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Lobby müsste kind haben
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Ungelesen , 12:37
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Registriert seit: 15.11.2007
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Die Pensionisten haben es geschafft. Ihre Pensionserhöhung sei ihnen gegönnt. Warum nur will es nicht so recht gelingen, sich mit zu freuen? Es ginge wohl leichter, wäre da nicht dieses gravierende Ungleichgewicht. Lobby müsste man haben. Man? Lobby müsste kind haben. Lobby müsste frau haben.
Wir haben drei Kinder. Potentielle zukünftige Pensionsbeitragszahler. Was ist mit ihnen? Was ist mit dem, was sie brauchen? Das wird stillschweigend seit Jahren als Privatsache der Eltern abgetan. Man brüstet sich, dass Österreich im Spitzenfeld der Förderungen liegt, lässt aber völlig außer Acht, dass alle „Zuwendungen“ zusammengenommen lediglich Rückzahlungen von zuvor zu hoch erhobener Steuer sind. Selbst die geringsten Ansätze in die richtige Richtung wie das längst überfällige Familiensteuersplitting werden abgetan als „Retro“. Mit dem Argument, man dürfe Frauen nicht zurück an Heim und Herd drängen, werden die finanziellen Ungerechtigkeiten gegenüber Familien wieder ad acta gelegt. Frauen wird nur mehr ein Lebensmodell zugestanden, nämlich das der außerhäuslichen Berufstätigkeit – ob sie wollen oder nicht. Kinderbetreuung wird nur finanziert, wenn die Kinder, die es zu betreuen gilt nicht die eigenen sind.
Mütter, die die kleinen kommenden Pensionsbeitragszahler selbst versorgen, haben keine Aussicht auf Anerkennung und auf eigene, wirklich tragende Pension. Im Gegenteil, man mokiert sich über die Frauen, die zu Hause unbezahlte Arbeit verrichten und stellt sie als hinterwäldlerisch hin. Anstatt dass Frauen- und Familienpolitik Zeichen setzen, indem sie diese gesellschaftlich wichtige Tätigkeit idell und finanziell aufwerten. Frauen wollen beides: Familie und Beruf, aber nacheinander!
Diese Woche jährt sich zum 18. Mal der Tag der UNO-Kinderrechtskonvention. Darin heißt es unter anderem: „Das Kind hat das Recht von seinen Eltern betreut zu werden“ (Artikel 7). Ein Menschenrecht! Von Österreich 1992 ratifiziert und damit im Rang eines Bundesgesetzes stehend. Ein Menschenrecht, das zunehmend verwehrt ist, weil in den Augen der Politiker und der Medien – entgegen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen – nur die qualifizierte Fremdbetreuung etwas zählt.
Wir freuen uns, dass wir anlässlich des internationalen Tages der Kinderrechte mit den Kindern gratis ins Kino dürfen. Aber was Kinder und Familien brauchen, ist mehr!
Gudrun Kattnig
9020 Klagenfurt, J. W. Valvasorgasse 9c
d.g.kattnig@utanet.at

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  05:07:52 07.21.2005