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14/2014 - Fremd bleibt, wer sich nicht integrieren will
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Ungelesen , 10:14
Fremd bleibt, wer sich nicht integrieren will

Fremd zu sein verbinden wir mit Unbehagen. Ein Ergebnis mangelnder Anpassungsbereitschaft und verfehlter Politik.

Von Harald Vilimsky


Es ist nachvollziehbar, für sich und seine Familie einen sicheren oder auch wirtschaftlich abgesicherten Ort zum Leben zu finden, wenn die Situation in der Heimat eine schwierige oder trostlose ist. Allerdings unter der Voraussetzung, dass die gewählten Gastländer willens und auch wirtschaftlich in der Lage sind, die*se Menschen aufzunehmen. Unter diesen Voraussetzungen haben mittlerweile viele Menschen den Weg nach Europa und auch nach Österreich gefunden! Unter den entsprechenden Voraussetzungen werden diese Menschen auch Zuflucht oder sogar ein neues zu Hause bei uns finden.
Dafür müssen sie aber auch ein entsprechendes Maß an Entgegenkommen zeigen. Sich fremd zu fühlen, ist das eine, fremd zu bleiben, hängt aber auch vom mangelnden Willen zur Integration ab! Wer sich für längere Zeit in einem anderen Land aufhält und sich aus welchen Gründen auch immer dafür entscheidet dort zu bleiben, wird der angestammten Bevölkerung ein nötiges Maß an Integrationswillen entgegenbringen müssen. Niemand wird eine gänzliche Aufgabe der Identität fordern, aber ein Anerkennen der landesüblichen Normen wie Sprache, der kulturellen Gebräuche oder der Religion ist unabdingbare Voraussetzung, um im täglichen Lebensablauf so weit wie notwendig eingegliedert zu werden.
Wenn aber diese Anerkennung ausbleibt, kann man den Gastgeberländern nicht zum Vorwurf machen, dass sie sich nicht ausreichend um die Integration von Zuwanderern oder Flüchtlingen kümmern. Diese Menschen fühlen sich dann als Fremde und üben oftmals noch unter Mithilfe diverser Flüchtlingsorganisationen oder des linken Parteienspektrums Kritik an ihren Gastgeberländern und beschweren sich über Fremdenfeindlichkeit. Diese Form der Ausgrenzung liegt aber meist im mangelnden Integrationswillen begründet. Nicht der Gastgeber hat die Gebräuche des Gastes anzunehmen, sondern umgekehrt. Das ist nicht nur ein Gebot der Höflichkeit, sondern die Grundvoraussetzung eines gedeihlichen und friedlichen neben- und miteinander Lebens.

Das Problem Parallelgesellschaft

Eine Ausbildung von Parallelgesellschaften im sozialen, religiösen oder politischen Bereich führt zwangsläufig zu Vorurteilen bis hin zur Ablehnung. Solange die grundlegendsten Voraussetzungen wie das ausreichende Erlernen der Sprache nicht gegeben sind, wird das „Fremdsein“ nicht aufhören. Eltern können mit ihren Kindern dem Arzt nicht erklären, was ihnen fehlt, sie können mit ihren Kindern nicht lernen, und auch bei Ämtern ist man mittlerweile davon abhängig, dass der Gastgeber Dolmetscher zur Verfügung stellt. Das ist keine erfolgreiche Integration. Dieses Verhalten lässt den Respekt gegenüber jenen Menschen und ihrer Heimat missen.
Historisch hat Europa immer mit „Fremden“ zu tun gehabt. Die Ablehnung, die heute manche Zuwanderer erfahren, ist auf ein schlichtes „Zuviel“ zurückzuführen. Die angestammten Nationen Europas begehren den Respekt vor ihren Werten, die über Jahrhunderte errungen wurden. Eine Ablehnung dieser Werte trägt ein hohes Konfliktpotential in sich.
Ein guter Gast ist niemals Last, lautet ein alter Spruch. Das ist aber keine Einbahn! Die Bereitschaft dazu muss auch in die neue Heimat mitgenommen werden! Fremd wird sich vor allem immer der fühlen, der fremd sein will. Zehntausende bestens integrierte Menschen in Österreich sind der Beweis, dass man in anderen Ländern leben kann, ohne als Fremder empfunden zu werden oder sich selbst fremd zu fühlen.

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