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Bildung

"Hier ist viel Aufklärung notwendig!"

1945 1960 1980 2000 2020
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Durmus Demircan ist im Stress. Gerade eben hat er am Diefenbach-Gymnasium in Rudolfsheim-Fünfhaus eine Religionsstunde über Migration gehalten -ein existenzielles Thema für seine Siebtklassler, die aus dem Iran, dem ehemaligen Jugoslawien, der Türkei, Afghanistan, Syrien und Bangladesch stammen. Später muss er noch mit Sack und Pack nach Währing fahren, wo muslimische Jugendliche aus vier Schulen im Gymnasium Klostergasse auf ihn warten. Doch für ein Gespräch im "Café Eduard" hat er immer noch Zeit.

Offen sein, Andersheit annehmen, in Kontakt bleiben: Für den 42-Jährigen, der mit drei Jahren aus der Türkei nach Österreich gekommen ist, gehört das nicht nur zu seiner Lebenseinstellung, sondern auch zu seinem Job. Oft trifft er sich im "Eduard" mit Lehrerkollegen, um sich auszutauschen. Manchmal feilt er mit seinen katholischen, evangelischen, orthodoxen und alevitischen Kollegen sowie dem Ethiklehrer aber auch an dem gemeinsamen Projekt. "Interreligiöses Begegnungslernen" heißt das Unterfangen, das von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems initiiert worden ist. Jeder Schulanfang wird am Diefenbach-Gymnasium mit einer interreligiösen Feier begangen Zusätzlich hat man im Vorjahr auch einen interreligiösen Begegnungstag zum Thema "Umweltschutz" organisiert.

Islamlehrer als Dolmetscher

So verdienstvoll das Aufeinander-Zugehen der Religionen und Konfessionen in dieser Schule ist: Der gesellschaftliche Trend geht in Richtung Abgrenzung und Polarisierung. Glaubt man Susanne Wiesinger, dann herrscht insbesondere in Wiener Brennpunktschulen längst ein religiös aufgeladener "Kulturkampf im Klassenzimmer". In ihrem gleichnamigen Buch berichtet die in Wien-Favoriten tätige NMS-Lehrerin und SPÖ-Lehrergewerkschafterin von Burschen, die Lehrinhalte als haram ablehnen und sich als Bekleidungspolizisten aufführen; von Mädchen, die keinen Schwimmunterricht mehr besuchen (dürfen); und generell von jungen Muslimen, die ihre Religion über alles stellen -im Zweifel auch über Rechtsstaat und Demokratie.

Angesichts dieses Auseinanderklaffens zweier Welten könnten islamische Religionslehrer zwar eine "Dolmetschfunktion" einnehmen und zwischen Lehrern, Schülern und Eltern bei Problemen oder Meinungsverschiedenheiten vermitteln, schreibt Wiesinger. In der Praxis würde diese Vermittlerrolle aber "einseitig und voreingenommen" ausgeübt, behauptet sie. "Niemand stellt sich gegen die muslimischen Eltern. Jede konservative Auslegung und Interpretation wird gerechtfertigt und gestützt. Dazu gehören auch islamische Gebote, die die Kinder in der Schule beeinträchtigen."

Für Durmus Demircan, der nach seiner Ausbildung am damaligen "Islamischen Institut" in der Neustiftgasse zwei Jahre an einer "Brennpunktschule" in Ottakring gearbeitet hat, eine haltlose Zuspitzung. Und auch sonst warnt er vor Pauschalierungen: "Ich kenne Kollegen an so genannten Brennpunktschulen, die ganz andere Erfahrungen haben als Frau Wiesinger", sagt er. Auch hätten die herrschenden Probleme weniger mit der Religion an sich als mit dem Bildungshintergrund, der sozialen Situation und der Kultur der Kinder und ihrer Familien zu tun. Ein Religionslehrer könne hier zwar aufklärend wirken, aber nicht allein alle Probleme lösen.

Wie sehr die Kategorien von Religion, Kultur und Tradition im Alltag verschwimmen und wie dringend es (religiöse) Aufklärung braucht, weiß er freilich aus Erfahrung. "Wenn ein Schüler plötzlich mit Kategorien wie haram um sich wirft, dann thematisiere ich das sofort im Vier-Augen-Gespräch", erzählt er. "Und wenn ich merke, dass sich jemand abschottet, dann kontaktiere ich die Eltern und lade sie zu meiner Sprechstunde ein." Auch beim Thema Ramadan versucht er im Sinne vernünftiger Lösungen einzuwirken. Jugendliche zum Essen oder Trinken zu zwingen, könne man freilich nicht. "Man muss den Schülern aber klar machen, dass sie trotzdem beim Wandertag mitmachen oder die Schularbeit schreiben müssen", stellt er fest. Auch auf Bitte von Lehrerkollegen versucht er zu vermitteln, etwa wenn es um die Teilnahme muslimischer Schülerinnen am Schwimmunterricht oder einem Skikurs geht. Doch seine Möglichkeiten sind auch begrenzt: "Als ein ägyptischer Vater sich empörte, warum ich nicht diese und jene Suren durchnehme, habe ich ihn höflich darauf hingewiesen, dass wir einen Lehrplan haben und er das akzeptieren muss. Aber es gibt natürlich beratungsresistente Eltern - wie in allen Religionen. Und die können natürlich ihr Kind vom Religionsunterricht abmelden." Was der Vater auch prompt tat.

Hohe Abmeldezahlen

Dass nicht nur an Berufsbildenden Höheren Schulen, sondern auch an einigen NMS-Standorten ein größerer Teil der Schüler abgemeldet ist, wurde bislang nicht lautstark thematisiert. Konkrete Abmeldezahlen hat das Schulamt der Islamischen Glaubensgemeinschaft nach eigenen Angaben bis heute nicht. Das Phänomen an sich kann Schulamtsleiterin Carla Amina Baghajati aber bestätigen. Wobei der Grund weniger an zu liberalen oder zu wenig "glaubenstreuen" Religionslehrern liege als an unattraktiven Unterrichtszeiten. Oft werde der islamische Religionsunterricht in den Nachmittag verräumt. "An der Schule von Frau Wiesinger findet er etwa am Freitag spätnachmittags statt", erklärt Baghajati. Kinder, die deshalb von ihren Eltern abgemeldet werden, haben mangels verpflichtenden Ethikunterrichts für Abgemeldete keinerlei ethisch-religiöse Bildung an der Schule. Und die islamischen Religionslehrer haben als nachmittägliche "Phantomlehrer" kaum Anschluss im Kollegium.

Umso mehr plädiert Baghajati dafür, bei der Stundenplangestaltung mehr Rücksicht auf den Religionsunterricht zu legen -und ihn am besten parallel zu organisieren, um auch Raum für interreligiöse Begegnung und Projekte zu schaffen. Auch wünscht sie sich -wie alle christlichen Kirchen -einen verpflichtenden Ethikunterricht für jene Kinder, die an keinem konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen. Die Regierung spricht sich zwar in ihrem Programm dafür aus, der politische Wille, das auch finanziell durchzusetzen, fehlt aber. Eher noch schwebt Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) vor, den konfessionellen Religionsunterricht um eine Stunde zu kürzen und stattdessen Ethik anzubieten, wie er Anfang Februar im FURCHE-Interview erklärte.

Religion raus aus der Schule?

Manche gehen angesichts der zunehmenden religiösen Diversität freilich noch weiter und stellen den (durch das Konkordat abgesicherten) konfessionellen Religionsunterricht an sich in Frage. "Religion raus aus der Schule und ein verpflichtender Ethikunterricht für alle mit eigens ausgebildeten Lehrern", wünscht sich etwa Susanne Wiesinger. Der Wiener Schul-Direktor Niki Glattauer hat ein anderes Modell vor Augen. Er wünscht sich im Kurier-Interview einen "verpflichtenden, gemeinsamen Religionen-und Ethikunterricht für alle, und zwar nach einem Curriculum, das die Schulbehörde erstellt, mit jüdischen, christlich n, moslemischen und meinetwegen buddhistischen Vortragenden, die einander in einer Art Ringvorlesung abwechseln."

Dass in Zeiten zunehmender religiöser Vielfalt neue Ideen und mehr Kooperation nötig sind, ist auch für die Kirchen und Religionsgemeinschaften klar. Zugleich brauche es heute dringender denn je auf allen schulischen Ebenen inter-religiöse Kompetenz, meint der Religionspädagoge Martin Jäggle zur FURCHE. "Das darf sich nicht nur auf das Fach Religion oder Ethik beschränken, sondern betrifft auch die Lehrerbildung. Die Forderung ,Religion raus aus der Schule' ist angesichts der aktuellen Überforderung zwar verständlich, löst aber nichts", meint Jäggle. Vielmehr brauche es gute Beziehungen zu den religiösen Communities, denen die Familien der Schüler angehören. Und (gut ausgebildete) Religionslehrer seien hier die glaubwürdigsten Kommunikatoren.

Durmus Demircan bemüht sich, einer von ihnen zu sein. Im Religionsunterricht, der am Diefenbach-Gymnasium parallel für alle Konfessionen vormittags stattfindet, forciert er die interreligiöse Begegnung. Und im Wahlpflichtfach kümmert er sich um Aktualität. In der nächsten Stunde will er mit seiner siebten Klasse das Buch von Susanne Wiesinger thematisieren. Zumindest in einem Punkt geht er ja mit ihr konform: Wie sie wünscht sich auch er eine gemeinsame Schule, um die Segregation mit zehn Jahren zu beenden und die Häufung von Problemen an den Mittelschulen zu reduzieren. Momentan ein illusorischer Wunsch. Aber an der Schule wird man wohl noch träumen können.

Durmus Demircan ist im Stress. Gerade eben hat er am Diefenbach-Gymnasium in Rudolfsheim-Fünfhaus eine Religionsstunde über Migration gehalten -ein existenzielles Thema für seine Siebtklassler, die aus dem Iran, dem ehemaligen Jugoslawien, der Türkei, Afghanistan, Syrien und Bangladesch stammen. Später muss er noch mit Sack und Pack nach Währing fahren, wo muslimische Jugendliche aus vier Schulen im Gymnasium Klostergasse auf ihn warten. Doch für ein Gespräch im "Café Eduard" hat er immer noch Zeit.

Offen sein, Andersheit annehmen, in Kontakt bleiben: Für den 42-Jährigen, der mit drei Jahren aus der Türkei nach Österreich gekommen ist, gehört das nicht nur zu seiner Lebenseinstellung, sondern auch zu seinem Job. Oft trifft er sich im "Eduard" mit Lehrerkollegen, um sich auszutauschen. Manchmal feilt er mit seinen katholischen, evangelischen, orthodoxen und alevitischen Kollegen sowie dem Ethiklehrer aber auch an dem gemeinsamen Projekt. "Interreligiöses Begegnungslernen" heißt das Unterfangen, das von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems initiiert worden ist. Jeder Schulanfang wird am Diefenbach-Gymnasium mit einer interreligiösen Feier begangen Zusätzlich hat man im Vorjahr auch einen interreligiösen Begegnungstag zum Thema "Umweltschutz" organisiert.

Islamlehrer als Dolmetscher

So verdienstvoll das Aufeinander-Zugehen der Religionen und Konfessionen in dieser Schule ist: Der gesellschaftliche Trend geht in Richtung Abgrenzung und Polarisierung. Glaubt man Susanne Wiesinger, dann herrscht insbesondere in Wiener Brennpunktschulen längst ein religiös aufgeladener "Kulturkampf im Klassenzimmer". In ihrem gleichnamigen Buch berichtet die in Wien-Favoriten tätige NMS-Lehrerin und SPÖ-Lehrergewerkschafterin von Burschen, die Lehrinhalte als haram ablehnen und sich als Bekleidungspolizisten aufführen; von Mädchen, die keinen Schwimmunterricht mehr besuchen (dürfen); und generell von jungen Muslimen, die ihre Religion über alles stellen -im Zweifel auch über Rechtsstaat und Demokratie.

Angesichts dieses Auseinanderklaffens zweier Welten könnten islamische Religionslehrer zwar eine "Dolmetschfunktion" einnehmen und zwischen Lehrern, Schülern und Eltern bei Problemen oder Meinungsverschiedenheiten vermitteln, schreibt Wiesinger. In der Praxis würde diese Vermittlerrolle aber "einseitig und voreingenommen" ausgeübt, behauptet sie. "Niemand stellt sich gegen die muslimischen Eltern. Jede konservative Auslegung und Interpretation wird gerechtfertigt und gestützt. Dazu gehören auch islamische Gebote, die die Kinder in der Schule beeinträchtigen."

Für Durmus Demircan, der nach seiner Ausbildung am damaligen "Islamischen Institut" in der Neustiftgasse zwei Jahre an einer "Brennpunktschule" in Ottakring gearbeitet hat, eine haltlose Zuspitzung. Und auch sonst warnt er vor Pauschalierungen: "Ich kenne Kollegen an so genannten Brennpunktschulen, die ganz andere Erfahrungen haben als Frau Wiesinger", sagt er. Auch hätten die herrschenden Probleme weniger mit der Religion an sich als mit dem Bildungshintergrund, der sozialen Situation und der Kultur der Kinder und ihrer Familien zu tun. Ein Religionslehrer könne hier zwar aufklärend wirken, aber nicht allein alle Probleme lösen.

Wie sehr die Kategorien von Religion, Kultur und Tradition im Alltag verschwimmen und wie dringend es (religiöse) Aufklärung braucht, weiß er freilich aus Erfahrung. "Wenn ein Schüler plötzlich mit Kategorien wie haram um sich wirft, dann thematisiere ich das sofort im Vier-Augen-Gespräch", erzählt er. "Und wenn ich merke, dass sich jemand abschottet, dann kontaktiere ich die Eltern und lade sie zu meiner Sprechstunde ein." Auch beim Thema Ramadan versucht er im Sinne vernünftiger Lösungen einzuwirken. Jugendliche zum Essen oder Trinken zu zwingen, könne man freilich nicht. "Man muss den Schülern aber klar machen, dass sie trotzdem beim Wandertag mitmachen oder die Schularbeit schreiben müssen", stellt er fest. Auch auf Bitte von Lehrerkollegen versucht er zu vermitteln, etwa wenn es um die Teilnahme muslimischer Schülerinnen am Schwimmunterricht oder einem Skikurs geht. Doch seine Möglichkeiten sind auch begrenzt: "Als ein ägyptischer Vater sich empörte, warum ich nicht diese und jene Suren durchnehme, habe ich ihn höflich darauf hingewiesen, dass wir einen Lehrplan haben und er das akzeptieren muss. Aber es gibt natürlich beratungsresistente Eltern - wie in allen Religionen. Und die können natürlich ihr Kind vom Religionsunterricht abmelden." Was der Vater auch prompt tat.

Hohe Abmeldezahlen

Dass nicht nur an Berufsbildenden Höheren Schulen, sondern auch an einigen NMS-Standorten ein größerer Teil der Schüler abgemeldet ist, wurde bislang nicht lautstark thematisiert. Konkrete Abmeldezahlen hat das Schulamt der Islamischen Glaubensgemeinschaft nach eigenen Angaben bis heute nicht. Das Phänomen an sich kann Schulamtsleiterin Carla Amina Baghajati aber bestätigen. Wobei der Grund weniger an zu liberalen oder zu wenig "glaubenstreuen" Religionslehrern liege als an unattraktiven Unterrichtszeiten. Oft werde der islamische Religionsunterricht in den Nachmittag verräumt. "An der Schule von Frau Wiesinger findet er etwa am Freitag spätnachmittags statt", erklärt Baghajati. Kinder, die deshalb von ihren Eltern abgemeldet werden, haben mangels verpflichtenden Ethikunterrichts für Abgemeldete keinerlei ethisch-religiöse Bildung an der Schule. Und die islamischen Religionslehrer haben als nachmittägliche "Phantomlehrer" kaum Anschluss im Kollegium.

Umso mehr plädiert Baghajati dafür, bei der Stundenplangestaltung mehr Rücksicht auf den Religionsunterricht zu legen -und ihn am besten parallel zu organisieren, um auch Raum für interreligiöse Begegnung und Projekte zu schaffen. Auch wünscht sie sich -wie alle christlichen Kirchen -einen verpflichtenden Ethikunterricht für jene Kinder, die an keinem konfessionellen Religionsunterricht teilnehmen. Die Regierung spricht sich zwar in ihrem Programm dafür aus, der politische Wille, das auch finanziell durchzusetzen, fehlt aber. Eher noch schwebt Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) vor, den konfessionellen Religionsunterricht um eine Stunde zu kürzen und stattdessen Ethik anzubieten, wie er Anfang Februar im FURCHE-Interview erklärte.

Religion raus aus der Schule?

Manche gehen angesichts der zunehmenden religiösen Diversität freilich noch weiter und stellen den (durch das Konkordat abgesicherten) konfessionellen Religionsunterricht an sich in Frage. "Religion raus aus der Schule und ein verpflichtender Ethikunterricht für alle mit eigens ausgebildeten Lehrern", wünscht sich etwa Susanne Wiesinger. Der Wiener Schul-Direktor Niki Glattauer hat ein anderes Modell vor Augen. Er wünscht sich im Kurier-Interview einen "verpflichtenden, gemeinsamen Religionen-und Ethikunterricht für alle, und zwar nach einem Curriculum, das die Schulbehörde erstellt, mit jüdischen, christlich n, moslemischen und meinetwegen buddhistischen Vortragenden, die einander in einer Art Ringvorlesung abwechseln."

Dass in Zeiten zunehmender religiöser Vielfalt neue Ideen und mehr Kooperation nötig sind, ist auch für die Kirchen und Religionsgemeinschaften klar. Zugleich brauche es heute dringender denn je auf allen schulischen Ebenen inter-religiöse Kompetenz, meint der Religionspädagoge Martin Jäggle zur FURCHE. "Das darf sich nicht nur auf das Fach Religion oder Ethik beschränken, sondern betrifft auch die Lehrerbildung. Die Forderung ,Religion raus aus der Schule' ist angesichts der aktuellen Überforderung zwar verständlich, löst aber nichts", meint Jäggle. Vielmehr brauche es gute Beziehungen zu den religiösen Communities, denen die Familien der Schüler angehören. Und (gut ausgebildete) Religionslehrer seien hier die glaubwürdigsten Kommunikatoren.

Durmus Demircan bemüht sich, einer von ihnen zu sein. Im Religionsunterricht, der am Diefenbach-Gymnasium parallel für alle Konfessionen vormittags stattfindet, forciert er die interreligiöse Begegnung. Und im Wahlpflichtfach kümmert er sich um Aktualität. In der nächsten Stunde will er mit seiner siebten Klasse das Buch von Susanne Wiesinger thematisieren. Zumindest in einem Punkt geht er ja mit ihr konform: Wie sie wünscht sich auch er eine gemeinsame Schule, um die Segregation mit zehn Jahren zu beenden und die Häufung von Problemen an den Mittelschulen zu reduzieren. Momentan ein illusorischer Wunsch. Aber an der Schule wird man wohl noch träumen können.