"Der Spion" - © Rainer Messerklinger

"Der Spion" - Cumberbatch im Spionage-Element

1945 1960 1980 2000 2020

Benedict Cumberbatch brilliert im sonst nicht ganz so brillanten Politthriller „Der Spion“.

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Benedict Cumberbatch brilliert im sonst nicht ganz so brillanten Politthriller „Der Spion“.

Gibt Benedict Cumberbatch in „Der Mauretanier" einen gradlinigen US-Militäranwalt, mimt er im zeitgleich anlaufenden „Der Spion“ einen unbedarften Briten, der von CIA und Ihrer Majestät MI6 als Spion in Nikita Chruschtschows Sowjetunion geschickt wird. Und auch Dominic Cookes Politthriller „Der Spion“ beruht auf wahren Begebenheiten, wenn auch die Authentizität nicht ganz so eindeutig ist, werden die Memoiren von Greville Wynne nicht als historisch wasserdicht angesehen.

Spannend – und filmreif – sind diese aber allemal. Es ist der Höhepunkt der Kubakrise 1962, und der Westen braucht dringend Beweise, dass Moskau tatsächlich die USA via Karibik atomar bedroht. In Moskau ist der Geheimdienstoffizier Oleg Penkovsky (Merab Ninidze) gleichfalls höchst besorgt ob der Gefahr eines Nuklearkriegs, und bereit, sein Wissen über die sowjetischen Pläne dem Westen zukommen zu lassen.

Also heuern MI6 und CIA den unbeholfenen Greville Wynne (Cumberbatch) an, der als Handelsvertreter öfters in Moskau ist. Tatsächlich gelingt es Wynne, eine Gesprächsbasis mit Penkovsky aufzubauen, die später gar in Freundschaft mündet – so sehr, dass Wynne selbst dann noch nach Moskau reist, als die Enttarnung Penkovskys durch den KGB längst auf dem Weg ist. Wynne büßte das alles mit sowjetischem Straflager und späterem Austausch mit einem russischen Spion in Großbritannien, Penkovsky hingegen mit dem Leben. Und darüber verfasste Wynne eben danach seine Memoiren.

So weit die Historie. Dominic Cooke erzählt das in „Der Spion“ solide, aber ohne allzuviel Blicke in die Tiefen seiner Protagonisten (wofür es genug Anhaltspunkte gegeben hätte). Aber der Star des Ensembles, also Cumberbatch, macht das mit seinem Spiel durchaus wett: Wenn und ob dem Publikum die Meisterschaft Wynnes in seiner delikaten Rolle bewusst wird, dann durch die neuerliche Glanzleistung des Hauptdarstellers von „Der Spion“. Und das ist ja auch nicht wenig.

Gibt Benedict Cumberbatch in „Der Mauretanier" einen gradlinigen US-Militäranwalt, mimt er im zeitgleich anlaufenden „Der Spion“ einen unbedarften Briten, der von CIA und Ihrer Majestät MI6 als Spion in Nikita Chruschtschows Sowjetunion geschickt wird. Und auch Dominic Cookes Politthriller „Der Spion“ beruht auf wahren Begebenheiten, wenn auch die Authentizität nicht ganz so eindeutig ist, werden die Memoiren von Greville Wynne nicht als historisch wasserdicht angesehen.

Spannend – und filmreif – sind diese aber allemal. Es ist der Höhepunkt der Kubakrise 1962, und der Westen braucht dringend Beweise, dass Moskau tatsächlich die USA via Karibik atomar bedroht. In Moskau ist der Geheimdienstoffizier Oleg Penkovsky (Merab Ninidze) gleichfalls höchst besorgt ob der Gefahr eines Nuklearkriegs, und bereit, sein Wissen über die sowjetischen Pläne dem Westen zukommen zu lassen.

Also heuern MI6 und CIA den unbeholfenen Greville Wynne (Cumberbatch) an, der als Handelsvertreter öfters in Moskau ist. Tatsächlich gelingt es Wynne, eine Gesprächsbasis mit Penkovsky aufzubauen, die später gar in Freundschaft mündet – so sehr, dass Wynne selbst dann noch nach Moskau reist, als die Enttarnung Penkovskys durch den KGB längst auf dem Weg ist. Wynne büßte das alles mit sowjetischem Straflager und späterem Austausch mit einem russischen Spion in Großbritannien, Penkovsky hingegen mit dem Leben. Und darüber verfasste Wynne eben danach seine Memoiren.

So weit die Historie. Dominic Cooke erzählt das in „Der Spion“ solide, aber ohne allzuviel Blicke in die Tiefen seiner Protagonisten (wofür es genug Anhaltspunkte gegeben hätte). Aber der Star des Ensembles, also Cumberbatch, macht das mit seinem Spiel durchaus wett: Wenn und ob dem Publikum die Meisterschaft Wynnes in seiner delikaten Rolle bewusst wird, dann durch die neuerliche Glanzleistung des Hauptdarstellers von „Der Spion“. Und das ist ja auch nicht wenig.

Film

Der Spion (The Courier) 

GB/USA 2021.
Regie: Dominic Cooke.
Mit Benedict Cumberbatch, Merab Ninidze, Jessie Buckley, Rachel Brosnahan.
Filmladen. 112 Min.

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