Digital In Arbeit
Bildung

brennpunkte auSSen vor

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Vor zehn Jahren wurde die "Neue Mittelschule" als Schulversuch gestartet. Ohne trennende Leistungsgruppen und mit der Vision, durch Team-Teaching von AHS- und Hauptschullehrern eine Gesamtschule im Kleinen zu etablieren. Doch das lief nicht wirklich nach Plan. Es gebe "keine belastbaren Hinweise, dass das Niveau der NMS im Durchschnitt über jenem vergleichbarer Hauptschulen liegt", hieß es 2015 in einer ersten Evaluierung - drei Jahre, nachdem man die "Neue Mittelschule" zur Regelschule gemacht hatte.

Höchste Zeit also zu reagieren. Doch wie? Die Regierung hat sich für mehr Strenge entschieden - wie in fast allen Bereichen außer dem Rauchen und Rasen auf Autobahnen. In Deutsch, Mathematik und Englisch soll es ab der 6. Schulstufe wieder Gruppen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus geben ("Standard" bzw. "Standard AHS"); statt des verwirrenden siebenteiligen Notensystems sind zwei fünfteilige Skalen geplant; und statt "neu" nennt man die Mittelschule nun "leistungsorientiert". Auch in den Volksschulen greift man härter durch. Das Sitzenbleiben feiert eine Renaissance, ab der 2. Klasse gibt es Ziffernnoten und der bisher freiwillige Förderunterricht wird bei Bedarf verpflichtend. Letzteres ist zu begrüßen, ebenso das Aus der siebenteiligen Notenskala. Und sonst? Kleinere "Leistungsgruppen" in den Hauptfächern haben sich viele Lehrkräfte zwar gewünscht, sie bergen aber nach Expertenansicht die Gefahr, "soziale Trennwände zu verstärken". Auch Sitzenbleiben hilft niemandem. Die Lehrkräfte vom elterlichen Druck zu befreien, in der 4. Klasse Einser fürs Gymnasium "verschenken" zu müssen, ist freilich hoch an der Zeit.

Womit wir beim Hauptproblem wären -nämlich der Flucht aus den (städtischen) Mittelschulen. Heinz Faßmann will sie durch den Zusatz "Standard AHS" und einen einfacheren Aufstieg in eine AHS-Oberstufe attraktiver machen. Doch das wird in "Brennpunktschulen" nicht reichen. Auch wenn der Minister Rufe nach mehr Ressourcen als "ritualhaft" diskreditiert -hier führt daran kein Weg vorbei. Außer, man lässt die Brennpunkte bewusst links liegen.

Vor zehn Jahren wurde die "Neue Mittelschule" als Schulversuch gestartet. Ohne trennende Leistungsgruppen und mit der Vision, durch Team-Teaching von AHS- und Hauptschullehrern eine Gesamtschule im Kleinen zu etablieren. Doch das lief nicht wirklich nach Plan. Es gebe "keine belastbaren Hinweise, dass das Niveau der NMS im Durchschnitt über jenem vergleichbarer Hauptschulen liegt", hieß es 2015 in einer ersten Evaluierung - drei Jahre, nachdem man die "Neue Mittelschule" zur Regelschule gemacht hatte.

Höchste Zeit also zu reagieren. Doch wie? Die Regierung hat sich für mehr Strenge entschieden - wie in fast allen Bereichen außer dem Rauchen und Rasen auf Autobahnen. In Deutsch, Mathematik und Englisch soll es ab der 6. Schulstufe wieder Gruppen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus geben ("Standard" bzw. "Standard AHS"); statt des verwirrenden siebenteiligen Notensystems sind zwei fünfteilige Skalen geplant; und statt "neu" nennt man die Mittelschule nun "leistungsorientiert". Auch in den Volksschulen greift man härter durch. Das Sitzenbleiben feiert eine Renaissance, ab der 2. Klasse gibt es Ziffernnoten und der bisher freiwillige Förderunterricht wird bei Bedarf verpflichtend. Letzteres ist zu begrüßen, ebenso das Aus der siebenteiligen Notenskala. Und sonst? Kleinere "Leistungsgruppen" in den Hauptfächern haben sich viele Lehrkräfte zwar gewünscht, sie bergen aber nach Expertenansicht die Gefahr, "soziale Trennwände zu verstärken". Auch Sitzenbleiben hilft niemandem. Die Lehrkräfte vom elterlichen Druck zu befreien, in der 4. Klasse Einser fürs Gymnasium "verschenken" zu müssen, ist freilich hoch an der Zeit.

Womit wir beim Hauptproblem wären -nämlich der Flucht aus den (städtischen) Mittelschulen. Heinz Faßmann will sie durch den Zusatz "Standard AHS" und einen einfacheren Aufstieg in eine AHS-Oberstufe attraktiver machen. Doch das wird in "Brennpunktschulen" nicht reichen. Auch wenn der Minister Rufe nach mehr Ressourcen als "ritualhaft" diskreditiert -hier führt daran kein Weg vorbei. Außer, man lässt die Brennpunkte bewusst links liegen.