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49/2017 - Ur-Sprünge Kulturen des Anfangs
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Alt 23.04.2005, 02:43
Ur-Sprünge Kulturen des Anfangs

Wer sich nach dem Zurück zu den Anfängen sehnt, hat nicht selten einen gewaltigen Aufbruch in die Zukunft im Sinn. Eine Zeit- und Ideenreise.

| Von Aage A. Hansen-Löve

Es fällt auf, dass manche Kulturen und Epochen permanent auf der Suche nach den/ihren Ursprüngen unterwegs sind – und andere wiederum sich nicht sattsehen können an ihrem Finale: den Apokalypsen wie den Weltenden. Manchmal sind aber auch beide Blickrichtungen am Werk: die Retrospektive auf den Anfang von allem – und die Prospektive aufs Ende, aufs Ziel, auf die finale Erlösung aus der Geschichte und ihren ewigen Kreisläufen. Das muss nicht unbedingt ein memento mori sein – aber große Abenteuerlust lässt sich so auch nicht gerade herbeizaubern.
Jenes Fin de si`ecle, das diese finale Bezeichnung als Namen trägt, war angesichts der magischen Jahrhundertwende um 1900 zweifellos auf seine Apokalypse fixiert, ja die gesamte Kultur befand sich im Status eines ewigen Advent, dessen Weihnachten nicht und nicht kommen wollte: und als es da war, sollte es eher einem Karfreitag gleichen als dem Geburtstag des Messias. Vor lauter Warten auf die End-Er-Lösung war man dann in Ost und West heilfroh – wenn auch nicht lange –, als das Jahr 1914 mit seinem Großen Weltkrieg ausbrach.

Lust am Auf- und Untergang

Die oft beschriebene Lust am Untergang jener Generation war so gewaltig, dass ihr Potenzial problemlos und gleichzeitig in eine Lust am Aufgang einer Neuen Welt umschlagen konnte. Eben zu jener Zeit vor einem Jahrhundert triumphierten die Aufrufe, eine Neue Welt, eine Neue Menschheit, die Antizipation des Utopischen an die Stelle der Apokalypsen zu setzen.
Nach der Sattelzeit um 1900, nach dem Verenden des „langen 19. Jahrhunderts“, war alles Historische ganz offensichtlich aufgebraucht und alle Energien auf den Nullpunkt einer totalen Gegenwärtigkeit geschraubt: auf den Großen Bruch, der ein Jahr vor dem Weltkrieg um 1913 verzeichnet wurde (Felix P. Ingold), und auf die Oktoberrevolution, die mit dem hoffnungsfrohen Blick auf eine Weltrevolution angetreten war. Soviel Anfang war nie, soviel geschäftiges Beginnen und gleichzeitig – scheinbar ganz gegen den Trend