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51/2011 - Kirche für alle
  #1  
Ungelesen , 12:54
Kirche für alle

Salzburgs Erzbischof über Ökumene, Pfarrer-Initiative, Kirchenlage – und zu seiner Nachfolge.


Interview mit Erzbischof Kothgasser
Kein Kirchenmann der Konflikte
In Salzburg wie in Österreich
  #2  
Ungelesen , 16:50
manfredt manfredt ist gerade online
 
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Leserbrief

Leserbrief an DIE FURCHE

Nr 51 /52 (2011) p.4: Eine Kirche für alle

Das Gespräch mit EB Alois Kothgasser bringt einige enttäuschende Stellungnahmen

ad Priestermangel: Frage der Weltkirche
Dass Kommissionen im Vatikan nach ausführlicher Analyse der Situation im Vatikan zu dem Schluss kommen, dass es im Vatikan keinen Priestermangel gibt, erscheint schlüssig. Ebenso werden die Herren im Bewusstsein ihrer nicht anzuzweifelnden Autorität auf diesem Gebiet durch Induktion interpretieren, dass dies für die ganze Welt gilt. Alles klar.
Nicht klar ist hingegen, dass die Bischöfe diesem Gedankengang folgen müssen.

ad Ablehnung der Ernennung eines Dechanten
Dass ein Erzbischof als Begründung für eine Entscheidung Übereinstimmung mit der Meinung seines Bischofsvikars anführt, ist originell. Gab es da nicht einen Fall, wo der Generalvikar nicht einer Meinung mit seinen EB war, der mit einem blauen Brief unter der Türe endete?
Wenn es so war, wie beschrieben, dann erinnert dies frappant an die Volksschule: „ Du warst schlimm, du musst Dich ins Winklerl stellen“. Das ist heute erfreulicherweise nicht einmal mehr in Volksschulen umzusetzen. Eine pragmatisch fundierte Entscheidung, aber sicherlich kein Versuch einer Lösung, die auf souveräne Führungsqualitäten schließen lässt.

Beide Punkte zeigen, dass in der Kurie der Bischöfe, die Linie „ sich untereinander hinter dem anderen verstecken“ wohlentwickelt ist und praktiziert wird. Wenn man immer nur die Meinung eines anderen als Maß aller Dinge - und für das eigene Handeln als Begründung anführt - braucht man keine eigene Meinung mehr. Das Modell hat aber zweifellos seine Vorzüge: Es ist aber bequem, man muss nicht(s) (über)denken. Soll sein. -

Dass EB Kothgasser, der bisher doch als eher positive Gestalt in der Bischofskonferenz aufgefallen ist, doch auch auf dieser Linie liegt, ist mehr als enttäuschend. Gerade angesichts der nahenden Emeritierung dürfte doch keine Angst mehr aufkommen, dass Eintreten und Auftreten für berechtigt geforderte Änderungen innerhalb unserer Kirchengemeinschaft aufrichtiger und aufrechter wäre als Subalternverhalten in Linie. Es sollte doch in einem System wie der katholischen Kirche wohl möglich sein, dass Kräfte, die dasselbe Ziel mit unterschiedlichen Mitteln umsetzen wollen, zu einer gemeinsamen Lösung kommen.

Manfred und Magdalena Tschurlovits

tschurlo@ati.ac.at

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