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43/2013 - Gemischte Heimatgefühle
  #1  
Ungelesen , 11:38
Gemischte
Heimatgefühle

Die Österreicher sind Patrioten. Doch was macht Österreichs Identität aus?
Und welche Dosis Patriotismus ist gesund? Ein Streifzug zum Nationalfeiertag.


Wer bin ich – und wenn nein, woher?
Wer braucht heute noch Patriotismus?
Zwischen Tempel und Fußballplatz





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  #2  
Ungelesen , 18:25
Musikant Musikant ist offline
 
Registriert seit: 18.04.2009
Beiträge: 43
Als naive Oberösterreicherin kann man ja die spezielle oberösterreichische Mentalität nicht wahrnehmen, weil man sich einfach nur normal findet und erst anderswo gewesen sein muss, um festzustellen, dass es nicht selbstverständlich ist, zu meinen, was man sagt und zu sagen, was man meint, und dass das Leben nicht unbedingt in erster Linie so ernst sein muss.
Nachdem ich in die Theaterstadt Wien übersiedelt war, wo für alles Denken, Reden und Tun ungeschriebene Regieanweisungen existieren, die man erst mühsam erraten muss, da wurde mir klar, dass man mit der Völkerverständigung innerhalb Österreichs ganze Fernsehformate füllen könnte.
Nun hat mit Doris Helmberger zum Glück eine Journalistin sich ansatzweise dieses Themas angenommen und plädiert für mehr gegenseitiges Kennenlernen. Ein paar weitere Anregungen dazu:
Die Freiheitsliebe der Tiroler überrascht nur die Ostösterreicher, die ihre eigene Obrigkeitshörigkeit gerne auf ihr gesamtes Österreichbild übertragen. Wer aber traditionell jedes Jahr monatelang auf stolzer Höhe eingeschneit war, der hat es sich abgewöhnt, auf Anweisungen von außen oder gar von oben zu warten. Umso mehr hypertrophiert in solcher Einsamkeit das Zugehörigkeitsgefühl zu etwas Größerem. Die Heiligkeit des Tirolerlandes hatte schon immer viel mehr damit zu tun als mit Religion.
„Hör auf, sonst werd i steirisch!“ ruft ein Oberösterreicher aus, wenn er angesichts eines lästigen Gegenübers die Contenance zu verlieren droht. Was dieses "steirisch" bedeutet, erspüre ich erst langsam, seit ich mich im äußersten Südosten Österreichs angesiedelt habe.
100 km westlich von mir verläuft die Reservatsgrenze zum letzten Naturvolk Österreichs mit seinen schamanisierenden Bürgermeistern. Dort hat das Christentum nie so richtig verfangen, und die Beziehung zur vielbesungenen Landschaft mit ihren stillen Seen, Nachtigallen und Dirnlen auf den Almen ist eine magische geblieben.
Unser Land im Herzen Europas ist ist ja schon die EU im Kleinen!
Elisabeth Ertl

Geändert von Musikant ( um 09:45 Uhr).

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