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Die Hoffnunghat einen Namen

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Die Kirche Vorarlberg setzt Akzente im "Jubiläumsjahr".

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Die Kirche Vorarlberg setzt Akzente im "Jubiläumsjahr".

Die befreiende Dimension der Botschaft Jesu neu bewußt machen, das ist das Ziel der Katholischen Kirche Vorarlberg für das "Jubiläumsjahr" 2000. Mit einer ganzen Reihe von Initiativen lädt sie zur Entdeckung ein, daß die Hoffnung einen Namen hat: Jesus Christus, der Gott mit uns.

"In unserer Gesellschaft gilt weithin das Prinzip: Du bist wert, was du leistest. Jesus durchbricht diese enge Sicht", erläutert Pastoralamtsleiter Benno Elbs. "Du bist wertvoll, einfach schon, weil du bist, egal ob behindert oder in leitender Position. Ein jeder Mensch ist von Gott gewollt, ist ein einmaliger Gedanke Gottes. Und in Jesus haben wir die Zusage, daß es auch ein Leben nach der Grenze des Todes gibt. Das ist eine Hoffnung, die uns tragen und unser Leben entstressen kann. Dieser Glaube bringt spirituelle Beheimatung - ein Dach über der Seele".

Bischof Klaus Küng umschreibt das Grundanliegen der recht bunten Vielfalt an Aktivitäten und Initiativen so: "Ohne Christus nehmen sich die Menschen zwar oft jede Freiheit, geraten aber in viele Abhängigkeiten und finden ihr eigentliches Ziel nicht. Der Glaube ist eine grundlegende, unersetzbare Hilfe, damit das Leben und die Liebe gelingen. Insbesondere im Scheitern, im Wissen um die eigene Schuld und Schwachheit ermöglicht die Begegnung mit Christus einen neuen Anfang, sie gibt Mut, um den Egoismus zu besiegen, Kraft, um mit einem beharrlichen Verlangen das Leben so zu gestalten, daß es Frucht bringt."

Eine breite Palette von Initiativen zum Jubiläumsjahr 2000 - spirituelle Angebote, Wallfahrten, Bildungsveranstaltungen, kreative Möglichkeiten, Feste und Aktionen - laden zur Begegnung mit diesem Jesus ein. Allen soll Mut gemacht werden, Schritte auf dem Weg Jesu zu tun. Gerade auch junge Menschen und solche, die der Kirche durchaus kritisch gegenüber stehen, sollen damit angesprochen und angeregt werden, neue Wege zu suchen und zu gehen.

Eine Seele für Europa Den Auftakt machte im Oktober bereits die Studientagung "Europa eine Seele geben". Sie sollte bewußt machen, daß christliche Werte Europa und die ganze Welt nachhaltig geprägt haben. Der Studiennachmittag von Landespolitikern und Vertretern der Kirche machte deutlich, daß Christen in einem zusammenwachsenden Europa mehr denn je gefordert sind, für die Werte der Menschlichkeit aufzustehen und den Blick über das Nur-Diesseitige hinaus offen zu halten.

Spirituelle Akzente setzt die Aktion "Fenster der Hoffnung". Sie gibt Raum für Stille, für schlichtes Da-Sein-Dürfen und Nichts-Leisten-Müssen - auch für Gespräch, Austausch, Gemeinschaft. Damit kann der Glaube neu entdeckt und vertieft werden. Mit einer "Christbaumaktion" werden den Menschen besinnliche Texte und Gedanken für die Feier des Weihnachtsfestes nähergebracht. Eine "Nacht der offenen Kirchentüren" wird in der Silvesternacht in vielen Pfarreien des Landes einen Gegenpol zu Lärm, Trubel und der lauten Ausgelassenheit des Jahreswechsels bieten.

Besondere geistlich-religiöse Angebote gibt es im Laufe des ganzen Jahres 2000 in elf Jubiläumskirchen.

In der Fastenzeit laden "Exerzitien im Alltag" dazu ein, sich auf intensive geistliche Erfahrungen einzulassen. Den Gedanken des suchenden Unterwegssein unterstreichen viele Angebote für Wallfahrten und Reisen, wie etwa eine diözesane Wallfahrt nach Rom im Mai, verschiedene Diözesanwallfahrten, eine Jugendwallfahrt nach Israel und eine Fahrt zum Weltjugendtreffen in Rom. Ein Kunstwettbewerb schließlich wird die Botschaft Jesu mit den Mitteln der modernen Kunst ins Heute übersetzen.

Die Veranstaltungsreihe "Jesus im Film" stellt moderne Jesusfilme zur Diskussion. Damit sollen vor allem junge Menschen mit der Person und der Botschaft Jesu konfrontiert werden. Daß die Initiativen nicht äußerlich-aktionistisch bleiben, ist der Wunsch der Verantwortlichen der Katholischen Kirche Vorarlberg. Es gilt den Suchbewegungen nachzugehen, der Sehnsucht und der Hoffnung im Leben, im Alltag, im täglichen Miteinander, im sozialen und gesellschaftspolitischen Tun wie auch in der Kunst und der Freizeit. Dazu gehört immer wieder: Miteinander die Hoffnung feiern.

Der Autor ist Chefredakteur des Vorarlberger Kirchenblattes.

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