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Zur Beschneidungsdebatte
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Ungelesen , 16:57
franzstrasser franzstrasser ist gerade online
 
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Die Furche hat zwei Stimmen zur Beschneidung gebracht, einmal von Prof. Martin Jäggle, v. 2. 8., dass die Diskussion anscheinend an der „Realität vorbeigehe“, denn es ginge ja um eine immer wieder neu auszutarierende Güterabwägung zwischen Grundrechten eines säkularen Staates und dem Grundrecht der Religionsfreiheit, und da dürfe man die Religion nicht von vornherein diskriminieren und abkanzeln …….; die zweite Stimme von Prof. Paul Weß v. 30. 8., sie überträgt die Beschneidung auch auf die Symbolik der Taufe, dass es ja nicht primär um die körperliche Integrität des Kindes gehe, sondern zuerst ginge es um die Religionsfreiheit des Kindes selbst, wodurch implizit jetzt auch die Taufe der Christen auf den Prüfstand stehe; abgesehen, dass sich seit Augustinus vieles geändert habe, so ist offensichtlich die Religionsfreiheit für diesen Menschen, der als kleines Kind getauft wird, nicht mehr gewahrt, ergo solle mit der Taufe bis zu einem mündigen Alter gewartet werden…….. Meines Erachtens sind beide Meinungen rein von einem gewissen legistischen Standpunkt aus gesehen, aber eine rationale Begründung fehlt! Es kann von der Vernunft her kein Freiheitsrecht zur Beschneidung geben, und mit Verlaub gesagt, haben hier Judentum und Islam eine Religionskritik notwendig, die spätestens seit Jesaia in der Bibel selber steht. Zur Taufe, die P. Weß ebenfalls in dieses Fahrwasser zu ziehen versucht, die Taufe kann doch nicht bedeuten, dass damit der Sinn der Taufe erst durch das kommunikative Geschehen dessen, was als „Religionsfreiheit“ festgesetzt wird, definiert wird. Die Unterscheidung einer zu gewährleistenden Religionsfreiheit würde ich selbstverständlich auch für jeden Täufling in Anspruch nehmen, denn die Taufe ist kein Zwang einer künftig zu befolgenden Lebensform, vielmehr die freie Einladung, in der Nachfolge JESU das gerechte und gute Leben zu finden. Dank der Gnade hat die Taufe ihren Sinn und ihre Kraft; das deutende kommunikative Geschehen der kirchlichen Vermittlung und die gesellschaftliche Wahrnehmung schaffen nicht selbst den „unauslöschlichen Charakter“ und sind als solche sekundär. Die Taufe konstituiert geradezu (dank der Gnade) die Differenz und höhere Sinnmöglichkeit, die höchste „Religion“, ich meine, ein erlöstes Leben in der Nachfolge Jesu, als frei wählbar zu erkennen. Dank des Christentums ist diese Erkenntnis in die Geschichte eingetreten und kann nicht beliebig unterschritten werden. Das Beschnittensein ist per se noch keine höhere, gnadenhafte Sinnmöglichkeit, nur soziales Derivat und Auszeichnung einer Mitgliedschaft.
MfrGr, Franz Strasser, Altheim, fr.strasser@eduhi.at
2. 9. 2012

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