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Auferstehung des Fleisches?
  #1  
Ungelesen , 13:54
Hermann Major Hermann Major ist gerade online
 
Registriert seit: 05.11.2007
Beiträge: 2
Betrifft: Es ist aus. Von Michael Köck, Nr. 44, S. 2
Danke für oben genannten Beitrag. Ich gehe einmal davon aus, dass er ähnlich wie die Artikel von Paul Weß einige Reaktionen hervorrufen wird.
Da ich die Gedanken von Köck sehr interessant finde und sie manche meiner eigenen Gedanken weiterentwickeln, würde ich gerne eine Fortsetzung dieses Artikels in einer weiteren Ausgabe der „Furche“ lesen, der beispielsweise folgende Fragen beantworten sollte: Wie ist sein Modell mit der katholischen Lehre der „ressurectio carnis“ kompatibel? Wie geht dieses Modell mit der Zusage Jesu an den einen Schächer „Heute noch wirst Du mit mir im Paradies sein“ um? Was bedeutet das nach Köck für den anderen Schächer? Welche Bedeutung haben in diesem Modell die Gebete für die Verstorbenen?
Ich denke, dass diese Fragen auch andere Leser beschäftigen könnten und würde mich freuen, in der „Furche“ weiter darüber zu lesen.
Hermann Major

Geändert von Leserbrief ( um 17:11 Uhr).
  #2  
Ungelesen , 09:32
pmkoeck pmkoeck ist gerade online
 
Registriert seit: 06.11.2007
Beiträge: 2
Andeutung einer Antwort

Nur kurz eine Andeutung einer Antwort:
„Auferstehung des Fleisches“ bedeutet für mich: Die gesamte Dimension meiner leiblichen Existenz, jede Facette meines irdischen Daseins, auch der unscheinbarste Moment meines Lebens, vorstellbar als „Folie“ auf einem Overheadprojektor, wird von Gottes Liebe „durchleuchtet“ und auf einer „anderen Ebene“ – auf der überzeitlichen Ebene der Ewigkeit Gottes – aufs Neue zum „Leuchten“ gebracht. In einem für uns unvorstellbaren „Zugleich“. Unsere Vorstellungen von diesem „Zustand“ bleiben immer gebunden an unsere raumzeitlichen Bedingungen, ähnlich wie unsere Gottesvorstellungen (vgl. die Metapher von der „Processio“ des Geistes aus Gott Vater bzw. Gott Sohn, die auch ein „Vorher“ und „Nachher“ impliziert; vgl. ferner Aristoteles, Über die Seele III,7: Der Mensch kann nie ohne „Phantasma“, d.h. Rückbezug auf die Sinnlichkeit, denken).
Das „Heute noch im Paradiese sein“ könnte gedeutet werden als zeitgebundene, historische Vorstellung vom Jenseits, die der Mensch Jesus Christus einfach als Kind seiner Zeit übernimmt – ganz unvereinbar mit der anderen, von mir angedeuteten Vorstellung ist diese Ausdrucksweise ja nicht, da das „Heute“ als „Ewiges Heute Gottes“ gedeutet werden könnte. Mit dem Tod des Menschen ist sein zeitliches Hintereinander-Leben „voll-endet“, zu Ende, aber auch mehr oder weniger „voll“ (beim rechten Schächer „voller“ als beim linken?), und wird von Gott auf die oben erwähnte „andere Zugleich-Ebene“ projiziert.
Das Gebet FÜR die Verstorbenen könnte als Bitte an Gott gedeutet werden, aus der genannten „Lebensfolie“ die dunklen Flecken zu tilgen, die das „Licht“ der Liebe Gottes am Durchscheinen und damit die Projektion meines „Lebensbildes“ auf die „andere Ebene“ behindern. Das Gebet ZU den Verstorbenen, insbesondere zu den Heiligen Gottes, kann ich mir nur über eine besondere Vermittlung Gottes vorstellen, der die unzählbaren zeitlich „zugleich“ geäußerten Wünsche der Lebenden entsprechend „koordiniert“ und den jenseits von Raum und Zeit Weilenden übermittelt.
Übrigens plädiere ich nicht einfach und schlechthin für ein Ernstnehmen des „Dieseits“, sondern vertrete letztlich eine viel radikalere „Jenseitsvorstellung“ als jene, die ein zeitliches Fortleben nach dem Tod annehmen und damit meines Erachtens viel mehr im Diesseits verhaftet bleiben, als ihnen wohl bewusst ist.

MfG
P. Michael F. Köck, mfkoeck@gmx.at

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