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800 Jahre Athos-Kloster Hilandar

Wer in diesen kalten Tagen den Arkadenhof des Wiener Rathauses betritt, wird in der dem Ring näheren Hälfte Bilder entdecken, die in diesem Rahmen außergewöhnlich selten zu sehen sind: vom jugoslawischen Fotografen Ron Hranislav Mirkovic angefertigte Kopien von Ikonen aus dem Athos-Kloster Hilandar, das heuer sein 800jähriges Bestehen feiert.

Hilandar ist das einzige serbisch-orthodoxe Kloster auf dem Athos. Stefan Nemanja, zunächst Großherzog von Serbien, dann unter dem Namen Simeon Mönch, und sein Sohn Sava, später Erzbischof (1219-1233) und serbischer Nationalheiliger, haben es gegründet. Es gibt nicht nur das Serbien des Slobodan Milosevic', es gibt auch die alte christliche Kulturnation Serbien, die sich in Hilandars wertvollen Schriften und Ikonen spiegelt.

Die Bilder, eine kleine Auswahl aus den über 2.000 Ikonen, die in der Schatzkammer des Klosters aufbewahrt werden, führen in eine andere, eine spirituelle - geisterfüllte - Welt. Typisch für Hilandar ist dabei die dreihändige Madonna (Maria tricheirusa), die an eine alte Legende erinnert.

Zur Eröffnung der bis 9. Dezember laufenden Ausstellung fanden sich viele Serben und viele Freunde des Athos ein. Vater Mitrofan, Epitrop (Vorsteher) von Hilandar, erklärte, der Bildersturm des ersten Jahrtausends sei ein Mißverständnis gewesen, im Grunde sollte man Ikonen nur kurz anblicken, dann die Augen schließen und sie mit der Seele weiterbetrachten ...

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