
Was uns jedenfalls bleibt ist, darauf zu hoffen dass „Gott“ auch in unserer römisch – katholischen Kirche „auf krummen Zeilen gerade schreibt“. Obwohl Bischof Krenn die Position vertreten hat es gäbe „ohne Kirche keinen Gott“, glaube ich an einen Schöpfergott der uns Menschen braucht.
Johann Wutzlhofer, Forchtenstein, Bgld.