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Römische Einheitsideologie und Pfarrerinitiative
  #1  
Ungelesen , 14:02
Klaus Heidegger Klaus Heidegger ist gerade online
 
Registriert seit: 08.12.2008
Beiträge: 18
Römische Einheitsideologie gegen Reformbemühungen
Die Worte des Dekans von Lienz geben Hoffnung. Bernhard Kranebitter nimmt einen seiner Mitbrüder im Osten Österreichs in Schutz, der als Dekan von Kardinal Schönborn nicht akzeptiert worden ist, weil er am „Aufruf zum Ungehorsam“ der Pfarrerinitiative festhält. Damit beginnt der jüngste Beschluss der Bischofskonferenz nun umgesetzt zu werden. Von Feldkirch bis Eisenstadt soll gelten: Wer Dekan wird, kann nicht zugleich Mitglied der Pfarrerinitiative sein. Die heimischen Bischöfe argumentieren ihre geschlossene Vorgangsweise mit dem Ruf nach „Einheit“, unterstellen damit, es sei die Pfarrerinitiative, die mit ihrem Ungehorsamsaufruf die Einheit gefährde. Sie meinen eine Einheit, die gleichzusetzen ist mit Unterordnung unter die Weisungen Roms. Über die Zulassung von Frauen zum Priesteramt dürfe nicht geredet werden, so die Weisung Roms beispielsweise, und das soll eben bis in die kleinsten Verwaltungseinheiten der Kirche hinunter gelten. Einheit als Top-down-Modell, als Befehl-Gehorsams-Kette, als unkritische Loyalität.
Einheit ließe sich auch anders leben. Als Einheit in der Vielfalt. Eine Kirche, in der geschwisterlich Meinungsunterschiede ausgetragen werden, ohne dass ein Bischofsstab zum Disziplinierungsinstrument Roms wird. Vor allem aber stellt sich die Frage, wer tatsächlich Spaltungen in die Kirche hinein regiert. Sicherlich nicht ein Dekan, der Tag für Tag in seinem priesterlichen Tun im Dienst der Einheit der Kirche steht und nicht die Unversöhnlichkeit praktiziert, die im Stile von Kardinal Schönborn sichtbar wird. Würde tatsächlich das Kriterium gelten, dass Dekane im Dienste der Einheit stehen sollen, dann würden die Dekane der Pfarrerinitiative dieses jedenfalls sicherlich so viel mehr erfüllen als jene, die durch ihr starres Festhalten an reaktionären Strukturen - wie Pflichtzölibat, Ausschluss der Frauen von priesterlichen Ämtern, Ausschlusskriterien vom Empfang der Hl. Kommunion - Spaltungen in der Kirche bewirken. Die Amtsführung von Kardinal Schönborn wird dazu führen, dass sich mehr und mehr Gläubige von der Kirche verabschieden. Ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich Bischof Manfred nicht diesem Stil anschließt und weiterhin auch den ungehorsamen Dekanen in seiner Diözese den Rücken stärkt.
Dr. Klaus Heidegger, Religionslehrer
  #2  
Ungelesen , 17:26
Furcheleser Furcheleser ist gerade online
 
Registriert seit: 19.04.2012
Beiträge: 2
... so sehe ich das auch

Für mich stellt sich auch die Frage, wer sich eigentlich wovon abspaltet (wenn man das überhaupt Spaltung nennen kann) oder vielleicht abgespaltet hat, wenn ich auf den Ursprung unserer Kirche zurücksehe. Könnte es nicht sein, dass die, die zwar offiziell das Sagen haben, sich schon längere Zeit ein bisschen vom richtigen Weg "abgespaltet" haben oder zumindest auf dem Weg stehengeblieben/steckengeblieben sind?!
Danke für Ihren Beitrag.
Werner Hofbauer.

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  03:31:23 07.20.2005