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Expo und Konfuzius

1945 1960 1980 2000 2020
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Mit 73 Millionen Besuchern war die vergangene Woche zu Ende gegangene Expo 2010 in Shanghai die bisher größte Weltausstellung. 3,3 Millionen Menschen besuchten den Österreich-Pavillon. Eine Reise wert war China auch für das österreichische Forschungsunternehmen Austrian Institute of Technology (AIT). Im Rahmen der gemeinsam mit Außenwirtschaft und BMVIT veranstalteten "Austrian Tec Week" konnte sich das AIT nicht nur potenziellen Partnern präsentieren, sondern unterzeichnete Mitte Oktober in Peking auch gleich eine Absichtserklärung für künftige Zusammenarbeit. Vertragspartner ist die Chinese Academy of Science and Technology for Development (CASTED), die direkt dem Wissenschaftsministerium untersteht. "Konkret haben wir vier gemeinsame inhaltliche Schwerpunkte vereinbart", sagt Josef Fröhlich, Leiter des AIT-Departments Foresight & Policy Development.

Vertrauensverhältnis

So sollen etwa gemeinsame Analysen und Wirtschaftsprognosen zum Thema urbane Entwicklung durchgeführt werden. Geplant ist auch die Einrichtung einer elektronischen Plattform zur Verwaltung und Dokumentation von Projektergebnissen. Weiters umfasst das Memorandum den Austausch von Wissenschaftern zwischen Wien und China. Schließlich soll jährlich eine gemeinsame Konferenz stattfinden, die dem detaillierten Austausch von Erfahrungen dient. Die häufig geäußerte Einschätzung, wonach Mentalitätsunterschiede der beiden Länder Kooperationen erschweren, relativiert Fröhlich: "Es gibt unterschiedliche Verhaltensmuster und Zugänge", sagt er. "Aber wenn das Vertrauensverhältnis einmal hergestellt ist, läuft die Kooperation wie in jedem anderen internationalem Projekt."Auch an der Karl-Franzens-Universität Graz wurden unlängst die Beziehungen zwischen Österreich und China vertieft. Am vergangenen Freitag eröffnete dort ein neues Konfuzius-Institut. Es ist das zweite In Österreich, das 282. weltweit. Vergleichbar den deutschen Goethe-Instituten verstehen sich Konfuzius-Institute als Vermittler der chinesischen Kultur und Sprache. Organisatorisch ist das Institut ins Zentrum für Sprache, Plurilingualismus und Fachdidaktik der Uni Graz eingebettet. Ein Schwerpunkt wird die Vermittlung der chinesischen Sprache auf den Niveaus A1 bis C2 sein. Auch spezielle Sprachkurse für Wirtschaftstreibende, die Geschäftsbeziehungen mit China anstreben, werden angeboten. In Seminaren werden zudem soziale Kenntnisse vermittelt, die man in Verhandlungen mit Chinesen benötigt.

Viele unbekannte Rituale

"Die chinesische Gesellschaft achtet sehr stark auf Rituale, die man als Europäer oft nicht kennt", sagt Instituts-Direktorin Daniela Unger-Ullmann. "Wenn man zum Beispiel eingeladen wird, soll man dann ein Geschenk mitbringen? Muss es verpackt sein? Und in welcher Farbe?" In der Forschung soll eng mit der Universität Jiangsu zusammengearbeitet werden. Thematisch wird der Fokus dabei auf Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie liegen.

Mit 73 Millionen Besuchern war die vergangene Woche zu Ende gegangene Expo 2010 in Shanghai die bisher größte Weltausstellung. 3,3 Millionen Menschen besuchten den Österreich-Pavillon. Eine Reise wert war China auch für das österreichische Forschungsunternehmen Austrian Institute of Technology (AIT). Im Rahmen der gemeinsam mit Außenwirtschaft und BMVIT veranstalteten "Austrian Tec Week" konnte sich das AIT nicht nur potenziellen Partnern präsentieren, sondern unterzeichnete Mitte Oktober in Peking auch gleich eine Absichtserklärung für künftige Zusammenarbeit. Vertragspartner ist die Chinese Academy of Science and Technology for Development (CASTED), die direkt dem Wissenschaftsministerium untersteht. "Konkret haben wir vier gemeinsame inhaltliche Schwerpunkte vereinbart", sagt Josef Fröhlich, Leiter des AIT-Departments Foresight & Policy Development.

Vertrauensverhältnis

So sollen etwa gemeinsame Analysen und Wirtschaftsprognosen zum Thema urbane Entwicklung durchgeführt werden. Geplant ist auch die Einrichtung einer elektronischen Plattform zur Verwaltung und Dokumentation von Projektergebnissen. Weiters umfasst das Memorandum den Austausch von Wissenschaftern zwischen Wien und China. Schließlich soll jährlich eine gemeinsame Konferenz stattfinden, die dem detaillierten Austausch von Erfahrungen dient. Die häufig geäußerte Einschätzung, wonach Mentalitätsunterschiede der beiden Länder Kooperationen erschweren, relativiert Fröhlich: "Es gibt unterschiedliche Verhaltensmuster und Zugänge", sagt er. "Aber wenn das Vertrauensverhältnis einmal hergestellt ist, läuft die Kooperation wie in jedem anderen internationalem Projekt."Auch an der Karl-Franzens-Universität Graz wurden unlängst die Beziehungen zwischen Österreich und China vertieft. Am vergangenen Freitag eröffnete dort ein neues Konfuzius-Institut. Es ist das zweite In Österreich, das 282. weltweit. Vergleichbar den deutschen Goethe-Instituten verstehen sich Konfuzius-Institute als Vermittler der chinesischen Kultur und Sprache. Organisatorisch ist das Institut ins Zentrum für Sprache, Plurilingualismus und Fachdidaktik der Uni Graz eingebettet. Ein Schwerpunkt wird die Vermittlung der chinesischen Sprache auf den Niveaus A1 bis C2 sein. Auch spezielle Sprachkurse für Wirtschaftstreibende, die Geschäftsbeziehungen mit China anstreben, werden angeboten. In Seminaren werden zudem soziale Kenntnisse vermittelt, die man in Verhandlungen mit Chinesen benötigt.

Viele unbekannte Rituale

"Die chinesische Gesellschaft achtet sehr stark auf Rituale, die man als Europäer oft nicht kennt", sagt Instituts-Direktorin Daniela Unger-Ullmann. "Wenn man zum Beispiel eingeladen wird, soll man dann ein Geschenk mitbringen? Muss es verpackt sein? Und in welcher Farbe?" In der Forschung soll eng mit der Universität Jiangsu zusammengearbeitet werden. Thematisch wird der Fokus dabei auf Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie liegen.