Begraben in Paris, doch das Herz in der polnischen Heimat

Vor Kurzem wurde in der Ö1-Frühmusik die Frage aufgeworfen, ob man Chopin als „Salonmusik“ bezeichnen dürfe. Tatsache ist jedenfalls, dass Frédéric Chopin bis heute zu den beliebtesten Klavierkomponisten zählt, dessen Nocturnes, Préludes, Études, Polonaises, Walzer – nicht nur – in unzähligen Salons erklangen und erklingen. Der vielleicht beredteste musikalische Anwalt Chopins in den letzten Jahrzehnten, der dessen Werke in unzähligen Einspielungen und auf den Konzertpodien der Welt zum Klingen gebracht hat, ist der italienische Starpianist Maurizio Pollini. Neben Mahler und Schumann ist Chopin ein weiterer musikalischer Jahresregent 2010, als nicht ganz geklärt gilt sein Geburtstag: Am 22. Februar oder 1. März erblickte Fryderyk Franciszek Chopin (auch Szopen) im polnischen Dorf ÙZelazowa Wola in der Nähe von Warschau das Licht der Welt.

Beziehung zu George Sand

Als 21-Jähriger übersiedelte Chopin nach Paris, wo er französisches savoir vivre zu schätzen lernte. Über Franz Liszt kam er auch in Kontakt mit der feministischen Schriftstellerin George Sand, mit der ihn eine intensive Liebesbeziehung bis zwei Jahre vor seinem Tod verbinden sollte.

1847 verschlechterte sich der Gesundheitszustand des zeitlebens kränkelnden Chopin dramatisch. Zwei Jahre später, mit nur 39 Jahren, starb er in seiner Wohnung an der Place Vendôme an den Folgen der zystischen Fibrose – an seinem Totenbett war unter anderen die Tochter von George Sand.

Begraben wurde Frédéric Chopin auf dem berühmten Père Lachaise – sein Herz wurde auf seinen Wunsch nach Warschau gebracht und dort in einer Kirche beigesetzt.

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