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Bildung

"Wir wollen mehr als gute Schulen sein"

1945 1960 1980 2000 2020
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"Eine Schule mit Tradition für jene, die die Zukunft aktiv mitgestalten wollen": So lautet das Motto des "Kollegium Kalksburg", das vor über 150 Jahren als Jesuitenkolleg gegründet wurde. Das Ordenscharisma der Jesuiten prägt diesen Ort, aus personellen Gründen war es freilich irgendwann nötig, die Schulträgerschaft in fremde Hände zu legen. Auf Initiative der Österreichischen Ordensgemeinschaften wurde schließlich 1993 die "Vereinigung von Ordensschulen Österreichs" (VOSÖ) gegründet -und das Kollegium wurde die erste Schule, die ihr angehörte.

Vergangenen Samstag feierte die Vereinigung in Mariazell ihr 25-jähriges Bestehen. Mit 14 Bildungsstandorten (von zwölf Orden) ist die VOSÖ heute der größte private Schulerhalter Österreichs. Insgesamt 8500 Kinder besuchen die 46 Kindergärten, Horte und Schulen der VOSÖ -das ist ein Sechstel aller 50.500 Kinder an Österreichs Ordensschulen. Angesichts der personellen Entwicklung in den Orden wird der Trägerverein freilich noch weitere Einrichtungen übernehmen (müssen). Für bis zu 16.000 Kinder könne man letztlich verantwortlich werden, meint VOSÖ-Vorstandsvorsitzender Rudolf Luftensteiner.

Das ist keine kleine Herausforderung, schließlich gehört es zum Selbstverständnis von Ordensschulen, sich jedem einzelnen Kind zu widmen und Räume zu eröffnen, in denen es nicht nur seine Begabungen entwickeln, sondern auch Verantwortung einüben und die transzendente Dimension des Lebens spüren kann.

Ordenscharismen als "DNA"

"Wir wollen mehr als gute Schulen sein", bringt es Rudolf Luftensteiner auf den Punkt. Die Leitlinie dafür ist neben dem Evangelium das jeweilige Ordenscharisma, das als "DNA" des einzelnen Standorts gepflegt wird, ergänzt VOSÖ-Geschäftsführerin Maria Habersack.

Womit schon die nächste Herausforderung benannt wäre,nämlich wie sehr sich die an der Schule tätigen Laien -die wie viele Schüler heute oft "religiöse Analphabeten" sind -auf diesen Prozess einlassen. Ein eigenes Referat für Schulpastoral soll ihn jedenfalls unterstützen. Dass es "Ordensschulen in der Nachfolge von Ordensleuten" geben kann, davon ist Cäcilia Kotzenmacher, Stellvertretende Vorsitzende der VOSÖ, jedenfalls überzeugt.

Ein "Stachel" sei, dass man sich dem Evangelium verpflichtet wisse, aber nicht noch mehr Plätze für Kinder aus sozial schwächeren Familien - insbesondere solchen mit Migrationshintergrund -zur Verfügung stellen könne, meint Rudolf Luftensteiner. Zwar gebe es einen Sockel an Freiplätzen, mehr sei aber nicht möglich, weil man auf das Schulgeld angewiesen sei. Außerdem sei für die Ordensschulen die gute Kooperation mit den Eltern besonders wichtig. Viele Erziehungsberechtigte, deren Kinder Brennpunktschulen besuchen, seien aber weniger bildungsaffin und deshalb schwer zu erreichen. "Wir können nicht alles ersetzen, was die Orden früher geleistet haben", betont Rudolf Luftensteiner. "Diese Wunde sollten wir nicht zu klein reden."

"Eine Schule mit Tradition für jene, die die Zukunft aktiv mitgestalten wollen": So lautet das Motto des "Kollegium Kalksburg", das vor über 150 Jahren als Jesuitenkolleg gegründet wurde. Das Ordenscharisma der Jesuiten prägt diesen Ort, aus personellen Gründen war es freilich irgendwann nötig, die Schulträgerschaft in fremde Hände zu legen. Auf Initiative der Österreichischen Ordensgemeinschaften wurde schließlich 1993 die "Vereinigung von Ordensschulen Österreichs" (VOSÖ) gegründet -und das Kollegium wurde die erste Schule, die ihr angehörte.

Vergangenen Samstag feierte die Vereinigung in Mariazell ihr 25-jähriges Bestehen. Mit 14 Bildungsstandorten (von zwölf Orden) ist die VOSÖ heute der größte private Schulerhalter Österreichs. Insgesamt 8500 Kinder besuchen die 46 Kindergärten, Horte und Schulen der VOSÖ -das ist ein Sechstel aller 50.500 Kinder an Österreichs Ordensschulen. Angesichts der personellen Entwicklung in den Orden wird der Trägerverein freilich noch weitere Einrichtungen übernehmen (müssen). Für bis zu 16.000 Kinder könne man letztlich verantwortlich werden, meint VOSÖ-Vorstandsvorsitzender Rudolf Luftensteiner.

Das ist keine kleine Herausforderung, schließlich gehört es zum Selbstverständnis von Ordensschulen, sich jedem einzelnen Kind zu widmen und Räume zu eröffnen, in denen es nicht nur seine Begabungen entwickeln, sondern auch Verantwortung einüben und die transzendente Dimension des Lebens spüren kann.

Ordenscharismen als "DNA"

"Wir wollen mehr als gute Schulen sein", bringt es Rudolf Luftensteiner auf den Punkt. Die Leitlinie dafür ist neben dem Evangelium das jeweilige Ordenscharisma, das als "DNA" des einzelnen Standorts gepflegt wird, ergänzt VOSÖ-Geschäftsführerin Maria Habersack.

Womit schon die nächste Herausforderung benannt wäre,nämlich wie sehr sich die an der Schule tätigen Laien -die wie viele Schüler heute oft "religiöse Analphabeten" sind -auf diesen Prozess einlassen. Ein eigenes Referat für Schulpastoral soll ihn jedenfalls unterstützen. Dass es "Ordensschulen in der Nachfolge von Ordensleuten" geben kann, davon ist Cäcilia Kotzenmacher, Stellvertretende Vorsitzende der VOSÖ, jedenfalls überzeugt.

Ein "Stachel" sei, dass man sich dem Evangelium verpflichtet wisse, aber nicht noch mehr Plätze für Kinder aus sozial schwächeren Familien - insbesondere solchen mit Migrationshintergrund -zur Verfügung stellen könne, meint Rudolf Luftensteiner. Zwar gebe es einen Sockel an Freiplätzen, mehr sei aber nicht möglich, weil man auf das Schulgeld angewiesen sei. Außerdem sei für die Ordensschulen die gute Kooperation mit den Eltern besonders wichtig. Viele Erziehungsberechtigte, deren Kinder Brennpunktschulen besuchen, seien aber weniger bildungsaffin und deshalb schwer zu erreichen. "Wir können nicht alles ersetzen, was die Orden früher geleistet haben", betont Rudolf Luftensteiner. "Diese Wunde sollten wir nicht zu klein reden."