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Feuilleton

Das Mekka der Filmkunst

1945 1960 1980 2000 2020
1945 1960 1980 2000 2020

Das Filmfestival in Locarno gehört zu den ganz Großen: Neben Cannes, Venedig und Berlin ist es das wichtigste A-Festival der Szene -und gebiert immer wieder große Namen, die hier ihre ersten Arbeiten vorstellten und ihre Karrieren begannen. Claude Chabrol zum Beispiel, oder auch Brillante Mendoza. Und weil man in Locarno mit der Piazza Grande das größte Open-Air-Kino Europas hat (hier finden bis zu 8000 Personen Platz), zeigt man dort auch gerne breitenwirksamere Filme als im Wettbewerb. Luc Bessons "Lucy" war zum Beispiel dabei, aber auch "Sils Maria" von Olivier Assayas.

Die 67. Ausgabe des Festivals, die vergangenen Samstag zu Ende ging, konzentrierte sich im Wettbewerb aber voll und ganz auf die Filmkunst: Das hat die Jury, in der unter anderem der deutsche Regisseur Thomas Arslan und die brasilianische Schauspielerin Alice Braga saßen, heuer erneut bewiesen: Den Hauptpreis des Festivals, den goldenen Leoparden, erhielt der längste und sperrigste Film des Wettbewerbs, "Mula sa kung ano ang noon" des philippinischen Regisseurs Lav Diaz. Der wiederum ist für seine überlangen Werke bekannt, jedoch sind die 338 Minuten Laufzeit seines Siegerfilms für seine Verhältnisse eher kurz: Lav Diaz zeigte schon mal Filme, die neun Stunden oder länger dauerten.

Dunkelste Stunde der Philippinen

"Mula sa kung ano ang noon" ist ein schwarzweißes Epos über eine unheilvolle Ahnung, eine bevorstehende Katastrophe -eigentlich ein Historienfilm: Die Handlung spielt 1972 auf den Philippinen. Das Land steht kurz vor der Diktatur: Ferdinand Marcos erklärte im September 1972 das Kriegsrecht. Die Zeit kurz vor diesem Terror-Regime untersucht Lav Diaz in ruhigen, schwarzweißen Bildern, die das kommende Unheil vorausahnen lassen.

"Der Film basiert auf meinen Erinnerungen an meine Kindheit", sagt Regisseur Lav Diaz. "Diese Zeit markierte die dunkelste Stunde in der Geschichte meiner Heimat. Alles in dem Film schöpfe ich aus Erinnerungen, alle Bilder habe ich so oder ähnlich miterlebt". Der Film vermittelt das Drama eindringlich, erfordert aber auch viel Geduld.

Zu den weiteren -künstlerisch nicht weniger anspruchsvollen -Preisträgern beim 67. Filmfestival von Locarno gehören der Portugiese Pedro Costa (Regiepreis für seinen Film "Cavalo Dinheiro") sowie der US-Amerikaner Alex Ross Perry (Spezialpreis der Jury für "Listen Up Philip"). Seinem Status als Arthaus-Mekka der Festivalszene wurde Locarno also erneut gerecht.

Das Filmfestival in Locarno gehört zu den ganz Großen: Neben Cannes, Venedig und Berlin ist es das wichtigste A-Festival der Szene -und gebiert immer wieder große Namen, die hier ihre ersten Arbeiten vorstellten und ihre Karrieren begannen. Claude Chabrol zum Beispiel, oder auch Brillante Mendoza. Und weil man in Locarno mit der Piazza Grande das größte Open-Air-Kino Europas hat (hier finden bis zu 8000 Personen Platz), zeigt man dort auch gerne breitenwirksamere Filme als im Wettbewerb. Luc Bessons "Lucy" war zum Beispiel dabei, aber auch "Sils Maria" von Olivier Assayas.

Die 67. Ausgabe des Festivals, die vergangenen Samstag zu Ende ging, konzentrierte sich im Wettbewerb aber voll und ganz auf die Filmkunst: Das hat die Jury, in der unter anderem der deutsche Regisseur Thomas Arslan und die brasilianische Schauspielerin Alice Braga saßen, heuer erneut bewiesen: Den Hauptpreis des Festivals, den goldenen Leoparden, erhielt der längste und sperrigste Film des Wettbewerbs, "Mula sa kung ano ang noon" des philippinischen Regisseurs Lav Diaz. Der wiederum ist für seine überlangen Werke bekannt, jedoch sind die 338 Minuten Laufzeit seines Siegerfilms für seine Verhältnisse eher kurz: Lav Diaz zeigte schon mal Filme, die neun Stunden oder länger dauerten.

Dunkelste Stunde der Philippinen

"Mula sa kung ano ang noon" ist ein schwarzweißes Epos über eine unheilvolle Ahnung, eine bevorstehende Katastrophe -eigentlich ein Historienfilm: Die Handlung spielt 1972 auf den Philippinen. Das Land steht kurz vor der Diktatur: Ferdinand Marcos erklärte im September 1972 das Kriegsrecht. Die Zeit kurz vor diesem Terror-Regime untersucht Lav Diaz in ruhigen, schwarzweißen Bildern, die das kommende Unheil vorausahnen lassen.

"Der Film basiert auf meinen Erinnerungen an meine Kindheit", sagt Regisseur Lav Diaz. "Diese Zeit markierte die dunkelste Stunde in der Geschichte meiner Heimat. Alles in dem Film schöpfe ich aus Erinnerungen, alle Bilder habe ich so oder ähnlich miterlebt". Der Film vermittelt das Drama eindringlich, erfordert aber auch viel Geduld.

Zu den weiteren -künstlerisch nicht weniger anspruchsvollen -Preisträgern beim 67. Filmfestival von Locarno gehören der Portugiese Pedro Costa (Regiepreis für seinen Film "Cavalo Dinheiro") sowie der US-Amerikaner Alex Ross Perry (Spezialpreis der Jury für "Listen Up Philip"). Seinem Status als Arthaus-Mekka der Festivalszene wurde Locarno also erneut gerecht.