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Feuilleton

Die Mängel in der Agenda

1945 1960 1980 2000 2020
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Es ist nicht möglich, in diesen Tagen die Debatte über die Agenda der Medienpolitik zu führen, ohne - neuerlich - auf den Missstand der unzulässigen Verknüpfungen von Politik, Medien und Geschäft zu stoßen. Ein ganz kleines Beispiel dafür ist die jüngste, völlig unpassende Teilnahme etwa von Eva Dichand an einer gebührenfinanzierten Gesprächsrunde, die eigentlich von Politik-Analysten und Politik-Berichterstattern gänzlich zu besetzen gewesen wäre. Aber Einzelne der ORF-Führung wünschen eben auch Im Zentrum eine strategische Nominierung der Gäste, nicht eine nach Kompetenz, also nach Sachkundigkeit und sachlicher Zuständigkeit. Ginge es - wie in manchen Sportdisziplinen nach der Qualifikationsrunde - dann gehörte jemand wie Eva Dichand nicht in dieses, sondern in ein Gesprächsforum zu den Themen Medienökonomie, Unabhängigkeit der Medien und Transparenz in den Beziehungen von Politik und Medien. Doch genau dazu wird sie nicht geladen. Und wenn sie danach, wie anderorts, gefragt wird, verlieren sich ihre - einmal mehr nichtssagenden - Worte in Flucht und Verweigerung. Und selbst, wenn in einer Sendung die entsprechenden Fragen an Dichand kämen, es bliebe erfolglos. Das Drängen auf Antwort nach dem Prinzip "Das war nicht meine Frage“ (© Elmar Oberhauser) hat sich der ORF ja selbst verboten.

Charakteristisch genug für die Medienlandschaft wird nur in wenigen Qualitätstiteln des legendären Medientheoretikers Marshall McLuhan gedacht (siehe auch Seite 10). Die aktuellen, auch die technischen Entwicklungen bieten reichlich Anlass und Inhalt zur Befassung mit McLuhans Thesen, selbst wenn dessen 100. Geburtstag dafür den Anlass gibt. Es sind eben nur wenige Medien bereit, Medien zu thematisieren. Bereitschaft zu Kritik- und Korrekturfähigkeit sowie zur Transparenz ist nicht allen zu eigen. Genau das gehörte auf die Agenda der Medienpolitik, vor dem Tag der Wahl im ORF am 9. August.

Es ist nicht möglich, in diesen Tagen die Debatte über die Agenda der Medienpolitik zu führen, ohne - neuerlich - auf den Missstand der unzulässigen Verknüpfungen von Politik, Medien und Geschäft zu stoßen. Ein ganz kleines Beispiel dafür ist die jüngste, völlig unpassende Teilnahme etwa von Eva Dichand an einer gebührenfinanzierten Gesprächsrunde, die eigentlich von Politik-Analysten und Politik-Berichterstattern gänzlich zu besetzen gewesen wäre. Aber Einzelne der ORF-Führung wünschen eben auch Im Zentrum eine strategische Nominierung der Gäste, nicht eine nach Kompetenz, also nach Sachkundigkeit und sachlicher Zuständigkeit. Ginge es - wie in manchen Sportdisziplinen nach der Qualifikationsrunde - dann gehörte jemand wie Eva Dichand nicht in dieses, sondern in ein Gesprächsforum zu den Themen Medienökonomie, Unabhängigkeit der Medien und Transparenz in den Beziehungen von Politik und Medien. Doch genau dazu wird sie nicht geladen. Und wenn sie danach, wie anderorts, gefragt wird, verlieren sich ihre - einmal mehr nichtssagenden - Worte in Flucht und Verweigerung. Und selbst, wenn in einer Sendung die entsprechenden Fragen an Dichand kämen, es bliebe erfolglos. Das Drängen auf Antwort nach dem Prinzip "Das war nicht meine Frage“ (© Elmar Oberhauser) hat sich der ORF ja selbst verboten.

Charakteristisch genug für die Medienlandschaft wird nur in wenigen Qualitätstiteln des legendären Medientheoretikers Marshall McLuhan gedacht (siehe auch Seite 10). Die aktuellen, auch die technischen Entwicklungen bieten reichlich Anlass und Inhalt zur Befassung mit McLuhans Thesen, selbst wenn dessen 100. Geburtstag dafür den Anlass gibt. Es sind eben nur wenige Medien bereit, Medien zu thematisieren. Bereitschaft zu Kritik- und Korrekturfähigkeit sowie zur Transparenz ist nicht allen zu eigen. Genau das gehörte auf die Agenda der Medienpolitik, vor dem Tag der Wahl im ORF am 9. August.