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„Das Leid ist der Fels des Atheismus!“ (Feuerbach)
  #1  
Ungelesen , 16:21
tacitus tacitus ist gerade online
 
Registriert seit: 28.01.2010
Beiträge: 1
Betrifft: Gott – unser Verhängnis? (Kolumne von Heinz Nußbaumer, Nr. 4, 28. 1. 2010, S. 10)

A. Camus schreibt in der „Pest“: „Ich werde nie einen Gott akzeptieren, der zulässt, dass in seiner Welt Kinder gemartert werden!“ – Alles, was der Autor Nußbaumer zum Leid der Haiti-Opfer (Kinder) schreibt (oder auch Toni Faber im Sonntags-„Kurier“), ist hohle Phrase aus der warmen Stube. Haiti-Beben und alles andere Leid der Welt ist mit dem biblischen Gott nicht vereinbar: „Ohne den Willen meines Vaters fällt nicht einmal ein Haar von deinem Kopf!“ (Mt) Es gilt – wie bei Camus – nur die Revolte: Sich nicht abfinden mit dem Leid, schweigen und helfen. Alles andere ist Zynismus.
  #2  
Ungelesen , 11:50
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Registriert seit: 15.11.2007
Beiträge: 423
Sehr geehrter Herr Mag. Pammer,
Ihre Reaktion auf meinen Kommentar habe ich mit großem Interesse gelesen. Was mir daran gefällt: „Sich nicht abfinden mit dem Leid – schweigen und helfen“. Das versuche auch ich – u. a. als Vorsitzender des größten SOS-Kinderdorfs in Europa.
Was mir nicht gefällt: „Alles andere ist Zynismus“. Vielleicht verstehe ich diesen Satz und seinen Kontext nicht. Aber es muss irgendeinen Grund haben, warum jede wissenschaftliche Untersuchung ergibt,
• dass religiös engagierte Menschen generell einen weiter ausgreifenden Solidarkreis haben;
• dass sich in unserem Land beinahe nur noch die religiös geprägten Medien (ORF-„kreuz&quer“, „kathpress“ – und natürlich die FURCHE) um Empathie und Nähe mit Menschen in Afrika, Lateinamerika usw. kümmern;
• dass Xenophobie und Ausländerfeindlichkeit (Strache samt Kreuz zum Trotz) erwiesenermaßen in religiös geprägten Bevölkerungsschichten am geringsten ausgeprägt sind usw. usw.
Im übrigen habe ich in meinem Kommentar nicht verschwiegen, wie unlösbar die alte Theodizee-Frage ist – auch in Haiti. Wörtlich steht dort: „Wo war Gott in Haiti? Nur im Wunder der Überlebenden? Oder auch im Beben? Die Antwort ist schwierig.“
Gottseidank leben wir ja heute in einer Zeit,
• in der ich meinen Glauben nicht nur als „hohle Phrase in der warmen Stube“ leben darf
• und Sie ihn – wie Camus – nicht akzeptieren müssen.
Damit wir uns diese zivilisatorische Errungenschaft erhalten, ist Diskussion immer gut und wichtig, aber Respekt vor der Überzeugung des Anderen notwendig.
Mit freundlichen Grüßen
Heinz Nußbaumer

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