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Zehn Minuten Stern-TV relativieren den Gestank des eigenen Daseins.
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Ungelesen , 14:46
Andreas P. Tauser Andreas P. Tauser ist gerade online
 
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Ach, was sind wir doch betroffen…
Zehn Minuten Stern-TV relativieren den Gestank des eigenen Daseins.

Dreizehnjährige erschießen sich mit den Waffen ihrer Eltern. Fünfzehnjährige krepieren in Bahnhofstoiletten am Goldenen Schuss. Und der Staat? Reagiert. Auf gewohnt weltfremde Weise: Wir Bürger starren in fast schon Vera Russwurm-perversgieriger Manier auf Täter und Betroffene und geben den Medienhyänen dadurch vergoldete Existenzberechtigung.

Und des Pöbelvolkes Rufe, des Gesetzgebers Konsequenzen? Sie sprechen von höheren Strafen und schärferen Waffen- und Drogengesetzen. Dass nicht die Verfügbarkeit von Waffen und Drogen der Grund für den oft tödlichen Missbrauch derselben ist, muss verdrängt werden, klar, weil sich sonst jeder von uns an die eigene Mutter- oder Vaternase zu fassen hätte. Aber wir wissen besser. Am Wirtshausstammtisch, am Durchschnittsfamilienküchentisch, am Beschlussgremiumsrundentisch und am staubfreien TV-Talkshow-Tisch. Fernsehen bildet – ein Gehirn wäscht das andere. Und wir diskutieren, wir verurteilen und weinen. Und während wir mit tränenden und ach so unschuldigen Äuglein in Boulevardberichte starren, lassen wir die Seelen der in unsere bedenkliche Obhut geworfenen Nachkommenschaft neben uns erfrieren, auf dass der Nachwuchs an Stalkern, Junkies und Killern gedeihe. Frei nach Günter Grünwald: "Fratzen, haltet´s den Mund! Mama und Papa tun Super Nanny schauen!".

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  18:34:53 07.15.2005