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Mariatroster Erklärung der Bischöfe
  #1  
Ungelesen , 21:23
traeri traeri ist gerade online
 
Registriert seit: 22.10.2008
Beiträge: 4
Ich bin begeisterte Leserin Ihrer Zeitung und möchte Ihnen dies auch einmal mitteilen. Beonders angetan hat es mir diesmal der Artikel von Prof. Treitler zu Aussagen unseres Kardinals zur Mariatroster Erklärung der österreichischen Bischöfe. Da ich selbst in der Kirche fest verwurzelt und auch aktiv bin, machen mir die Äußerungen Kardinal Schönborns große Sorgen. Ich bin selbst Mutter von zwei erwachsenen Kindern – und ich war und bin nicht bereit, mir von jemandem vorschreiben zu lassen, wie mein Mann und ich unsere Familienplanung zu gestalten haben. Das ist allein unsere Entscheidung, die wir sehr wohl nach reiflichen Überlegungen getroffen haben. Ich kann jedem Satz in diesem Artikel nur voll zustimmen!
Mit lieben Grüßen
Erika Trabauer
  #2  
Ungelesen , 19:27
ferdinand07 ferdinand07 ist gerade online
 
Registriert seit: 03.12.2008
Beiträge: 1
Als großer Verehrer von Franz Jägerstätter verstehe ich nicht, warum der Kardinal, der selbst ein Verehrer von Jägerstätter ist, das Gewissen so weit zurückstellt. Gerade Jägerstätter war ein Beispiel im Konzil, dass dort die Gewissensentscheidung der einzelnen Christen, der Christin als letzte Instanz gesehen wurde. Es scheint mir auch soziologisch etwas zu einfach, die Pille als den Kinderfeind hinzustellen. Persönlich frage ich mich, ob in jedem Kontinent die Bevölkerung immer wachsen muss. Vielleicht hat hier der Kardinal das Wirtschaftswachstum im Kopf und weniger das Wohl der Welt.
  #3  
Ungelesen , 09:40
Markus Pieber Markus Pieber ist gerade online
 
Registriert seit: 13.02.2008
Beiträge: 5
Von der Relativität der subjektiven Gewissensentscheidung

Die Debatte über die Stellungnahme Kardinal Christof Schönborns zur "Mariatroster Erklärung" wirft für mich die Frage auf, ob die amtliche Kirche den allzu mündig geworden Christen überhaupt noch den Hauch einer Orientierung bei moralischen und sittlichen Belangen geben darf. Es ist meiner Ansicht nach einen Illusion, zu meinen, dass es ein unabdingbares Korrelat zwischen persönlichem Gewissensentscheid und Wahrheit gibt.
Selbst wenn man entsprechend dem Gewissensverständnis in Nr 16 von Gaudium et Spes, der Pastoralkonstitution des II. Vat. ausgeht, dass das Gweissen im einzelnen diesem in GuS formulierten Ideal entspricht. so kann das Gewissen angestumpft sein; es kann verblendetet sein; es kann, um die Worte des Konzils zu verwenden, zu wenig darum bemüht sein, nach dem Wahren und Guten zu suchen. Berücksichtigt man dass, ist es meiner Ansicht nach ersichtlich, dass es keine unhinterfragbare Übereinstimmung von Gewissen und Wahrheit geben kann. Es Besteht also eine nachweisbare Diskrepanz zwischen Wahrheit und Gewisssen, selbst wenn das Konzil das Gewisssen als "verborgen Mitte des Menschen" und "Heiligtum" bezeichnet. Um das zu illustrieren, vergleiche ich die Wahrheit mit der Rechnung dass Zwei plus Zwei Vier ergibt. Es kann Zeiten geben, in denen man als besonders ehrhaft angesehen wird wenn man behauptetet dass Zwei und Zwei Vier ergibt. Des Öfteren kann aber auch vorkommen, dass man von der Öffentlichkeit, den Medien und letztlich sogar von Seiten des staatlichen Gesetztes gescholten wird, wenn man beauptet, dass Zwei und Zwei Vier ergibt. Letztlich ändert das aber nichts an der Tatsache, dass Zwei und Zwei Vier ergibt.
  #4  
Ungelesen , 12:30
Johann Wutzlhofer Johann Wutzlhofer ist gerade online
 
Registriert seit: 20.01.2008
Beiträge: 21
"Ehe kein oder doch ein legalisiertes Bordell ?"

Die Ehe ist zu oft ein legalisiertes Bordell von Dr. Rotraud A. Perner
Dieser Kommentar der Psychotherapeutin und Sexualwissenschaftlerin Dr. Perner und der des Fundamentaltheologen Dr. Wolfgang Treitler verdienen sich einen Hinweis auf die Wahrnehmung die auch in unseren Tagen gar nicht so wenige Menschen immer noch haben, nämlich dass „Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreibt.“ Damit meine ich diese wirklich informativen Reaktionen auf die missverständliche Interpretation der Ursachen für nunmehr gegebene Bevölkerungspyramide in „good old Europe“, durch den höchsten katholischen Würdenträger unseres Landes.
Meine Beobachtung ist: Kardinal Schönborn hat offenbar die nunmehr immer mehr als Problem wahrnehmbare auf den Kopf gestellte Bevölkerungspyramide in Europa zum Anlass genommen die Ursachen dort zu suchen wo sie zölibatär lebende Priester und der katholischen Hierarchie bedingungslos verpflichtete Würdenträger allzu gerne finden, nämlich im Ungehorsam gegen jene Person die – jedenfalls auch nach der Sicht immer noch vieler Katholiken – über die einzig wirklich „ungestörte Funkverbindung nach oben“ verfügt und das sei nun einmal der Papst. Nachdem aber Gehorsam – jedenfalls in der Diktion und Sicht gerade dieser Katholiken – wohl immer noch in der Prioritätenliste ganz oben, wenn nicht sogar an der Spitze steht, ist daher Ungehorsam die Ursache allen Übels. („Liebe statt Hiebe“ wahr schließlich auch ein Slogan der 68er, zu denen ich mich nicht zähle, vor allem wegen eines anderen Slogans, der da lautete „wer zwei Mal mit Derselben pennt, gehört schon zum Establishment.“ )Logisch ist also, jedenfalls nach der Diktion der Vertreter der Autorität, dass die „Umgehung“ des Verbotes von allen „unnatürlichen Mitteln“ der Empfängnisverhütung der Dammbruch zur Fristenlösung war. Aber: Ist Enthaltsamkeit - vor allem andauernde - der natürlichen und der körperlichen und seelischen Gesundheit wirklich und immer zuträglich? Gibt es nicht auch eine andere Logik? Nämlich, die am stärksten wahrnehmbaren Vertreter der katholischen Kirche – der zölibatär lebende Klerus – hatten einerseits durch eben diese zölibatäre Lebensform und durch wenig lebensnahe Hinweise und Eingriffe in die für unsere Gesellschaft so bedeutende Lebensform, der Partnerschaft zwischen Mann und Frau, in der demokratisierten Gesellschaft jene Autorität verloren um den nächsten Schritt, nämlich die Fristenlösung, zu verhindern. Kardinal König hat diesen weiteren – sehr bedenklichen - Schritt zum herbeigeführten Abortus, mit allen in einer Demokratie zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern versucht und war sehr enttäuscht als dies nicht gelang, da sich gerade er als Mann weitsichtigen und universalen Denkens der unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen gewiss bewusst war.
Gegenüber dem Kommentar der ausgewiesenen Sexualwissenschaftlerin Rotraud A. Perner – die ich sehr verehre – wage ich kaum Kritik und bin auch nicht sachkundig genug, erlaube mir aber trotzdem den Hinweis, dass die Feststellung „Die Ehe sei oft ein legalisiertes Bordell“ wahrscheinlich richtig ist, es sich - aller Wissenschaftlichkeit zum Trotz - doch um eine eher weibliche Wahrnehmung von Sexualität handelt. Möglicherweise haben wir Männer durch stammesgeschichtliche Entwicklungen in der Evolution, noch stärker animalisch geprägte Rückstände und daher eine andere Bedürfniskette als Frauen, ja nicht nur im Bereich der Sexualität. Obwohl, auch als Mann, glaube ich so etwas wie „die Gnade des Sakramentes des Augenblicks“ zu kennen, nicht ausschließlich bezogen auf Begegnungen in der Partnerschaft die auf sexuelle Vollendung ausgerichteten sind, sondern vor allem auch aus Begegnungen in Phasen des Leides, in denen ich erst in der Betrachtung durch den Rückspiegel, so etwas wie eine „höhere spirituelle Weihe“ erkennen konnte. Sollte sich nun jemand an der Verwendung des Begriffes „Weihe“ in diesem Zusammenhang stoßen, bitte ich schon im Voraus um Vergebung. „Standardisierte“ Sakrament können aber wahrscheinlich immer nur Versuche sein, durch höhere Rituale und vor allem Gesänge auch den Augenblick zu weihen, nicht von ungefähr scheint in der Kunst eben auch der „Dompfaff“ getraut zu haben und die „Störche“ durch ihr geklapper Verkünder einer“ frohen Botschaft“ zu sein.
Eine weitere kritische Anmerkung scheint mir zum Kommentar von Frau Rotraud A. Perner geradezu notwendig, ich habe dieses Problem das mit der auf dem Kopf stehenden Bevölkerungspyramide und daher mit dem Ausgangspunkt der Diskussion in enger Verbindung steht, in mehreren veröffentlichten Leserbriefen - auch in der FURCHE – schon angesprochen. Frau Perner meint die Sorge um zu „wenig Beiträger/Innen zum Pensionssystem“ sollte man nicht durch „Gebärzwänge „ zu lösen versuchen, gezielte Einwanderungspolitik wäre ein probates Mittel gegen zu wenig Kinder. „Gebärzwänge“, werte Frau Perner, scheinen mir in unserer Gesellschaft kein vordringliches Problem mehr zu sein und auch ein katholischer Kardinal kann eine solche nicht mehr auslösen. (Möglicherweise ist dieser Gedanke des „Gebärzwanges“ noch in Köpfen von übereifrigen Bedenkenträgerinnen in Fragen der Emanzipation von Frauen vorhanden, aber dort scheint mir – so notwendig diese Bewegung war und ist – sich doch auch einiges an Machtgelüsten akkumuliert zu haben, was gar nicht wenige Männer nun auch „magerlt“. Siehe „Sexualchakra“ und Sexualenergie.)
Die erhöhte Mobilität und die sündhaft ungerechte Wohlstandsverteilung auf unserem Planeten führen zu Migration, die es ja immer auch gegeben hat. Politisch sollten wir alle jedoch den Sprengstoff der gerade im Wahlverhalten von jenen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern liegt, die sich durch die oft flexibleren und daher wendigeren Zuwanderer bedroht fühlen, nicht übersehen. Darüber hinaus kann es auch ein Alarmzeichen für eine Gesellschaft sein, wenn die schwindende Neigung zu Kindern eine mögliche Perspektivenlosigkeit und damit wenig Hoffnungskraft für die Zukunft aufzeigt. Selbst wenn die geringe Kinderanzahl nur ein Ausdruck des Durchdringens unserer Gesellschaft mit der medien- und konsumdominierten Spasskultur wäre, sollten wir doch etwas mehr „Denke“ einsetzen als bloß Reparatur durch Zuwanderung. Diese Form der Reparatur der Bevölkerungspyramide müsste auch mit mehr an eigener Integrationleistung der Bürgerinnen und Bürger (nicht bloß der staatlichen Organe und NGO`s) und auch einem gut durchdachtes Maß von Anforderungen an Integrationswillen und Integrationleistung der Zuwanderer verbunden sein. Unsere, vergangenheitsbedingt überhöhte oft aber nicht wirklich gelebte Toleranz, nicht so sehr wirklicher Respekt, hindert uns oft diese Bedingungen einzufordern. Eine etwas über dem Volk „schwebende “ humanistische und politisch eher links orientierte „Elite“, die in Wahrheit keine Arbeitsplatzkonkurrenz durch Zuwanderer kennt und mit diesen auch nicht wirklich täglich begegnet, scheint in dieser Frage manchmal mit einem mitleidig aber auch überheblichen Blick auf jene Menschen in unserem Land zu schauen die im Bereich der materiellen Bedürfnisse nicht eben gesegnet sind und jeden Tag um ihren Arbeitsplatz bangen müssen. Leider werden diese Menschen gerade durch dieses, ihren eigenen Problemen gegenüber als intolerant und respektlos, wahrgenommene Verhalten in die „Arme“ von Politikerinnen und Politikern getrieben, deren Parolen zur allzu vordergrundig aber leicht verständlich sind.
Mit freundlichen Grüßen
Johann Wutzlhofer, geb. 1948
Berufsschullehrer für Betriebswirtschaftlichen Unterricht und Politische Bildung, seit 1. Nov. d.J. i.R.

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  13:15:05 07.17.2005