#25 Die Entmachtung des Mannes

1945 1960 1980 2000 2020

Auf dem Weg zum Traualter – Die Frage nach dem Namen

1945 1960 1980 2000 2020

Auf dem Weg zum Traualter – Die Frage nach dem Namen

Ich fühle mich ein wenig als Verräterin. Ich werde den Familiennamen meines zukünftigen Ehemannes annehmen. Darf man das als Feministin überhaupt? Müsste ich nicht für meinen Mädchennamen einstehen, um mich nicht dem Patriachart zu unterwerfen? Ein kleiner Teil von mir meint Ja, der größere Nein, der dritte fragt sich, warum in diesem Zusammenhang nie jemand von Bubennamen spricht. Dem Patriachart sind Familiennamen schnurz. Es hat ausreichend Standbeine. Meinem Partner und mir ist unser Name aber nicht egal. Wir wollen denselben tragen, ohne Doppelnamen-Verschwurbelung. Und seiner gefällt uns einfach besser.

Mein Partner wird nicht öfter den Geschirrspüler ausräumen, wenn ich meinen Namen behalte. Ich werde nicht aufhören, eine eigenständige Person zu sein, wenn ich meinen Namen abgebe. Und ich werde auch Sie weiterhin mit feministischen Anliegen beglücken, die Namensänderung ist nämlich auch dem Feminismus schnurz – zumindest seit sie zur eigenen Entscheidung wurde. Rechtlich steht Frauen nämlich erst seit 1995 die Namenswahl zu und erst seit 2013 (!) wird ihnen nicht mehr automatisch der Name des Mannes verpasst, wenn sie nicht zuvor eine entsprechend Erklärung bezüglich des Wunschnamens abgeben.

Bleibt noch der Faktor Gesellschaft. Die drohende „Entmachtung des Mannes“, sollte dieser seinen Familiennamen abgeben, übt nach wie vor sozialen Druck aus. Wahrscheinlich ist es derselbe Druck, der sich in mir rührt, weil ich als Feministin meinen Namen nicht behalten möchte. Man könnte sich darauf einigen, dass beides Unfug ist, und sich entspannt zurücklehnen.

Ich fühle mich ein wenig als Verräterin. Ich werde den Familiennamen meines zukünftigen Ehemannes annehmen. Darf man das als Feministin überhaupt? Müsste ich nicht für meinen Mädchennamen einstehen, um mich nicht dem Patriachart zu unterwerfen? Ein kleiner Teil von mir meint Ja, der größere Nein, der dritte fragt sich, warum in diesem Zusammenhang nie jemand von Bubennamen spricht. Dem Patriachart sind Familiennamen schnurz. Es hat ausreichend Standbeine. Meinem Partner und mir ist unser Name aber nicht egal. Wir wollen denselben tragen, ohne Doppelnamen-Verschwurbelung. Und seiner gefällt uns einfach besser.

Mein Partner wird nicht öfter den Geschirrspüler ausräumen, wenn ich meinen Namen behalte. Ich werde nicht aufhören, eine eigenständige Person zu sein, wenn ich meinen Namen abgebe. Und ich werde auch Sie weiterhin mit feministischen Anliegen beglücken, die Namensänderung ist nämlich auch dem Feminismus schnurz – zumindest seit sie zur eigenen Entscheidung wurde. Rechtlich steht Frauen nämlich erst seit 1995 die Namenswahl zu und erst seit 2013 (!) wird ihnen nicht mehr automatisch der Name des Mannes verpasst, wenn sie nicht zuvor eine entsprechend Erklärung bezüglich des Wunschnamens abgeben.

Bleibt noch der Faktor Gesellschaft. Die drohende „Entmachtung des Mannes“, sollte dieser seinen Familiennamen abgeben, übt nach wie vor sozialen Druck aus. Wahrscheinlich ist es derselbe Druck, der sich in mir rührt, weil ich als Feministin meinen Namen nicht behalten möchte. Man könnte sich darauf einigen, dass beides Unfug ist, und sich entspannt zurücklehnen.

Digital Dirndl V2 - © Illustration: Rainer Messerklinger

Ihre wöchentliche Portion Digital Dirndl

Aufgewachsen im Weinviertel, dann übersiedelt nach Wien, ist Margit Körbel mittendrin im Konflikt von gemütlicher Landidylle und rauschendem Stadtleben, Traditionen und deren Bruch, Millennials und Babyboomern. Wöchentlich schreibt Sie von Ihren Erlebnissen. Hier kostenlos abonnieren.

Aufgewachsen im Weinviertel, dann übersiedelt nach Wien, ist Margit Körbel mittendrin im Konflikt von gemütlicher Landidylle und rauschendem Stadtleben, Traditionen und deren Bruch, Millennials und Babyboomern. Wöchentlich schreibt Sie von Ihren Erlebnissen. Hier kostenlos abonnieren.

FURCHE-Navigator Vorschau