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A g'sunde Watschn
  #1  
Ungelesen , 09:04
RolandWieser RolandWieser ist gerade online
 
Registriert seit: 16.03.2009
Beiträge: 29
„Wennst ka Ruh gibst, dann kriegst a Watschn“, hörte ich einen älteren Bayern im Zug granteln. Und dann war auch a Ruh, denn der Jungster, der gerade noch seine nervige Handymusik auf volle Lautstärke gedreht hat, tat danach keinen Mucks mehr.
Nun, nicht dass ich solche Androhungen für pädagogisch lehrrreich empfinde, aber wirken tuts – und außerdem waren solche Sprüche noch vor wenigen Jahrzehnten durchaus üblich.
Vielen heute über 40-Jährigen sind sicher ähnliche Sätze noch aus der Kindheit in Erinnerung. Von einer „gsundn Watschn“ sprach man damals, und es war auch nicht selten, dass es in der Öffentlichkeit ungeniert Ohrfeigen hagelte.
Ja, damals war vieles anders, und es hat sich Gott sei Dank auch vieles geändert. Beispielsweise war der Griff eines Wirtshausbesuchers auf den Hintern der Kellnerin nichts Außergewöhnliches. Und wurde ein Mädchen vergewaltigt, murmelten die Leute leider nur allzuoft: „Die hat den Jungen ja provoziert.“
Die Zeiten der härteren Nachkriegsgeneration sind nun schon vorbei, und die Moralvorstellungen haben sich gewandelt. Doch nach wie vor finden es die liberalen Medien lukrativ im alten Müll zu wühlen und fälschlicherweise die damaligen Handlungen der Ethik der Jetztzeit gegenüberzustellen.
Diese Vergleiche werden vorwiegend von liberalen Autoren benutzt, um der sozialen Kirche zu schaden, deren Verfehlungen sicher nicht in der Vergangenheit liegen, die aber dem Tanz um das goldene Kalb leider zu lange zusah!
  #2  
Ungelesen , 17:15
Musikant Musikant ist offline
 
Registriert seit: 18.04.2009
Beiträge: 43
Zwischen Watschen und Kinderschändung besteht allerdings ein fundamentaler Unterschied! Wahrscheinlich kommen Watschen, die tatsächlich gesund sind, auch heute noch vor; wann so etwas gesund ist und wann nicht, lässt sich nur leider nicht per Gesetz definieren, daher hat man Gewalt in der Erziehung zu Recht sicherheitshalber vollends verboten.
Kinderschändung galt umgekehrt auch früher schon als das abscheulichste Verbrechen überhaupt. Der "schwarze Mann", vor dem die Kinder sich hüten sollen, ist ein uraltes Bild! Selbst in der Häftlingshierarchie standen die Kinderschänder ganz unten, tiefer als die Mörder. Sie galten als niederträchtige Feiglinge. Genau aus diesem Grund war ja die Versuchung der Kirche so groß, diese Verbrechen wirksam zu vertuschen. Ihr Publikwerden war und ist eine Existenzfrage für die Institution. Da lässt sich zu Gunsten der Kirche noch eher damit argumentieren, dass im Zuge der sexuellen Revolution zuweilen jedes Maß verloren war, und dieser Einfluss auch auf Priester übergegriffen hatte.
Dass es in absoluten Zahlen unvergleichlich mehr Missbrauchsfälle in den Familien gibt als bei Kirchenpersonal, das kann nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass es unter Zölibatären prozentuell mehr Pädophile gibt als in der Gesamtbevölkerung!
Schließlich arbeitet Felix Mitterer in seinem Einakter "Die Beichte" einen weiteren Punkt heraus, der in diesem Zusammenhang diskutiert werden sollte: Missbrauch wird gewissermaßen sozial vererbt. Kinderschänder sind häufig selber Missbrauchte, und oft steht am Beginn der Kette ein Priester, der sich leiblich nicht fortpflanzen darf, und der sich stattdessen im sexuellen Vergehen verewigt.
Das sind die Dinge, denen die Kirche sich jetzt stellen muss!

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  19:41:32 07.13.2005