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Bildung

Von der Werk- an die Schulbank und zurück

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Beschäftigung ist eine Frage von Bildung und Ausbildung, damit eine des lebensbegleitenden oder des lebenslangen Lernens. Vorbild für eine neue Initiative in Österreich sind, einmal mehr, die skandinavischen Länder.

Die vier Bundesministerien für Unterricht, für Wissenschaft, für Soziales und für Wirtschaft haben im Vorjahr eine gemeinsame Arbeitsgruppe eingerichtet, die quer durch alle Bildungs- und Lebensphasen Strategien und zehn konkrete Aktionen für lebensbegleitendes Lernen entwickeln soll. Ziel ist, den Anteil der Teilnehmer in der Erwachsenenbildung von gegenwärtig 13 Prozent bis zum Jahr 2020 auf rund 20 Prozent zu erhöhen.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner forciert vor allem die Durchlässigkeit der unterschiedlichen Ausbildungswege, etwa zwischen Lehre und Schule oder zwischen Lehre und Universität. So könnten etwa Facharbeiter durch einen leichteren Übergang vom Meister zum Master attraktiver werden. Dafür seien neben maßgeschneiderten betrieblichen Angeboten und politischen Rahmenbedingungen auch eine entsprechende Eigenverantwortung der Betroffenen erforderlich.

Gleitende Übergänge zwischen Schul- und Werkbank

Ähnlich Sozialminister Rudolf Hundstorfer: Der Übergang von einer Erstausbildung zum Eintritt in das Berufsleben sollte stufenweise möglich sein und individuell unterstützt werden. Lernen sei, so Hundstorfer, auch für Menschen im fortgeschrittenen Erwerbsalter notwendig. Davon hänge, wie Mitterlehner sagte, maßgeblich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ab. Die Hochschulen seien, so Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, bereit, dazu beizutragen: Die speziellen Angebote für Berufstätige, die sich mit einem Hochschulstudium vollständig neu qualifizieren möchten, sollen bis 2020 qualitativ und quantitativ weiterentwickelt werden. Das könnte sich lohnen: Wegen starker Pensions- und schwacher Geburtenjahrgänge ist ein Arbeitskräftemangel zu erwarten.