Bildung

Wenn Lehrer Noten kriegen

1945 1960 1980 2000 2020
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Die Causa „Lernsieg“ erregte in jüngster Vergangenheit die Gemüter. So hatte ein 18-Jähriger nach dem Vorbild von Hotel- und Dienstleistungsbewertungen eine Handy-App für die Bewertung von Lehrern entwickelt. Für die kostenlose App legte er eine Datenbank mit rund 90.000 Lehrern und den entsprechenden Schulen an. Die Schüler konnten in der Anwendung ihre Pädagogen dann in Kategorien wie „Unterricht“, „Fairness“ oder „Pünktlichkeit“ mit einem („Nicht Genügend“) bis hin zu fünf Sternen („Sehr Gut“) bewerten.

Für jede Schule gab es zudem ein Ranking für die „besten“ Lehrer. Bewertet werden konnten auch die Bildungsstätten selbst. Von Lehrern und der Gewerkschaft hagelte es scharfe Kritik gegen das Tool. Auch Datenschützer hatten davor gewarnt. Weil der Erfinder mit Hassbriefen bombardiert worden sein soll, ging die App wieder offline. Und ist es vorläufig bist heute.

Geplanter Rollentausch

Mehr Feedback geben soll es dennoch: Ab dem Schuljahr 2020/21 tauschen Österreichs Schüler mit ihren Lehrern die Rollen. Zumindest partiell. So dürfen, ja müssen die Heranwachsenden ihre Pädagogen künftig einmal im Jahr beurteilen. Im Bildungsministerium nennt man das offiziell „verpflichtendes Feedback“, das via Onlinetool eingeholt werden soll.

Bewertet wird dann unter anderem die jeweilige Unterrichtsgestaltung der oder des Pädagogen. Aber auch das „Betragen“ wird benotet. So kann beurteilt werden, ob die Lehrkraft mit Kindern und Jugendlichen umgehen kann und wie sie sich in Stresssituationen verhält. Veröffentlicht und damit auch für Externe einsehbar, soll der digitale Fragebogen, den das Ministerium gemeinsam mit der Uni Graz und der Pädagogischen Hochschule Steiermark entwickelt hat, allerdings nicht werden. Nur die Betroffenen und deren Direktionen werden ihn laut Ministerium abrufen können.

Ziel ist es, die Ergebnisse als Grundlage für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen heranzuziehen. Auch über ein Onlinetool für Eltern wird derzeit nachgedacht. Damit das Projekt tatsächlich starten kann, ist allerdings noch die Zustimmung der künftigen Regierung notwendig. „Davon gehen wir im Bildungsministerium aber aus. In der Vergangenheit haben sich alle Parteien für diese Maßnahme ausge- sprochen“, so eine Sprecherin zur FURCHE. Bereits im Regierungsprogramm der ehemaligen schwarz-blauen Koalition hatte man angekündigt, ein „360-Grad-Feedback“ an heimischen Bildungsstätten etablieren zu wollen. Die Idee dabei war, dass sich Lehrer, Bildungsdirektion, Schuldirektion, Eltern und Schüler wechselseitig evaluieren können.

Mehr dazu: „Schulen sind keine Hotels!“

Die Causa „Lernsieg“ erregte in jüngster Vergangenheit die Gemüter. So hatte ein 18-Jähriger nach dem Vorbild von Hotel- und Dienstleistungsbewertungen eine Handy-App für die Bewertung von Lehrern entwickelt. Für die kostenlose App legte er eine Datenbank mit rund 90.000 Lehrern und den entsprechenden Schulen an. Die Schüler konnten in der Anwendung ihre Pädagogen dann in Kategorien wie „Unterricht“, „Fairness“ oder „Pünktlichkeit“ mit einem („Nicht Genügend“) bis hin zu fünf Sternen („Sehr Gut“) bewerten.

Für jede Schule gab es zudem ein Ranking für die „besten“ Lehrer. Bewertet werden konnten auch die Bildungsstätten selbst. Von Lehrern und der Gewerkschaft hagelte es scharfe Kritik gegen das Tool. Auch Datenschützer hatten davor gewarnt. Weil der Erfinder mit Hassbriefen bombardiert worden sein soll, ging die App wieder offline. Und ist es vorläufig bist heute.

Geplanter Rollentausch

Mehr Feedback geben soll es dennoch: Ab dem Schuljahr 2020/21 tauschen Österreichs Schüler mit ihren Lehrern die Rollen. Zumindest partiell. So dürfen, ja müssen die Heranwachsenden ihre Pädagogen künftig einmal im Jahr beurteilen. Im Bildungsministerium nennt man das offiziell „verpflichtendes Feedback“, das via Onlinetool eingeholt werden soll.

Bewertet wird dann unter anderem die jeweilige Unterrichtsgestaltung der oder des Pädagogen. Aber auch das „Betragen“ wird benotet. So kann beurteilt werden, ob die Lehrkraft mit Kindern und Jugendlichen umgehen kann und wie sie sich in Stresssituationen verhält. Veröffentlicht und damit auch für Externe einsehbar, soll der digitale Fragebogen, den das Ministerium gemeinsam mit der Uni Graz und der Pädagogischen Hochschule Steiermark entwickelt hat, allerdings nicht werden. Nur die Betroffenen und deren Direktionen werden ihn laut Ministerium abrufen können.

Ziel ist es, die Ergebnisse als Grundlage für Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen heranzuziehen. Auch über ein Onlinetool für Eltern wird derzeit nachgedacht. Damit das Projekt tatsächlich starten kann, ist allerdings noch die Zustimmung der künftigen Regierung notwendig. „Davon gehen wir im Bildungsministerium aber aus. In der Vergangenheit haben sich alle Parteien für diese Maßnahme ausge- sprochen“, so eine Sprecherin zur FURCHE. Bereits im Regierungsprogramm der ehemaligen schwarz-blauen Koalition hatte man angekündigt, ein „360-Grad-Feedback“ an heimischen Bildungsstätten etablieren zu wollen. Die Idee dabei war, dass sich Lehrer, Bildungsdirektion, Schuldirektion, Eltern und Schüler wechselseitig evaluieren können.

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