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Feuilleton

Auch ein Umgang mit Kunst

1945 1960 1980 2000 2020
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Wirtschaftstreibende brüsten sich gern mit Kunst und Geist und spielen sich als Mäzene auf. Oder meinen es mit dem Mäzenatentum sogar ernst. Ob und wie ernst sie es meinen und was sie mit der Kunst wirklich am Hut haben, merkt man erst dann, wenn es sich mit dem Kunstwerk nicht mehr brüsten lässt. Im Donauzentrum, dem großen Einkaufsparadies jenseits der Donau, ging dieser Test vorerst negativ aus.

Seit Monaten ist das prächtig umgebaute Donauzentrum mit seinen neuen Rolltreppen zum neuen Obergeschoß mit seinen prächtigen neuen Läden nun in Betrieb. Genau so lange steht die mannshohe Steinplastik von Oskar Bottoli vor dem Eingang auf dem Schrödingerplatz im Freien, ein offenbar herrenloses Trumm. Wie in einem solchen Fall nicht anders zu erwarten, hat sich auch schon irgend ein Vandale mit schwarzem Spray an einem der aus dem Stein blickenden Gesichter vergangen.

Die Figur des vor wenigen Jahren verstorbenen Bildhauers Professor Oskar Bottoli diente einst dem neuen Teil zur Zierde. Wurde gewiss einst zu adäquatem Preis vom Künstler erworben. Doch der Erwerb eines Kunstwerks bedeutet stets auch eine darüber hinaus gehende moralische Verpflichtung, für dessen Erhaltung zu sorgen - oder es, falls es einem nicht mehr gefällt, in andere Hände zu übergeben, die dafür sorgen. Man kann Kunstwerke nicht einfach auf den Mist schmeißen oder irgendwo abstellen und zugrunde gehen lassen.

Besser gesagt, man kann es natürlich schon. Man macht sich damit auch nicht strafbar. Aber man deklariert sich damit als jemand, dem Kunst, abgesehen von ihrem Marktwert und ihrer Verwertbarkeit als Imagefaktor, überhaupt nichts bedeutet.

In diesem Sinne ist die sehr verloren wirkende Bottoli-Figur vor dem Donauzentrum ein Mahnmal, das an die negativen Seiten des gepriesenen Mäzenatentums erinnert. Vorne, bei der U-Bahn-Station, ein neuer Brunnen, der aussieht, als wäre er ohne rechten Grund hierher geraten. Hinten die Bottoli-Stele, mit der irgend ein Banause von Manager offenbar nichts mehr anzufangen wusste. Dort, wo sie stand, schmälerte sie nämlich die Verkaufsfläche. Mehr kann einem Kunstwerk in einem Einkaufszentrum nicht passieren.

Wirtschaftstreibende brüsten sich gern mit Kunst und Geist und spielen sich als Mäzene auf. Oder meinen es mit dem Mäzenatentum sogar ernst. Ob und wie ernst sie es meinen und was sie mit der Kunst wirklich am Hut haben, merkt man erst dann, wenn es sich mit dem Kunstwerk nicht mehr brüsten lässt. Im Donauzentrum, dem großen Einkaufsparadies jenseits der Donau, ging dieser Test vorerst negativ aus.

Seit Monaten ist das prächtig umgebaute Donauzentrum mit seinen neuen Rolltreppen zum neuen Obergeschoß mit seinen prächtigen neuen Läden nun in Betrieb. Genau so lange steht die mannshohe Steinplastik von Oskar Bottoli vor dem Eingang auf dem Schrödingerplatz im Freien, ein offenbar herrenloses Trumm. Wie in einem solchen Fall nicht anders zu erwarten, hat sich auch schon irgend ein Vandale mit schwarzem Spray an einem der aus dem Stein blickenden Gesichter vergangen.

Die Figur des vor wenigen Jahren verstorbenen Bildhauers Professor Oskar Bottoli diente einst dem neuen Teil zur Zierde. Wurde gewiss einst zu adäquatem Preis vom Künstler erworben. Doch der Erwerb eines Kunstwerks bedeutet stets auch eine darüber hinaus gehende moralische Verpflichtung, für dessen Erhaltung zu sorgen - oder es, falls es einem nicht mehr gefällt, in andere Hände zu übergeben, die dafür sorgen. Man kann Kunstwerke nicht einfach auf den Mist schmeißen oder irgendwo abstellen und zugrunde gehen lassen.

Besser gesagt, man kann es natürlich schon. Man macht sich damit auch nicht strafbar. Aber man deklariert sich damit als jemand, dem Kunst, abgesehen von ihrem Marktwert und ihrer Verwertbarkeit als Imagefaktor, überhaupt nichts bedeutet.

In diesem Sinne ist die sehr verloren wirkende Bottoli-Figur vor dem Donauzentrum ein Mahnmal, das an die negativen Seiten des gepriesenen Mäzenatentums erinnert. Vorne, bei der U-Bahn-Station, ein neuer Brunnen, der aussieht, als wäre er ohne rechten Grund hierher geraten. Hinten die Bottoli-Stele, mit der irgend ein Banause von Manager offenbar nichts mehr anzufangen wusste. Dort, wo sie stand, schmälerte sie nämlich die Verkaufsfläche. Mehr kann einem Kunstwerk in einem Einkaufszentrum nicht passieren.