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"Soziale Marktwirtschaft, was denn sonst? Nr.2 2014, Seite 12
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Alt 12.01.2014, 13:13
Musikant Musikant ist offline
 
Registriert seit: 18.04.2009
Beiträge: 43
Ich freue mich sehr darüber, dass meine Anregung aufgegriffen wurde, über eine Wirtschaft jenseits von Kapitalismus und Kommunismus nachzudenken. In meiner Schulzeit lernte auch ich, dass es drei Wirtschaftssysteme gibt: den Kommunismus, den Kapitalismus und die soziale Marktwirtschaft.
Letztere ist aber mittlerweile ebenso gescheitert wie der Kommunismus! Für Rudolf Steiner, den Begründer der Waldorfschule, war die soziale Marktwirtschaft schon in den 1920er Jahren ein letztlich nicht zielführender Kompromiss zwischen den anderen beiden Systemen, welche in gleichem Maß materialistisch sind: sie respektieren den freien Geist nicht als eine eigenständige Wirkmächtigkeit, deren Aufgabe es ist, sowohl Politik als auch Wirtschaft mit Ideen zu durchdringen. Ein solcher freier Geist kann aber nicht wirksam werden, ohne die Erträgnisse der Wirtschaft zunächst in einem angemessenen Umfang zu mindern. Aufgabe der Politik ist es, sowohl auf dem Feld der Wirtschaft als auch auf dem Feld einer freien Wissenschaft (die heute zunehmend in Frage steht), einer freien Bildung (die es erst punktuell gibt), einer freien Religion und einer freien Kultur für demokratische Strukturen und für gleiche Rechte aller zu sorgen. Auf diese Weise kommt der Wirtschaft die Aufgabe zu, die Brüderlichkeit zu verwirklichen, indem einer für den anderen arbeitet - durchaus nach leistungsfördernden marktwirtschaftlichen Prinzipien. Während aber in der Planwirtschaft die Produktionsmittel im Staatsbesitz und unveräußerlich, im Kapitalismus hingegen im Privatbesitz und frei handelbar sind, ist der dritte Weg überzeugt von der Notwendigkeit einer Rechtsordnung, welche klarstellt, dass die im Privatbesitz befindlichen Produktionsmittel nicht in gleicher Weise gehandelt werden dürfen wie Konsumgüter. Ihr Besitz ist ein reiner Rechtstitel und kann nur durch Vererbung oder Schenkung an einen entsprechend Befähigten übertragen werden. Dadurch wird der kapitalistischen Spekulation der Boden entzogen. Lohn wird als ein Aspekt von Sklaverei betrachtet. Angemessen ist die Beteiligung aller Arbeitenden am Gewinn nach einem entsprechenden Schlüssel. Bedingungsloses Grundeinkommen wird abgelehnt. Persönlicher Besitz soll nicht absolut begrenzt sein, aber rechtlich beschränkt auf ein Maß, das der Einzelne noch selber verwalten kann.

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