Ehrenamtliche in Österreich

Ende 2013 waren österreichweit rund 3300 Ehrenamtliche in der Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen engagiert, 87 Prozent davon Frauen. Die meisten Freiwilligen gab es in der Steiermark, gefolgt von Niederösterreich, Oberösterreich und Wien. (Die Daten für 2014 sind noch nicht ausgewertet.)

Was die Aus- und Fortbildung betrifft, so hat Österreich europaweit eine Vorreiterrolle inne: Gemäß einem bundesweit einheitlichen Curriculum müssen Ehrenamtliche 80 Unterrichtseinheiten sowie ein Praktikum im Umfang von 40 Stunden absolvieren. Der verpflichtende Einführungskurs "Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung" wird an zahlreichen Institutionen in Österreich angeboten, in Wien nicht nur vom Kardinal König Haus, sondern auch von der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft. Zusätzlich sind acht Stunden verpflichtende Weiterbildung pro Jahr sowie verpflichtende Supervision vorgesehen. Auch bei der Koordination der Ehrenamtlichen ist Österreich Pionier: "Eine unserer Stärken ist, dass wir in Teams organisiert sind", erklärt Leena Pelttari, Geschäftsführerin des Dachverbandes Hospiz Österreich."Ehrenamtliche Hospiz-Teams werden immer mit hauptamtlichen koordiniert." 2013 gab es 156 solche ehrenamtliche Teams.

Bei der Finanzierung gibt es hingegen Aufholbedarf - wie im gesamten Hospizbereich: Bis heute gibt es für die Koordination der ehrenamtlichen Teams, ihre Fahrt-und Kommunikationskosten sowie die Kosten für Supervision und Weiterbildung keine Regelfinanzierung (wie etwa in Deutschland durch die Krankenkassen). In einzelnen Bundesländern übernimmt die Erste Stiftung die Kosten. In ihren 51 Empfehlungen hat die Enquete-Kommission "Würde am Ende des Lebens" u.a. gefordert, dass Befähigungskurse für ehrenamtliche Mitarbeiter "seitens der öffentlichen Hand gezielt und verstärkt regelmäßige Unterstützung erfahren" sollen. Insgesamt werden für den Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in einer ersten Etappe je 18 Millionen Euro in den Jahren 2016 und 2017 gefordert. Konkrete Umsetzungsschritte soll bis 2016 ein "Hospiz-und Palliativforum" klären, in dem neben Gesundheits- und Sozialministerium auch die Bundesländer, Sozialversicherungen, der Dachverband Hospiz, Kinderhospizeinrichtungen und die österreichische Palliativgesellschaft vertreten sind.

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