
70. Berlinale: Anfang gemeistert
Die 70. Berlinale, die erste unter der Leitung von Carlo Chatrian, verschwor sich der Filmkunst: Als Sieger stand der iranische Film „There is No Evil“ am Podest – den Regisseur Mohammad Rasoulof ließ das Regime nicht ausreisen.
Die 70. Berlinale, die erste unter der Leitung von Carlo Chatrian, verschwor sich der Filmkunst: Als Sieger stand der iranische Film „There is No Evil“ am Podest – den Regisseur Mohammad Rasoulof ließ das Regime nicht ausreisen.
Aller Anfang ist schwer, das gilt im Speziellen für Traditionsreichtum, der von neuen Köpfen fortgeführt werden soll wie im Fall der Berlinale, die zu ihrer 70. Ausgabe einen neuen künstlerischen Leiter bekam: Carlo Chatrian, cinephiler Italiener, der zuvor die Filmschau von Locarno gelenkt hatte, kopiert das dortige Prinzip – Kunstkino vor breiter Masse – nun auch für die Berlinale. Die war heuer gespickt mit hochanspruchsvollen Werken, und das, nachdem Dieter Kosslick nach 18 Jahren an der Spitze schon das eine oder andere Schmankerl ins bierernste Festival gebracht hatte.
Das ist Chatrians Sache nicht: Er will die Kunst im Wettbewerb, ja, er hat sogar einen zweiten Wettbewerb erfunden, der sich „Encounters“ nennt, und in dem noch mehr Kunst Platz hat. Der Vorteil: Gerade Chatrians Debüt bot besonders viel Stoff, um ganz in der Tradition der Berlinale zu bleiben – nämlich, um vor allem (gesellschafts-)politisch relevantes und engagiertes Kino auszuzeichnen. Danach hat Chatrian programmiert, und daran hat sich die Jury rund um den Briten Jeremy Irons am Ende auch bei der Preisvergabe gehalten.
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