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51-52/2007 - Sind wir alle Griechen?
  #1  
Ungelesen , 11:21
Sind wir alle Griechen?

Nicht das Furor auslösende islamkritische Zitat machte die Regensburger Rede Benedikts XVI. vom 12.9.2006 so brisant, sondern die einmal mehr mit Verve vorgetragene These des Papstes vom „nötigen Aufeinander-Zugehen zwischen biblischem Glauben und griechischem Fragen“: Ist christlicher Glaube nur durch die Brille eines „kritisch gereinigten griechischen Erbes“ zu verstehen?

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  #2  
Ungelesen , 16:48
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Registriert seit: 15.11.2007
Beiträge: 423
„So hoch der Himmel über der Erde …“

Ich weise darauf hin, dass ich bereits im September 2006 dazu wie folgt geschrieben habe:
Im Zuge der Aufregung über das unglückliche Zitat von Kaiser Manuel II. Palaeologos wurde offenbar übersehen, dass Papst Benedikt in seiner Vorlesung in Regensburg einen Standpunkt vertrat, der eine Versöhnung zwischen Katholiken und Protestanten, darüber hinaus eine Inkulturation des Christentums in außereuropäischen Kulturen und schließlich einen modus vivendi zwischen Christen und Muslimen sehr erschweren wenn nicht unmöglich machen wird.
Es ist seine schon in früheren Schriften vertretene und jetzt in Regensburg vehement verstärkte These, dass Hellenismus wesentlich zum Christentum dazu gehört, seitdem Letzteres in Ersterem inkulturiert wurde. Er plädiert also für einen christlichen kulturellen Kolonialismus. Er beklagt die Versuche der Enthellenisierung des Christentums, als deren ersten er die Reformation bezeichnet. Keine gute Aussicht für unsere evangelischen Schwestern und Brüder. Nicht die einfache Botschaft Jesu, die von Völkern aller Kulturen verstanden werden kann, sondern das, was griechische Philosophen daraus gemacht haben und was also Menschenwerk ist, wenn auch vielleicht mit Unterstützung des Heiligen Geistes, aber von diesem vielleicht nur für diesen Kulturkreis gedacht, soll über die Erde verbreitet werden.
Des Papstes Aufruf zur Re-Hellenisierung ist somit ein eklatanter Rückfall in die „Rückkehr-Ökumene“, von der das II. Vaticanum entschieden Abstand genommen hat. Man muss auch bedenken, wie es in türkischen Ohren klingen mag, wenn behauptet wird, Christentum sei untrennbar mit Griechentum verbunden.
Papst Benedikt hat sicher Recht, wenn er meint, das Christentum dürfe der Vernunft nicht widersprechen. Aber muss es denn überall auf der Erde die hellenistisch geprägte Vernunft sein? Bedenkt er das Schriftwort: „So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken“ (Jes 55,9)?
Friedrich Griess
f.griess@griess.st1.at

Geändert von Rudolf Mitlöhner ( um 11:26 Uhr).

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