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Millionäre, Geld, Vertrauen

Es ist nicht so schwer, wie es aussieht, ein Millionär zu sein. Eigentlich ist es sogar einfach. Man muss nur seine eigene Währung schaffen. Nehmen wir an, Ihr Name ist Jan, dann schaffen Sie ihre Währung, etwa Jandollars. Sie müssen es nur noch drucken lassen. Ihre Währung wird allerdings erst komplett sein, wenn jemand anders sie anerkennt.

Geld, obwohl es gar nicht danach aussieht, beschreibt primär eine Beziehung zwischen uns Menschen. Es macht nur dann Sinn, wenn es in Gesellschaft ist. Wenn es die Grenze zwischen Individuen überschreitet.

Geld ist das Gut einer spezialisierten Gesellschaft, in der ein Individuum nicht überleben kann ohne Kooperation anderer. Ohne Geld können wir beispielsweise nur schwer essen. Wir kaufen Essen. Das Geld abstrahiert Güter, Essen etwa. Und es ist der Markt, der diese Abstraktionen erzeugt und intensiviert. Früher war es etwa nur möglich, mit Menschen zu kommunizieren, wenn man vor ihnen stand. Dieses Gespräch ging ohne die Anwesenheit von Märkten vor sich. Heute ist aus Kommunikation Telekommunikation geworden. Es hat unsere Technik, miteinander zu reden, revolutioniert, aber dieses Reden auch zu einem Markt gemacht. Die Kommunikation ist heute Teil des BIP. Und das Geld überbrückt also den Graben, den der Markt zwischen den Telefonierenden aufgerissen hat.

Wir haben vorhin gesagt, Geld erlaubt es uns, in einer spezialisierten Gesellschaft zu leben. Nur in dieser Gesellschaft kann sich jedermann entsprechend seinen Interessen und Neigungen verwirklichen - oder anders gesagt, sie erlaubt uns, unser Glück zu finden. Und wenn man dieses Glück nun wieder zurückführt auf seine Substanz, dann kommen wir wieder auf das Vertrauen in das Geld. Oder ganz kurz gesagt: Wir handeln mit und durch Vertrauen.

Der Autor ist Professor für Ökonomie an der Karlsuniversität Prag

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