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An die Pfarrerinitiative, offener Brief
  #1  
Ungelesen , 15:54
Erhard Mayerl Erhard Mayerl ist gerade online
 
Registriert seit: 21.03.2012
Beiträge: 1
An die Pfarrerinitiative
Liebe Pfarrer, liebe Mitbrüder,

„Rom muss sich bekehren…es ist unsere Pflicht, fortwährend hinzugehen und in Rom an die Tür zu klopfen und nicht zu bitten, dass wir eintreten dürfen – denn wir sind ja drin – sondern zu bitten, dass sie sich bekehren!“ – Eine Pfarrerinitiative? – Weit gefehlt! So spricht der Chef der Pius-Brüder!... Aber warum komme ich zuerst auf den Gedanken, das kann ja nur…? - Weil es in meinen Ohren bei Euch ebenso klingt: Wir haben recht! Und das in allen Punkten – Rom und die Bischöfe müssen sich bekehren, und zwar total und sofort und auf allen Linien! Wundert Ihr Euch, dass von Seiten der Bischöfe „vorwiegend Zurückhaltung, bisweilen auch heftige Ablehnung“ kommt? Ich verstehe und teile Eure/unsere Besorgnisse fast vollinhaltlich. Ich kann auch Euren Frust nachvollziehen, weil es scheinen muss, Ihr werdet höflich angehört aber einfach nicht gehört. Es ist keine Zeit mehr zu verlieren, und so scheinen „schrille“ Alarmtöne nötig. Aber dennoch: mit dem Stil Eurer Erklärung macht Ihr es den Bischöfen und dem Papst erst recht unmöglich, mit Euch ein Gespräch aufzunehmen. Eine echte Diskussion muss „ergebnisoffen“ sein! Doch diesen Spielraum lasst Ihr Euren (bisher leider nur potentiellen) Gesprächspartnern nicht. Und außerdem sind bekanntlich „die Dinge kompliziert“; und jedes Ding hat zwei oder gar mehrere Seiten!
Pfarrer Gerald Gump titelt seinen Beitrag im Mitarbeiterorgan der Erzdiözese Wien „In der Spur Jesu bleiben“. Genau darum geht es, und an dieser Spur müssen wir unsere Spuren messen. Aber wenn Pfarrer Gump nun schreibt, er könne sich nicht vorstellen, dass die Pfarrer-Initiative ihre Forderungen "aufschnürt oder mit geordneten Prioritäten in einen Verhandlungsprozess einsteigt – am Marktplatz der Diskussion z. B. Laienpredigt gegen Frauenpriestertum ablösen lässt. Aus Diplomatie beim Beschreiben der Sorgen im Volk Gottes unwahrhafte, aber verhandlungstechnisch schlaue Kompromisse einzugehen, wäre nicht die Art Jesu“… Ist wirklich jeder Kompromiss „unwahrhaft“ und nur „schlau“? – Pfarrer Gump bezieht sich in seinem (im Übrigen sehr lesenswerten) Beitrag auch auf die Apostelgeschichte. Nun, die Ergebnisse des Apostelkonzils (Apg 15 – bes.v. 29) waren ein aufgelegter Kompromiss zwischen Juden- und Heidenchristen: „Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht sind zu meiden“. „Blut, Ersticktes“…das war für die Heidenchristen gewiss unverständlich, aber sie respektierten die Sensibilitäten der Judenchristen und wollten ihnen einfach nicht aufzwingen, was für sie ein Gräuel war. Und das war doch gewiss im Sinne Jesu! (Zum Tempelreiniger hatte wohl nur er selbst das Zeug – und das Recht.)

Zurück zu den Pius-Brüdern: „Rom muss sich bekehren“; zurück vor das Konzil! Vergesst die vielen nicht, die – mehr oder weniger weit gehend – in diese Richtung denken. Es sind nicht wenige; und sie sind überzeugt und kämpferisch. Ein Blick in ihre Homepages genügt! Und dazu ein Blick in Euer Kontakt-Link: Blogger gegen Blogger; und die sind auf beiden Seiten nicht zimperlich – Eure Kompromisslosigkeit in Ehren – aber s o führt sie nicht wirklich weiter; - schlimmer: sie vertieft die Spaltung, schürt den Hass unter Christen; macht das Gespräch unmöglich und bringt uns in die Gefahr des Schismas!
Bleibt dran, benennt die drängenden Anliegen, protestiert beharrlich, aber provoziert nicht unnötig! Und bleibt dabei auf der Spur Jesu. Auf ihr braucht man einen langen Atem. Es ist die Spur der Bergpredigt: „Selig, die keine Gewalt anwenden, sie werden das Land besitzen!“

P. Erhard Mayerl OFMCap (Jg. 1932)
Parochus (et decanus) emeritus
(Linz-Mitte in den 70er-Jahren. Schon gar nicht mehr wahr...)
erhard.mayerl@kapuziner.org
  #2  
Ungelesen , 19:44
antonschwarz antonschwarz ist gerade online
 
Registriert seit: 02.07.2009
Beiträge: 5
Hass und Toleranz

P. Mayerl schreibt in seinem Leserbrief von Kompromisslosigkeit und Hass unter Christen. Da muss man doch wohl einiges ein wenig unterscheiden. Den „reformorientierten“ Christen geht es um Fragen der Organisation und der Pastoral, um bei gegebenem Priestermangel und der damit einhergehenden Erosion der Zahl aktiver Katholiken den für sie offensichtlichen Niedergang des pfarrlichen Lebens – nicht nur, aber besonders in den Großstädten – zu begrenzen und auf eine neue, gangbare Basis zu stellen. Kernfragen des Glauben oder der Konzils werden von ihnen nicht in Frage gestellt. Unter ihnen herrscht auch eine Geisteshaltung des „Leben-und-Lebenlassens“. Niemand hat etwas dagegen, wenn die „Konservativen“ – „die anders denken“ - ihre lateinischen Messen feiern, mit von ihnen abgewandten Priestern und Mundkommunion. Es wird nur eine ähnliche Toleranz gegenüber den eigenen Vorgehensweisen erwartet. Das ist aber leider nicht der Fall. Das zitierte Beispiel der Pius-Brüder zeigt, dass es diesen „Konservativen“ um mehr geht, als um zeitgemäße Formen der Pastoral. Und was den Hass betrifft: wer sind den die „Vernaderer“, die jede ihnen Suspekte Regung der „Reformorientierten“ hinterrücks sofort in Rom anzeigen? Die sich ihrer guten Kontakte zu Rom brüsten und, wie der verhinderte Linzer Bischof Wagner, selbst zugeben, „hinter vorgehaltener Hand“ und nicht mit offenem Visier zu agieren. Damit haben diese Kreise schließlich sogar den verdienten Bischof Aichern in Linz zur Resignation gezwungen. Da auch Jesus ein Reformer der zu seiner Zeit herrschenden Zustände war, sind die „reformorientierten“ Christen, die ihre Anliegen trotz ständiger Zurückweisung durch die Hierarchie in großer Geduld seit vielen, vielen Jahren friedlich vorbringen, sicherlich auf der Spur Jesu!
  #3  
Ungelesen , 21:07
Soyka Soyka ist gerade online
 
Registriert seit: 31.01.2008
Beiträge: 30
Zweierlei Jesus-Nachfolge ?

Auf der "einen Seite" heißt es anscheinend:

"Je intensiver du den religiösen Oberen die Leviten liest und ihre hohepriesterlichen Vorschriften übertrittst, desto getreuer folgst Du Jesus nach" ("Basis im leidvollen Widerstand gegen das Pharisäertum").

Und auf der "anderen Seite" heißt es anscheinend:

"Einer muss doch wie ein friedlicher Schiedsrichter ganz oben leiden, damit einander die unterschiedlichen Orden, Movimenti, Landeskrichen usw. nicht gegenseitig als Sekten vernichten" ("Gemeinsame Hierarchie vermeidet Religionskriege").

Schließen diese beiden Haltungen einander aus ? Ist eine von beiden unchristlich ?
Oder sind sie einander wechselseitig bedingende Pole ?
  #4  
Ungelesen , 18:54
Soyka Soyka ist gerade online
 
Registriert seit: 31.01.2008
Beiträge: 30
Als "mein" Leserbrief wurde ein veränderter (!) Text gedruckt.

Als "mein" Leserbrief wurde eine veränderte (!) Aussage gedruckt:

Z.B. wurde aus meiner Frage-stellung (in der Überschrift)

Zweierlei Arten der Jesus-Nachfolge? (mit Fragezeichen)

durch die Redaktion eine "Feststellung" gemacht:

Zweierlei Arten der Jesus-Nachfolge.

- Ich erlaube mir die Feststellung, dass dies eine VERÄNDERTE Aussage ergibt gegenüber der von mir verfassten (übrigens auch - weniger deutlich - in weiteren fünf veränderten "kleinen" Leserbrief-Details).

Redaktions-Motto "den inhaltlichen Unterschied bemerkt der Textverfasser eh selber nicht" ??

Und ich mache hier darauf aufmerksam, dass solche "Frisur" meiner Texte auch schon in der Zeit meiner redaktionellen Furche-Beiträge vorkam: Unter MEINEM Namen wurden damals redaktionell unnötigerweise veränderte Texte veröffentlicht - z.B. mit polemisch gegenüber meinen Komponisten-Kollegen zugespitzten Formulierungen - wonach die Kollegen mich damals fragten, wozu ich sie denn attackieren wollte ...

Tut mir leid für diese meine heutige Wortmeldung: Wahrheit sollte frei machen dürfen.

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  20:09:45 07.18.2005