Österreich - © Foto: iStock / DieterMeyrl
Feuilleton

Ang’fressen, grantig und liebenswert

1945 1960 1980 2000 2020

Österreich ist ein Überbleibsel eines geschrumpften Reiches, das von vielen Völkern und deren Traditionen geprägt wird. Gibt es das „österreichische Wesen?“ Eine Spurensuche.

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Österreich ist ein Überbleibsel eines geschrumpften Reiches, das von vielen Völkern und deren Traditionen geprägt wird. Gibt es das „österreichische Wesen?“ Eine Spurensuche.

Zwischen Dirndln und Lederhosen, Jodlern und Mozartkugeln wird immer wieder nach dem typischen Homo Austriacus gesucht. Ist er so ang’fressen und grantig, wie ihn Manfred Deix einst gezeichnet hat, oder doch irgendwie liebenswert? Gibt es ihn überhaupt noch? Liebt oder hasst er seine Heimat? Das Wort hat ja heute nur allzu oft einen Beigeschmack von Enge, Begrenzung und nationaler Abschottung.

Österreich ist allerdings viel mehr als Heimat. Es ist ein überaus sensibler, vielschichtiger und durchaus gefährdeter Seelenzustand. Ein Überbleibsel eines geschrumpften Reiches, das von vielen Völkern und deren Traditionen geprägt wird. Ein kleines Land, in dem Künstlerinnen und Künstler aus dem Vollen schöpfen können; allerdings sind sie mitunter gefährdeter als anderswo. Die Versuchungen, bei uns geliebt, umarmt und ­vereinnahmt zu werden, sind besonders groß und man unterschätzt, wie schnell man wieder fallengelassen und vergessen wird.