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Die Wunden der Welt
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Ungelesen 27.12.2013, 08:45
mitkarl mitkarl ist offline
 
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Beiträge: 7
Um den Finanzsektor davor zu bewahren, sich an den von ihm verursachten Schäden zu beteiligen – am Beispiel Finanzmarkttransaktionssteuer deutlich zu belegen – kann die Empörung nicht groß genug sein, was die Einseitigkeit und intellektuelle Skrupellosigkeit der Lobbyisten anrichtet. Die derzeitigen Politeliten in Österreich, Europa und weltweit haben nicht den Mut, die Finanzmärkte zu beschränken und ihre Liquidität zu vermindern! Im Gegenteil, derzeit finden im Geheimen(!) Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa statt (TTIP), die dann den Vorrang der Privatisierung (wie z. B. Wasser) in den EU-Gesetzen festschreibt und auch von den weltweit agierenden Konzernen rechtlich durchgesetzt werden kann. Und das alles ohne demokratische Legitimation!

Um wirtschaftliche Stabilität zu erzielen, muss zusätzlich eine weitere wesentliche Wurzel der Krise beseitigt werden: die Ungleichheit. Durch die stärkere Zusammenballung großer Vermögen entsteht auch eine Machtballung, die insbesondere die Wirtschaftspolitik stark in ihrem Sinne beeinflusst. Der Reichtum erzeugt somit jenseits aller ökonomischen zusätzlich noch politische Vorteile, so dass die glücklichen Eigentümer sicher sein können, dass ihnen ihr Reichtum auch erhalten bleibt. Wenn das alle verstanden haben, dass nämlich wirtschaftlicher Aufstieg ein Traum bleibt, und sich Resignation und Frustration ausbreiten, bemühen sich die meisten Menschen nicht mehr und der wirtschaftliche Erfolg und die Dynamik für die gesamte Wirtschaft sinken, welche gerade durch diese Anstrengungen hervorgebracht werden, und die daher belohnt und gepflegt werden müssen. Dies gilt nicht nur für Spitzenleistungen, sondern es gilt für Leistungen auf allen Ebenen. Jeder, der sich anstrengt und sich um eine bessere Tätigkeit bemüht, muss die Chance auf eine Belohnung bekommen. Sowohl Ökonomen wie Politiker haben immer nur betont, dass der Arbeitslose sich anstrengen müsse. Den Reichen als vermeintlichen Leistungsträgern der Gesellschaft erleichterte man hingegen das Leben durch Steuer- und Abgabenvorteile, die – selbstredend – zugleich die Staatsfinanzen belasteten und den Handlungsspielraum des Staates stark verringerten, Chancen für Wachstum und Beschäftigung für genau jene zu schaffen, die sich (wirklich) anstrengen: Die Ungleichheit nahm zu und die Wachstumsperspektiven nahmen ab. Besonders auf der kommunalen Ebene verfällt die Infrastruktur. Legal erworbenes Vermögen ist noch lange kein legitimiertes Vermögen! Ohne Legitimation bleibt materieller Reichtum schlicht ein ungerechtfertigtes Privileg. Es ist eine Gratwanderung, einerseits die Notwendigkeit der Ungleichheit zu verringern, andererseits die notwendige Spreizung von Einkommen zu bekommen, um Leistungsanreize zu erhalten.

PS: Wie leicht wäre es doch, unseren Nächsten zu lieben, wenn er nicht soviel Ähnlichkeit mit uns hätte (Oskar Kokoschka)

Herzlichen Gruß
Karl Mitterer, Michaelsdorf 18, 9431 St. Stefan/Lav.

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