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Feuilleton

Aus "Him" und "Her" wird "Them"

1945 1960 1980 2000 2020
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Bei seiner Weltpremiere in Toronto wurde "Das Verschwinden der Eleanor Rigby", das Regiedebüt des US-Amerikaners Ned Benson, in zwei Teilen vorgeführt. Ein Film, mit dem Titel "Him", erzählte den Niedergang einer großen Liebe aus der Sicht des Mannes, Conor (James McAvoy), und der Teil "Her" übernahm ihre Sicht: Eleanor (Jessica Chastain) geht mit dem Tod ihres gemeinsamen Babys anders um als Conor: Nach einem Selbstmordversuch soll sie bei ihren Eltern (William Hurt und Isabelle Huppert) wieder auf die Beine kommen. Mit dem Titel "Them" kommt nun die Fusion beider Filme ins Kino - und die ist vor allem überlang und übertrieben, geradezu offensichtlich bemüht elliptisch konstruiert. In zwei Minuten hatten die Beatles in ihrem titelgebenden Song "Eleanor Rigby" mehr über Einsamkeit - und Eleanor - gesagt, als Benson es hier vermag. So gehört dieser Film den Schauspielern: Chastain und McAvoy zeigen, wie die anderen in diesem großen Ensemble, tieferes Feingefühl, als das Skript es vorsieht.

Das Verschwinden der Eleanor Rigby (The Disappearance of Eleanor Rigby)

USA 2014. Regie: Ned Benson. Mit Jessica Chastain, James McAvoy. Thim. 123 Min.