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Lehrerdienstrecht
  #1  
Ungelesen , 16:43
Musikant Musikant ist offline
 
Registriert seit: 18.04.2009
Beiträge: 43
Die Farce um das neue Lehrerdienstrecht lässt in Sachen Bildung wenig Hoffnung aufkommen, und zwar aus folgenden Gründen:
1) Dass die Lehrerschaft schon jetzt am Rande des Burnout steht, stimmt zwar, doch ist sie damit nicht allein. Steigender Leistungsdruck herrscht heute in jedem Beruf. Das heißt nicht, dass man sich dem beugen soll, doch wird die Gesellschaft dem Widerstand einer so wichtigen Bevölkerungsgruppe nur dann Sympathie entgegenbringen, wenn deren Lösungsvorschläge gesamtgesellschaftlichen Weitblick erkennen lassen, wenn hier modellhaft etwas ins Auge gefasst wird, das auch dem Rest der Arbeitenden Hoffnung gibt. Die Bevölkerung erwartet sich von Lehrern zu Recht Vorbildhaftigkeit, wird in dieser Hinsicht derzeit aber zutiefst frustriert.
2) Ebenso ubiquitär wie der Leistungsdruck ist die Entmündigung der Leistenden durch die Politik, die Einmischung in Details von Arbeitsbedingungen und Arbeitsabläufen, die in Wahrheit niemand so zweckmäßig gestalten kann wie jemand, der durch gründliche Ausbildung, Praxis und fachlichen Austausch auf diesem Gebiet Kompetenz erlangt hat. Unsere Regierung hat unglaublich viel Zeit, sich mit Fragen der Arbeitsplatzgestaltung, der Anwesenheit der Lehrer zu welcher Zeit wo, sowie der Bewertung einzelner Tätigkeiten beschäftigen zu lassen, während sie es nicht schafft, das Recht auf und die Pflicht zur Bildung in entsprechender Form zu gewährleisten. Es würde völlig genügen, das Ziel von Bildung griffig zu formulieren und sein Erreichen zu kontrollieren, und dann festzulegen, wie viel Geld dies der Gesellschaft wert ist. Man bräuchte dann bloß noch sicherstellen, dass die Bestgeeigneten auf diesem Feld tätig werden und Machtmissbrauch in den zwischenmenschlichen Beziehungen gesetzlich verhindern. Alles andere könnte man den Schulen selber überlassen: von der Aufteilung des Budgets in Sachkosten und Personalkosten angefangen über Arbeitszeitregeln bis zu den Unterrichtsmethoden.
3) Man hat in den Nachfolgeländern des Dritten Reiches aus falschen Ressentiments gegen jede Form von Disziplin einen Erziehungsstil einreißen lassen, der das sprunghafte Ansteigen von Persönlichkeitsstörungen bei jungen Menschen in einem Maß befördert hat, dass in manchen Klassen schon eine einzelne Stunde Unterricht pro Woche für Lehrer zur Überforderung wird. Darauf mit einem Endlosstreit über 22 oder 24 Wochenstunden zu reagieren, geht am Kern des Problems völlig vorbei. Sicherlich wäre mehr Unterstützungspersonal dringend notwendig und auch zeitgemäß, doch steht zu befürchten, dass das in unserem Land nur zu einer neuen Variante des Problemabschiebens wird, wie es seit Jahrzehnten zwischen Lehrern, Eltern und Politik gespielt wird, um auf die wahre Wurzel des Übels nicht hinschauen zu müssen. Wer sonst, wenn nicht die Lehrer, wären in der Pflicht, zu diesem Thema eine Expertise abzugeben, die von der Bevölkerung auch respektiert werden kann?
  #2  
Ungelesen , 07:40
Soyka Soyka ist gerade online
 
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Beiträge: 30
Lautstärke-Pegel im Klassenraum

Es wäre heute technisch machbar, dass bei Überschreiten eines bestimmten Lautstärke-Pegels im Klassenraum die Lehrkraft automatisch und sofort (!) von außen Unterstützung angeboten bekommt.

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  01:17:27 06.15.2005