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Unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit
  #1  
Ungelesen , 10:08
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Registriert seit: 15.11.2007
Beiträge: 423
Betrifft: Aufgeklärte Muslime. Kolumne von M. Prisching, Nr. 13, S. 8
In Ihrem Artikel haben Sie sich sehr viele Fragen gestellt, die Sie nur zu gerne nach Ihren Wünschen beantworten würden – ehrlich gesagt, ich auch.
Ich erinnere aber an den geplanten überdimensionierten Moscheebau in Köln, der symbolisch die Überlegenheit des Islam demonstrieren soll. Können Sie sich eine Moschee vorstellen, die größer ist als der Stephansdom oder der Salzburger Dom?
In den österreichischen Moscheen wird nicht immer ein netter Islam gepredigt. Aus aller Welt werden Imame nach Österreich eingeflogen, hier wird dann kurz gepredigt, leider auch Hass, und ab geht es wieder in skurrile Diktaturen. Insofern sind auch diese Länder unsere Vertragspartner. Zunehmend wird ein „politischer Islam“ gepredigt. Dieser verfolgt das Ziel, Österreich unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit neu zu gestalten. Auch ich bin für Religionsfreiheit – aber nur auf Basis der Säkularisierung. Sie sprechen von „vernünftigen Wortmeldungen“ der österreichischen Muslime. Leider führen Sie kein Beispiel an, ich bin aber sicher, dass es diese gibt. Bislang hat sich jedoch keine österreichische islamische Vereinigung eindeutig von der Scharia distanziert. Nur öffentlich zu sagen, ich erkenne die österreichische Verfassung an, ist wirklich zu wenig.
Richard Knall
richard.knall1@chello.at
  #2  
Ungelesen , 16:32
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Beiträge: 423
In der Tat würden wir vermutlich beide, wie Sie schreiben, vernünftige Antworten auf die von mir gestellten Fragen hören wollen. Natürlich kenne ich das, was sich in österreichischen Moscheen abspielt, nicht so gut wie Sie und bin auf Erzählungen angewiesen. Aber die offiziellen Repräsentanten der österreichischen Muslime sind immer durch ausgesprochen vernünftige Wortmeldungen aufgefallen, und wenn Sie hie und da in eine Zeitung schauen, wissen Sie das so gut wie ich. Gerade weil es an den Rändern allerdings durchaus radikale Gruppen gibt (wie verschiedentlich auch bei anderen europäischen Ideologien), war es auch eine Pointe meines Artikels, dass man immer wieder, wenn es um totalitäre oder aggressive Handlungen oder Erklärungen geht, durchaus auch diese Repräsentanten in die Pflicht nehmen muss, sich von entsprechenden Personen oder Gruppierungen zu distanzieren.
Manfred Prisching
  #3  
Ungelesen , 10:17
Franz Graf-Stuhlhofer Franz Graf-Stuhlhofer ist gerade online
 
Registriert seit: 28.01.2008
Beiträge: 31
Soll eine Demokratie Antidemokratisches erlauben?

Die von Manfred Prisching (FURCHE Nr. 13, S. 8) angemahnten Fragen sind sehr wichtig. Darüber hinaus möchte ich noch die Frage betonen, wie mit „Abtrünnigen“ umgegangen wird – mit Ex-Moslems, die sich einem anderen Glauben zugewandt haben. Ich kenne mehrere Iraner und Afghanen in Wien, die befürchten, von ihren moslemischen Verwandten getötet zu werden (hier in Österreich) – wenn diese Verwandten erfahren, dass sie sich vom Islam abgewendet haben. Diese Haltung, dass „Abtrünnige“ zu töten seien, ist tief verwurzelt in der moslemischen Haltung – und wird nicht schon dadurch abgelegt, dass ein Moslem die österreichische Grenze übertritt.
Am Freitag, dem 14. März gab es in Wien, im Haus der Begegnung Mariahilf, eine Veranstaltung, von der die „Presse“ anschließend berichtete: „Extremisten hinter Verein versteckt“. Veranstalter war der Verein FOKUS (= Forum für kulturelle und soziale Interaktion), Thema war „Feindbild Islam“ (das abgebaut werden sollte), der Vortragende war Dipl.-Ing. Shaker Assem. In der anschließenden Diskussion wurde seitens einer Zuhörerin auf die Lebensgefahr hingewiesen, in der sich jene Ex-Moslems befinden, die sich einem anderen Glauben zuwenden. Diese Frage scheint dem bis dahin sehr souverän agierenden Assem unangenehm gewesen zu sein. Er antwortete dann, dass mit solchen Menschen ohnehin zuvor noch gesprochen wird – bevor sie getötet werden. Aber, so Assem, wenn sich jemand vom Islam abwendet, dann muss er getötet werden. Dem Vortragenden ist zugute zu halten, dass er ehrlich geantwortet hat …
Es waren ca. 300 Zuhörer dort – eigentlich eine sehr große Zahl für einen Vortragsabend! Davor wurde durch Einladungskarten auf die Veranstaltung hingewiesen, etwa durch eine Verteilaktion vor der Wirtschaftsuniversität Wien (d. h. es steckte hinter dieser Veranstaltung viel Engagement – und auch Geld?). Ein großer Teil der Zuhörer scheint moslemisch gewesen zu sein. Wie ging es ihnen mit dem Vorgetragenen? In der anschließenden Diskussion kamen mehrere kritische Rückfragen, aber nicht von Moslems.
Sollen derartige Veranstaltungen ermöglicht werden, oder hätte das Haus der Begegnung nach kritischer Prüfung eine solche Vermietung von vornherein ablehnen sollen? In dieser Frage bin ich gespalten, neige aber zur Toleranz – trotz der damit verbundenen Gefahr der Beeinflussung. Aber mir ist lieber, solche Meinungen werden in deutscher Sprache geäußert, mit dem Wunsch, mit der deutschsprachigen Bevölkerung Österreichs ins Gespräch zu kommen, als dass solche Meinungen nur in arabischer Sprache in islamischen Zentren in Österreich verbreitet werden – und Österreichs Öffentlichkeit bekommt davon gar nichts mit (und hört bloß von den offiziellen islamischen Repräsentanten, dass sie sich von Derartigem distanzieren, und dass das ohnehin bloß einige wenige Extremisten seien …).
Franz Graf-Stuhlhofer
www.graf-stuhlhofer.at

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  09:30:14 07.17.2005